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Kap der angeschlagenen Hoffnung

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Merkel in Südafrika - Kap der angeschlagenen Hoffnung

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Merkel auf Kurzbesuch in Südafrika: Das Land kämpft mit hoher Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig ist es der wichtigste Handelspartner für Deutschland auf dem afrikanischen Kontinent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Südafrika gereist, um vor allem die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Beide Länder haben eine Initative zur Berufsbildung in Südafrika unterschrieben.

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Manches Erbe zeigt sich, einmal in Besitz genommen, weniger gülden als gedacht. Das gilt nicht selten auch für politisches Erbe. Das Land, dass Präsident Ramaphosa vor zwei Jahren von Vorgänger Zuma übernommen hat, ist das am weitesten entwickelte in Afrika und die zweitgrößte Volkswirtschaft des Kontinents, reich an Diamanten und Kohle, zudem mit den weltweit größten Vorräten an Gold und Platin.

Hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika

Und dennoch sind fast 30 Prozent der Südafrikaner ohne Arbeit, bei den unter 25-Jährigen ist es mehr als jeder Zweite (2019: 55,2 Prozent). Selbst eine gute Ausbildung ist keine Garantie auf Arbeit und Auskommen. Das staatliche Bildungssystem ist marode, auch mehrere Reformversuche fruchteten nicht. In der Summe ergibt das eine explosive Mischung. Ein vergleichsweise reiches Land, in dem der Wohlstand extrem ungleich verteilt ist. Das Wirtschaftswachstum ist seit Jahren gering, deutlich geringer als die Inflation - die Folge: Der Wohlstand geht immer weiter zurück. Der einzige und staatliche Energieversorger steckt nach langer Misswirtschaft und Korruption in einer schweren Krise, ist hochverschuldet, regelmäßig fällt über längere Zeit der Strom aus. Eine der beliebtesten Apps des Landes informiert täglich aktuell - und gelegentlich mit Ironie - wann, wo und wie lange der Strom wieder ausfällt.

Politik | Berlin direkt -
Merkels Strategie für Afrika
 

Nächste Woche reist die Kanzlerin mit einer Wirtschaftsdelegation nach Angola und Südafrika. Ziel ihrer Afrika-Reise ist eine wirtschaftliche Kooperation mit den Ländern. Deutsche Unternehmen werden ermutigt, vor Ort zu investieren, dafür versprechen d...

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Wichtigster Partner in Afrika

Dennoch sind deutsche Unternehmen in Südafrika mit 600 an der Zahl vergleichsweise stark vertreten. Das Land ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Afrika. 2018 gingen zwar nur zwei Prozent der deutschen Exporte nach Afrika, davon aber fast zwei Drittel nach Südafrika.

Und das Engagement soll weiter wachsen, auch deshalb sind an Bord der Kanzlerin-Maschine rund ein Dutzend hochrangige Wirtschaftsvertreter, unter anderem aus den Bereichen Energie, Logistik, Sicherheit und Bauwirtschaft. Deutsche Exporte nahmen in der ersten Jahreshälfte 2019 auf 4,8 Milliarden Euro zu - eine Steigerung um 7,3 Prozent. Nicht zuletzt bei den Erneuerbaren Energien erhoffen sich die Deutschen neue Aufträge.

Bedeutung der Afrikanischen Union

Für Angela Merkel sind Südafrika und sein Präsident aber auch in den internationalen Beziehungen ein wichtiger Partner: Südafrika ist Mitglied der G20, ist aktuell - wie Deutschland -  ein nicht ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat und übernimmt bald den Vorsitz in der Afrikanischen Union. In gewisser Weise vertritt Südafrika damit international den ganzen Kontinent. Von Ramaphosa als Chef der Afrikanischen Union dürfte sich die Kanzlerin unter anderem leichtere Zusammenarbeit im Libyen-Prozess erhoffen, leichter als das derzeit mit Ägyptens Präsident al-Sisi der Fall ist.

Themen also haben die beiden genug, wenn sie fast den gesamten Donnerstag zusammen verbringen.

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