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Verschwörungsportal "KenFM" : Anonymous hackt Webseite von Ken Jebsen

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"KenFM" ist eine der beliebtesten Webseiten für Anhänger von Verschwörungserzählungen. Am Samstag übernahm die Anonymous-Bewegung das Portal und griff auf interne Nutzerdaten zu.

Ken Jebsen bei einer Demonstration im Jahr 2014
Ken Jebsen, Betreiber von "KenFM", bei einer Demonstration im Jahr 2014 (Archiv)
Quelle: dpa

Am Samstagnachmittag legten Internetaktivisten der Gruppe Anonymous Deutschland die Webseite des Verschwörungsanhängers Ken Jebsen ("KenFM") lahm. Anonymous nutzte nach eigenen Angaben eine Sicherheitslücke, um sich illegal Zugang zum Wordpress-System zu verschaffen, worüber das Portal verwaltet wird.

Zehntausende Nutzerdaten abgegriffen

Für mehrere Stunden waren am Samstag statt Artikeln über den angeblichen Zusammenbruch des Bankensystems und die "Corona-Diktatur" Anonymous-Schriftzüge zu lesen. Am Sonntag war die Seite wieder in Betrieb.

Die Hacker konnten sich ebenfalls Zugriff auf zahlreiche interne Daten von "KenFM" verschaffen. Darunter sind Daten von mehr als 39.000 registrierten Nutzern der Webseite, Namen und E-Mail-Adressen, wie auch Informationen zu mehr als 1.000 Spendern. Sie sollen KenFM bis ins Jahr 2019 mehr als 37.000 Euro gegeben haben. Inzwischen soll Jebsen seine Finanzierung in Teilen auf Kryptowährungen umgestellt haben.

Unabhängig verifizieren konnte ZDFheute diese Informationen nicht.

Im Netz entsteht ein neuer Rechtsterrorismus, warnen Forscher*innen. Mordfantasien und Aufrufe zur Gewalt blieben zu oft ohne jegliche Konsequenzen.

Beitragslänge:
2 min
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Jebsen-Netzwerk auf vielen Plattformen aktiv

Auf dem Portal "KenFM" erscheinen sonst täglich Inhalte zu verschiedensten Verschwörungserzählungen. Im Januar hatte YouTube das Konto von "KenFM" zuletzt dauerhaft gelöscht.

Auch in anderen sozialen Netzwerken ist das Netzwerk aktiv. Im Messenger-Dienst Telegram hat "KenFM" aktuell 128.000 Abonnenten. Offiziell kommentiert wurde der Hack dort bislang nicht. In einem "KenFM"-Fanchat auf Telegram äußerten sich Nutzer besorgt über den Hack: "Wenn Ken eine Erklärung dazu veröffentlicht, kann mir jemand Bescheid geben? Ich mache mir Sorgen wegen meiner Daten, die über seine Seite angerufen werden können."

Es ist nicht das erste mal, dass Anonymous Germany gezielt Netzwerke von Verschwörungsanhängern angreift und deren Daten veröffentlicht. Auch Reichsbürger oder die im Umfeld der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gegründete Kleinstpartei "Die Basis" waren schon Ziel digitaler Angriffe.

"KenFM" wird vom Verfassungsschutz beobachtet

Bis 2011 arbeitete Jebsen als Journalist unter anderem beim "rbb". Nach seiner Entlassung wegen antisemitischer Kommentare gehörte er zu den ersten erfolgreichen Betreibern alternativer Medienportale in Deutschland.

Für seine Inhalte typisch ist das Vermischen verschiedener ideologischer Strömungen. Aus diesem Grund wird sein Portal von manchen Beobachtern als "Querfront" bezeichnet. Seit März 2021 wird "KenFM" vom Berliner Verfassungsschutz als Verdachtsfall geführt.

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