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"Hochgefährliche" Suchmaschine

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Gesichtsdatenbank "PimEyes" - "Hochgefährliche" Suchmaschine

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"PimEyes" ist eine Suchmaschine für Gesichter. Politiker fordern eine drastische Regulierung, auch Facebook und Google haben dem polnischen Start-up den Kampf angesagt.

Gesichtserkennungstechnologie kann leicht manipuliert werden.
PimEyes hat 900 Millionen Fotos von Gesichtern in seiner Datenbank.
Quelle: Imago

Politiker von Regierung und Opposition im Deutschen Bundestag haben die Regulierung eines polnischen Start-up-Unternehmens verlangt, das im Internet eine Suchmaschine für Gesichter betreibt. Nach Recherchen des Portals netzpolitik.org analysiert die Suchmaschine PimEyes massenhaft Gesichter im Internet nach individuellen Merkmalen und speichert die biometrischen Daten ab. Die Datenbank umfasse rund 900 Millionen Gesichter.

Tankred Schipanski, der digitalpolitische Sprecher der Union im Bundestag, bezeichnete das Angebot als "unhaltbar". Wenn eine Regulierung auf Ebene der EU zeitnah nicht gelinge, "müssen wir hier als nationaler Gesetzgeber tätig werden", sagte er netzpolitik.org.

Domscheit-Berg: PimEyes ist "hochgefährlich"

Jens Zimmermann, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, forderte eine genaue Prüfung, ob die bestehenden gesetzlichen Regelungen einen ausreichenden Schutz bieten.

Wollen wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der Anonymität im öffentlichen Raum de facto nicht mehr möglich ist?
Jens Zimmermann, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag

Die netzpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Anke Domscheit-Berg, bewertete PimEyes als "hochgefährlich". Frauen, die sich anonym im öffentlichen Raum bewegen möchten, könnten leichter identifiziert und Belästigungen ausgesetzt werden, sagte Domscheit-Berg.

Welche Gefahren bestehen bei der biometrischen Sperre?

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5 min
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Suchmaschine nach DSGVO illegal?

Sie wandte sich an den Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber. "Wenn diese App keine Rechtsgrundlage hat, wie sie die DSGVO vorschreibt, müssen daher entsprechende Sanktionen verhängt und eine Verbreitung der App schnellstmöglich unterbunden werden."

In der Europäischen Datenschutz-Grundverodnung (DSGVO) heißt es, dass die Verarbeitung biometrischer Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person untersagt ist.

[Kennt Facebook die privatesten Daten seiner Nutzer? Eine Doku von ZDFinfo beschäftigt sich mit dem Geschäftsmodell der "Datenkrake".]

Berichte: Google und Facebook gehen gegen PimEyes vor

PimEyes erklärte, es gehe bei der Suchmaschine nicht um die Identifizierung einer Person. Nutzer und Nutzerinnen sollten dort allein ihr eigenes Gesicht hochladen und könnten so sehen, wo Bilder von ihnen im Netz auftauchen.

Doch auch von anderer Seite droht dem polnischen Startup Ungemach: Wie netzpolitik.org berichtet, gehen Google und Facebook juristisch gegen PimEyes vor, da die Plattform offenbar auch massenweise Bildmaterial von Youtube und Instagram nutzt.

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