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Ab heute Pflicht - Fingerabdruck für den Perso - ist das sicher?

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Auf dem Personalausweis werden ab heute Fingerabdrücke gespeichert. Sicherheitspolitiker loben das zusätzliche Identitätsmerkmal. Datenschützer warnen vor Missbrauch.

Was bislang freiwillig war ist nun Pflicht. Ab heute müssen alle Bürger*innen bei der Beantragung ihres Persos zwei Fingerabdrücke abgeben.

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Ab sofort müssen die Mitarbeiter der Einwohnermeldeämter in Deutschland mehr Fingerabdrücke als bisher abnehmen. Die werden nämlich jetzt immer fällig, wenn ein neuer Personalausweis beantragt wird.

Bisher waren Fingerabdrücke nur für den Reisepass verpflichtend. Doch jetzt sollen die Abdrücke des rechten und linken Zeigefingers auch auf den Chips der Personalausweise gespeichert werden.

Mehrere mögliche Angriffsstellen

Das Motiv des Gesetzgebers ist klar: Er will ein zusätzliches Identitätsmerkmal einführen. Auslesen dürfen die Fingerabdrücke Polizeibehörden, Meldebehörden und Dienststellen, die mit der Verarbeitung von Personalausweisen beauftragt sind, sowie Zoll und Steuerfahndung, aber auch einige ausländische Sicherheitsbehörden.

Hier legt das Bundesinnenministerium auf Nachfrage allerdings großen Wert darauf, dass das Auslesen der Fingerabdrücke eingeschränkt sei. Erstens dürfe nur ausgelesen werden, wenn Zweifel an der Identität der Person nach dem Lichtbildvergleich blieben. Zweitens dürften das nur Sicherheitsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten.

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Rein technisch gesehen ist es ausgesprochen schwierig zu verhindern, dass auch andere Sicherheitsbehörden und unbefugte Dritte auf die Fingerabdrücke zugreifen können. Zudem können die Fingerabdrücke an mehreren Stellen abgegriffen werden.

Löschen als Sicherheitsmerkmal

Wer einen Personalausweis beantragt, dem werden im Einwohnermeldeamt mit einem Scanner die Abdrücke des linken und rechten Zeigefingers abgenommen. Die Fingerabdrücke werden auf einer Festplatte zwischengespeichert und per Datenleitung an die Bundesdruckerei geschickt, die die Fingerprints dann auf dem Chip speichern soll.

"Nach erfolgter Produktion und Aushändigung des Personalausweises werden die Fingerabdrücke wie bisher auch sowohl beim Hersteller als auch in der Behörde gelöscht", stellt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit Nachdruck fest.

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Beim Reisepass, für den seit 2007 Fingerabdrücke genommen werden, hat sich allerdings gezeigt, dass diese manchmal länger als nötig bei der Meldebehörde gespeichert bleiben. Dieses Risiko gibt es nun auch beim Personalausweis.

Auch beim Transport der Fingerabdruckdaten von den Meldebehörden an die Bundesdruckerei können die Daten abgegriffen werden. Die dritte Angriffsstelle bildet der Chip auf dem Ausweis selbst.

Verschlüsselung ist entscheidend

Hier sei "durch technische Anforderungen an das Speicher- und Verarbeitungsmedium sicherzustellen, dass nur gesetzlich definierte Berechtigte die Fingerabdrücke auslesen können", stellt Christof Stein vom Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit klar.

Das soll wie auch der Schutz der Fingerabdruckdaten beim Transport an die Bundesdruckerei oder bei der Zwischenspeicherung auf der Festplatte der Meldebehörde durch Verschlüsselung sichergestellt werden.

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Zum einen sind die verwendeten Verschlüsselungsverfahren prinzipiell angreifbar, wenngleich ein solcher Angriff ziemlich aufwendig und sehr teuer ist. Zudem darf in rein technischer Hinsicht bei der Zwischenspeicherung in der Meldebehörde die Verschlüsselung nicht ausgeschaltet oder vergessen werden.

"Ein Fingerabdruck macht eine Person ein Leben lang weltweit identifizierbar", warnt deshalb auch Friedemann Ebelt von der Datenschutzorganisation Digitalcourage e.V.. Datenschützer wie er raten dazu, am besten ganz auf die Speicherung von Fingerabdrücken zu verzichten, weil das Missbrauchsrisiko zu hoch sei.

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