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Warum Podcasts boomen

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Radio auf Abruf - Warum Podcasts boomen

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Mal geht es um Finanztipps, mal um Fußball, mal um Nonsens. Podcasts, quasi Radio auf Abruf, gibt es in den verschiedensten Variationen. Doch warum ist dieses Format so populär?

Junge Frau hört Podcast im Bus
Infos to go: Podcast sind auch deshalb attraktiv, weil man sie überall - nicht nur im Bus - anhören kann.
Quelle: imago

Podcast-Moderatorin Shalin Rogall hat eine These, welchen speziellen Nutzen ihre und andere Sendungen erfüllen. "Ich glaube, dass Podcasts eigentlich als Putzhilfe erfunden wurden", sagt die 29-Jährige und spricht auch aus eigener Erfahrung: Es gebe nichts Besseres, als beim Hören Wäsche aufzuhängen oder sein Zimmer aufzuräumen. Man könne sich etwas inspirieren und informieren lassen, ohne dass der Kopf überlastet werde.

Auch auf dem Weg zur Arbeit, abends im Bett oder im Fitnessstudio werden Podcasts immer häufiger gehört. "Es ist einfach dieses schöne Nebenbei-Medium, das man überall mit hinnehmen kann", sagt die Moderatorin des Podcasts "Ab 21" von Deutschlandfunk Nova. Hörer könnten Podcasts sehr leicht in den Alltag einbauen und zwischendurch auch immer wieder eine Pause einlegen.

Chancen für unterrepräsentierte Gruppen

Olli Schulz und Jan Böhmermann
Zwei der erfolgreichsten Podcaster in Deutschland: Olli Schulz und Jan Böhmermann sprechen in "Fest & Flauschig" über Gott und die Welt.
Quelle: ZDF

Podcasts sind Serien von Audio- oder Videobeiträgen. Man kann sie leicht herunterladen oder streamen und auf verschiedenen Geräten anhören oder anschauen. In Deutschland denken viele Menschen vermutlich zuerst an "Fest & Flauschig" von Jan Böhmermann und Olli Schulz: Zwei Männer, die vor einem Mikro sitzen und miteinander über Gott und die Welt quatschen.

Der Vielfalt sind in dem Genre jedoch kaum Grenzen gesetzt, was Aufmachung, Inhalt und Länge angeht. Es gibt den nur wenige Minuten langen Video-Podcast von Bundeskanzlerin Angela Merkel, das aufwendig recherchierte Aufrollen ungelöster Kriminalfälle mit eingespielten O-Tönen und Soundeffekten sowie Comedy-Podcasts, in denen zwei Stunden lang fiktive Charaktere improvisiert werden. "Das ist wahnsinnig breitgefächert", sagt die Medienforscherin Nele Heise.

Den Merkel-Podcast gibt es schon seit 2006. Archivbild
Den Merkel-Podcast gibt es schon seit 2006.
Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Das gilt nicht nur thematisch. Podcast-Expertin Heise sieht Chancen für unterrepräsentierte Gruppen. "Seien es Menschen mit Behinderung, seien es Menschen aus den LGBTQ-Communities, seien es Menschen mit Migrationsgeschichte oder anderer Hautfarbe", sagt sie. "Das hat man in den letzten zwei Jahren gemerkt, dass sich solche Gruppen, die eigentlich zu gesellschaftlichen Minderheiten gezählt werden, das Medium viel mehr aneignen und damit auch ihre Perspektiven auf die Welt transportieren."

Trends bei Podcasts in Deutschland

Medienforscherin Nele Heise sieht vor allen Dingen drei Trends in Deutschland: Podcasts von Prominenten wie Jan Böhmermann, Barbara Schöneberger oder Tim Mälzer, das große Angebot der Öffentlich-Rechtlichen und die Sendungen großer Medienhäuser wie "Zeit" oder "Spiegel". Aber auch Coaching-Podcasts und nachrichtliche Formate erfreuten sich großer Beliebtheit.

In der Podcast-Suchmaschine "fyyd.de" finden sich mittlerweile mehr als 7.000 deutschsprachige Podcasts, die in den vergangenen sechs Monaten mindestens eine Folge veröffentlicht haben. 2019 kam bei der Streaming-Plattform Spotify neben "Fest & Flauschig" auch "Gemischtes Hack" mit Comedian Felix Lobrecht und Fernseh-Autor Tommi Schmitt in die Top Fünf der weltweit am häufigsten abgerufenen Podcasts.

Doch was macht Podcasts so beliebt? Für Medienforscherin Heise spielt die Benutzerfreundlichkeit eine große Rolle. "Sie haben das Smartphone dabei, laden sich etwas runter. Das ist vor ein paar Jahren auch in der Form noch nicht möglich gewesen", sagt sie. Zudem hätten die Medien gemerkt, dass man so eine junge Hörerschaft erreichen könne - nicht zuletzt auch durch große Erfolge wie den von Böhmermann und Schulz. Das habe viele zu dem Gedanken inspiriert: "Ich will auch so was machen. Das ist unterhaltsam. Das macht Spaß. Klingt auch irgendwie, als wäre das total leicht", so Heise. "Was es natürlich nicht ist", stellt sie klar.

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