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"Mayflower 400" : Käpt'n Smart: Ohne Crew über den Atlantik

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Keine Besatzung an Bord, dafür ein Robo-Kapitän: Gesteuert von Künstlicher Intelligenz soll die "Mayflower 400" autonom den Atlantik überqueren - und das für einen guten Zweck.

Mayflower seatrials April 2021
Ohne Käpt'n und mit Autopilot: "Mayflower 400"
Quelle: IBM

Noch schaukelt der unbemannte Trimaran in der Bucht von Plymouth vor der britischen Küste. "Mayflower 400" heißt das Boot - in Anlehnung an das Segelschiff, das 1620 die ersten Auswanderer nach Amerika brachte. Mit dem Segler von damals hat das neue High-Tech-Gefährt aber nur den Namen und die Route gemein.

Statt Passagieren hat das Schiff mit seinen drei Rümpfen jede Menge Technik an Bord, die Rolle des Kapitäns übernimmt Künstliche Intelligenz (KI), es ist mit Sonnenkollektoren bestückt. Auf seiner dreiwöchigen Reise vom britischen Plymouth nach Plymouth an der US-Ostküste soll die "Mayflower 400" die Verschmutzung des Meeres untersuchen, Plastik im Wasser analysieren und Meeressäuger aufspüren.

Auch die kommerzielle Schifffahrt könnte profitieren

"Ein Schiff ohne Menschen an Bord ermöglicht es Wissenschaftlern, ihr Beobachtungsgebiet zu erweitern", sagt Rosie Lickorish von IT-Konzern IBM, einem der Partner des Projekts. Noch seien 80 Prozent der Unterwasserwelt unerforscht. Dabei hätten die Ozeane den "stärksten Einfluss" auf das globale Klima, sagt Brett Phaneuf von der Organisation ProMare und einer der Initiatoren des Projekts.

Zahlreiche Technologie- und Dienstleistungsanbieter und hunderte Menschen hätten weltweit zu dem Projekt beigetragen, sagt Phaneuf. Ohne diese Zusammenarbeit hätte die "Mayflower 400" das Zehnfache der von ProMare investierten rund eine Million Dollar gekostet.

Die Non-Profit-Organisation will die bei der Atlantiküberquerung gesammelten Daten kostenlos Wissenschaftlern zur Verfügung stellen. Auch für die Zukunft der kommerziellen Schifffahrt könnten die Erfahrungen aus dem Projekt von Nutzen sein.

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Entwicklung des "Smart Captain" dauerte eine Weile

Die Jungfernfahrt des intelligenten Schiffs musste wegen der Pandemie um mehrere Monate verschoben werden. Weil keine Menschen an Bord sind, gibt es einen wichtigen Vorteil:

Auf der Reise wird sich niemand an Bord langweilen, müde oder krank werden.
Brett Phaneuf, ProMare

"Sie kann also so lange dauern, wie es für die Wissenschaft nötig ist", so Phaneuf im Hafen des Abfahrtsortes.

Nach einem Jahr Bauzeit war das 15 Meter lange und neun Tonnen schwere Boot fertig. Die Entwicklung des "Smart Captain", der künstlichen Intelligenz an Bord, dauerte länger. Der Computer musste erst anhand tausender Fotos lernen, Hindernisse auf dem Meer zu erkennen. Auf See wurde das Schiff darauf trainiert, Zusammenstöße zu vermeiden.

Noch kein Test in rauer See

Indem verschiedenste Szenarien durchgespielt werden, könne das Schiff zwischen "sicheren und unsicheren" Manövern unterscheiden lernen, erläutert Softwareingenieur Ollie Thompson. Bei Fehlern könne es sich selbst korrigieren "und dadurch selbständig dazulernen". Allerdings wurde die "Mayflower 400" noch nicht in rauer See getestet. Bei Simulationen meisterte sie bisher 50 Meter hohe Wellen.

Auch für die wissenschaftlichen Experimente ist die Künstliche Intelligenz des Bootes entscheidend. "Sie wurde hunderte Stunden mit Audiodaten darauf trainiert, Meeressäuger zu erkennen", sagt Lickorish.

Obwohl das Schiff völlig autonom seinen Weg über den Atlantik finden soll, wird es ein Team vom Festland aus rund um die Uhr überwachen - immer bereit, im Notfall Kapitän KI beizustehen.

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