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Apple gegen Spotify - Kampf um Podcaster

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Aus einem Hobby-Medium wird ein Geschäft für Digitalkonzerne. Sowohl Apple als auch der Aufsteiger Spotify wollen möglichst viele der Sendungen auf ihre Plattform bekommen.

Eine junge Frau steht auf einer Brücke und hört mit ihrem Smartphone Musik.
Podcasts liegen im Trend - besonders bei den unter 30-Jährigen laut ARD/ZDF-Onlinestudie.
Quelle: DPA

Über ein Jahrzehnt blieb es eher ruhig um die Audio-Sendungen - nun geht es plötzlich Schlag auf Schlag. "Wir sind stolz darauf, mit Apple-Podcasts-Abonnements' das nächste Kapitel des Podcasting zu beginnen", erklärte Apple-Manager Eddy Cue, als der Konzern vor kurzem die Generalüberholung seiner Podcast-Plattform vorstellte.

Wesentliche Neuerung: Künftig können die Herausgeber der Internetsendungen Abonnements auf der Apple-Plattform anbieten und sich direkt von ihren Hörern bezahlen lassen.

Eine Woche später stellte Spotify ein ähnliches Angebot vor und versuchte, direkt den großen Konkurrenten zu übertrumpfen: Wo Apple im ersten Jahr 30 Prozent der Abo-Gebühren als Provision einbehalten will, ist der Abo-Dienst bei den Schweden bis 2023 kostenfrei.

Harte Konkurrenz zwischen Plattformen

Der Kampf um die Podcaster ist das neuste Kapitel im Wettstreit der beiden Konzerne. Schon lange reiben sich die beiden Firmen aneinander. So hatte etwa Spotify eine Beschwerde gegen die Gebühren erhoben, die Apple für die Aufnahme in den konzerneigenen App-Store erhebt - und Ende April von der Europäischen Kommission Recht bekommen.

Der schwedische Streaming-Anbieter ist seit Gründung im Jahr 2006 vor allem für das breite Musikangebot bekannt. In den vergangenen Jahren interessierte sich Firmengründer Daniel Ek jedoch immer mehr für Podcasts.

Streamingdienste haben die Musikwelt verändert, das gilt für die Nutzer und vor allem für Musiker – aber viele haben nichts davon. Schon seit Längerem schlagen sie ein künstler-freundlicheres Ausschüttungssystem vor, so auch ABBA-Legende Björn Ulvaeus.

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Spotify könnte Apple erstmals überholen

Nach Zählung der "Business Week" hat Spotify in den vergangen Jahren für 900 Millionen Dollar Firmen aufgekauft - vom Studio Gimlet Media bis zum Spezialdienst Anchor, mit dem Podcaster ihre Sendungen einfach per Smartphone produzieren können.

Gleichzeitig nahm der Streaming-Anbieter zahlreiche Prominente unter Vertrag - von dem umstrittenen Komiker Joe Rogan bis zum Ex-Präsidenten Barack Obama, der zusammen mit der Rock-Legende Bruce Springsteen bei Spotify auftritt. Die Investitionen zeigen Erfolg: Nach Marktanalysten könnte Spotify in diesem Jahr erstmals Apple überholen.

Podcasts vor allem bei jungen Hörern gefragt

Die Entwicklung ist bemerkenswert, aber kaum überraschend. Zwar wurden Podcasts nach Apples iPod benannt. Doch der iPhone-Konzern hat in den vergangenen Jahren wenig dafür getan, das Medium weiterzuentwickeln. Beim Publikum stieg die Beliebtheit der Audio-Sendungen unterdessen unaufhaltsam.

Laut ARD/ZDF-Onlinestudie hören inzwischen 27 Prozent der Deutschen die Online-Sendungen. Bei den unter 30-Jährigen liegt der Wert sogar bei 46 Prozent. Ob Kindergeschichten, Krimis oder die neusten Analysen des Virologen Christian Drosten -- immer mehr Menschen entdecken das konzentrierte Hören als Bereicherung des Alltags.

Es sei eine sehr schlechte Situation für Künstler und Songwriter gleichermaßen, sagt ehemaliges ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus zum Ausfall von Live-Konzerten und einem boomenden Streaming-Markt. Er plädiert für ein nutzerorientiertes Streaming-Abonnement.

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Werbegeschäft rund um Podcasts

Für Spotify sind die Podcasts interessant, da das Unternehmen trotz 158 Millionen zahlender Nutzer bisher kaum Gewinne macht. Um die Audiosendungen ins Programm zu nehmen, muss Spotify nicht mit riesigen Musikkonzernen verhandeln. Sprich: Spotify verspricht sich großen Mehrwert zum kleinen Preis. Zudem will die Firma ein neues Werbegeschäft rund um Podcasts aufbauen und so die Umsätze erhöhen.

Die Podcaster selbst sehen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. "Wir halten die neuen Angebote für sehr interessant, können aber noch nicht abschätzen, inwiefern sich das für uns lohnt", sagt Nicolas Semak. Er ist Mitgründer des Berliner Podcast-Labels Viertausendhertz, das mit zwei Produktionen für den Grimme Online Award nominiert wurde.

Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, gab es in Deutschland fast noch keine werbefinanzierten Podcasts.
Nicolas Semak, Mitgründer Viertausendhertz

Also schuf sich das Startup ein eigenes Geschäftsmodell, das auf Werbung, Mitgliedsbeiträgen und Auftragsproduktionen basiert. Diese Eigenständigkeit aufzugeben und sich den großen Plattformen anzuschließen, fiele Semak schwer.

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