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Künstliche Intelligenz - ‎"KI ist schon Teil unseres Alltags"‎

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Kann Deutschland bei künstlicher Intelligenz noch mithalten? "KI wird alle ‎Lebensbereiche radikal verändern", sagt Buchautor Ulrich Eberl dem ZDF-‎Wirtschaftsmagazin makro.‎

Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter kommuniziert an der TU Darmstadt mit Roboter "Alfie"
"Eine digitale Geschäftsidee ohne KI hat kaum noch eine Chance", sagt Ulrich Eberl.
Quelle: dpa

makro: In Ihrem aktuellen Buch stellen Sie sich die Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) unseren ‎Alltag revolutionieren wird. Wie lautet Ihre Antwort?‎

Ulrich Eberl: Dieser Wandel ist in vollem Gange. KI ist schon Teil unseres Alltags, oft, ohne ‎dass wir uns dies bewusst machen. Denken Sie an Gesichtserkennung und automatische ‎Textergänzung, Sprachassistenten wie Alexa, personalisierte Werbung, ‎Übersetzungsprogramme, Gesundheits-Apps - das alles basiert auf lernfähigen Maschinen, ‎einem Kerngebiet der KI.‎ Überall, wo es um die Auswertung von Bild-, Text- und Sprachdateien oder von Messwerten ‎geht, kurz um das Aufspüren von Mustern in der Datenflut, ist KI heute schon uns Menschen ‎überlegen.‎

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Kollege Roboter
 

Künstliche Intelligenz krempelt unsere Wirtschaft um. Roboter übernehmen immer mehr Tätigkeiten in der Industrie. Wie sehr werden sie unser Arbeitsleben in Zukuft verändern?

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makro: Corona stellt vieles auf den Kopf. Hilft uns KI auch im Umgang mit der Pandemie?‎

Eberl: Zur Zeit läuft gerade ein internationaler Wettbewerb, in dem über 50 Milliarden mögliche ‎Medikamentenwirkstoffe daraufhin getestet werden, ob sie das Virus effektiv blockieren ‎können. So etwas geht nur mit großen Datenbanken und KI. Auch beim Auswerten Tausender ‎von Studien zu Corona hilft KI, ebenso bei der Analyse von Röntgenbildern, in automatischen ‎Callcentern oder bei der Verfolgung und Prognose, wie sich die Pandemie entwickelt.‎

makro: Software-Startups schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Im Silicon Valley, aber ‎auch in China beobachten wir eine Art Urknall an digitalen Geschäftsideen. Welche Rolle spielt ‎dabei KI?‎

Eberl: Etwas überspitzt gesagt: Eine digitale Geschäftsidee ohne KI hat kaum noch eine Chance. ‎KI wird alle Lebensbereiche radikal verändern - in Büros und Banken, in Fabriken, Labors und ‎Kliniken, auf den Straßen und zu Hause, von den Äckern bis ins Weltall. Und wir stehen erst am ‎Anfang: Binnen 25 Jahren wird sich die Leistung von Mikrochips noch einmal vertausendfachen.

makro: Für die deutsche Industrie sind Automatisierung und Robotik - und damit der Einsatz ‎von KI - ein Schlüsselthema. Sind unsere Firmen hier noch auf der Höhe der Zeit?‎

Bei Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder dem Internethandel ist der Zug ‎abgefahren; wir werden kein zweites Google, Facebook oder Amazon bauen, wie es China in ‎seinen streng kontrollierten Märkten tun konnte.‎
Ulrich Eberl

Eberl: Aber wir haben auf anderen Feldern sehr gute Karten: Wir haben in Deutschland und Europa ‎eine exzellente Ausbildung - viele Top-Experten der KI stammen von hier, auch wenn sie oft in ‎den USA arbeiten.

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Gesichtserkennung - Pro und Contra
 

Was für und was gegen die Technik zur Überwachung spricht.

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Wir haben Tausende von Weltmarktführern, Konzerne ebenso wie ‎Mittelständler: aus Auto- und Maschinenbau, Energie- und Elektrotechnik, Chemie und Pharma.‎ Da ist viel Potenzial für KI: So ist die junge Firma Celonis aus München weltweit führend bei der ‎Optimierung von Industrieprozessen mittels KI, DeepL aus Köln gilt als weltbeste ‎Übersetzungssoftware, Franka Emika baut die innovativsten Roboter für die direkte ‎Zusammenarbeit mit Menschen - und das sind nur drei Beispiele.‎

Wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren, wie Umwelt und Medizin, Verkehr und Energie, ‎industrielle Fertigung und eine möglichst sichere und vertrauenswürdige Technik mit gutem ‎Schutz der Privatsphäre - dann ist mir um die Zukunft nicht bange.‎

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