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Sicherheitslücke bei Microsoft - Offenbar Zehntausende E-Mail-Server gehackt

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Microsoft-Sicherheitslücke mit wohl großen Folgen: Laut Medienberichten sind Zehntausende E-Mail-Server gehackt worden. Deutschland und die USA sind offenbar besonders betroffen.

Der deutsche Hauptsitz von Microsoft in München.
Der deutsche Hauptsitz von Microsoft in München.
Quelle: imago/Alexander Pohl

Wegen einer vor wenigen Tagen bekanntgewordenen Microsoft-Sicherheitslücke sind laut US-Medienberichten weltweit Zehntausende E-Mail-Server von Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen Opfer von Hacker-Attacken geworden.

Sicherheitsupdate steht bereit

Für die Schwachstelle in Microsofts Software Exchange Server gibt es seit vergangenem Mittwoch zwar ein Sicherheitsupdate. Es muss aber erst von den Kunden selbst installiert werden.

Am Freitag ermahnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Tausende deutsche Unternehmen, die Lücke schnell zu stopfen. Die Angaben zur Zahl der Betroffenen gingen in den Berichten weit auseinander.

Die US-Regierung warnt vor einem Cyber-Angriff wegen einer Sicherheitslücke im E-Maildienst Exchange. Sicherheitsexperten vermuten eine chinesische Hackergruppe hinter dem Angriff.

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Hackerangriffe auf breiter Front

Weltweit könne es mehr als 250.000 Opfer geben, schrieb das "Wall Street Journal". Dem Finanzdienst Bloomberg sagte ein mit den Ermittlungen vertrauter ehemaliger US-Beamter, man wisse von mindestens 60.000 betroffenen E-Mail-Servern. Der gut vernetzte IT-Sicherheitsspezialist Brian Krebs und das Computermagazin "Wired" berichteten von 30.000 gehackten E-Mail-Systemen allein in den USA.

Microsoft wurde auf die Sicherheitslücken von IT-Sicherheitsforschern aufmerksam gemacht. Die Angreifer hätten anfangs wenige Ziele ausgesucht, seien zum Schluss aber dazu übergegangen, automatisiert in großem Stil Zehntausende E-Mail-Server täglich mit Hintertüren zu versehen, sagte der Chef der IT-Sicherheitsfirma Volexity, Steven Adair, bei Bloomberg.

Deutsche Unternehmen sind im internationalen Vergleich besonders stark von dieser Microsoft-Exchange-Lücke betroffen.
Rüdiger Trost, IT-Sicherheitsfirma F-Secure

Der Grund sei: Deutsche Unternehmen fürchteten die Cloud und betrieben Dienste wie Exchange daher häufig lokal, so Trost.

Mutmaßlich chinesische Hackergruppe

Es sei ein Wettlauf mit der Zeit: "Wird zuerst vom Unternehmen gepatcht oder sind die Hacker schneller beziehungsweise waren schon schneller?" Zugleich seien die Angreifer überfordert, weil sie nicht alle offenen Netzwerke sofort ausnutzen könnten, schätzt Trost. Daher werde eine Hintertür für später eingebaut.

Wir werden also in den nächsten Monaten noch viele Datenleaks und Erpressungen aufgrund dieser Exchange-Lücke sehen.
Rüdiger Trost

Microsoft hatte am Mittwoch gewarnt, dass die vier zuvor nicht öffentlich bekannten Sicherheitslücken von mutmaßlich chinesischen Hackern ausgenutzt werden. Die Hacker-Gruppe, die Microsoft "Hafnium" nennt, habe mit Hilfe der Schwachstellen vor allem Informationen in den USA abgreifen wollen.

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Ziele seien unter anderem Forschung zu Infektionskrankheiten sowie Hochschulen, Anwaltsfirmen und Unternehmen mit Verteidigungsaufträgen gewesen. Es habe sich um zielgerichtete Attacken gehandelt und Microsoft habe keine Hinweise darauf, dass auch Privatkunden angegriffen worden seien.

Cloud-Versionen sicher

Den Berichten zufolge wurden aber seit Bekanntgabe der Schwachstellen nicht abgesicherte Systeme auf breiter Front angegriffen. Betroffen sind laut Microsoft die Exchange-Server-Versionen 2013, 2016 und 2019. In Cloud-Versionen von Microsofts E-Mail-Dienst gab es die Schwachstellen nicht.

Exchange wird von vielen Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen als E-Mail-Plattform genutzt. Bei einer erfolgreichen Attacke über die Schwachstellen ist es möglich, Daten aus dem E-Mail-System abzugreifen. Microsoft wurde auf die Sicherheitslücken von IT-Sicherheitsforschern wie Volexity aufmerksam gemacht.

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