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Schutz von Kindern im Netz - Versuchtes "Cybergrooming" wird strafbar

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Der Bundestag hat schärfere Regeln beim Vorgehen gegen Kinderpornografie im Internet beschlossen. Dabei soll auch der Versuch des "Cybergroomings" strafbar werden. Ein Überblick.

Schützen Gesetze vor Missbrauch?

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Die Änderung des Strafgesetzbuches steht fest: Der Bundestag hat entschieden, dass künftig auch der Versuch des Cybergroomings strafbar ist. Somit macht sich auch strafbar, wer ein vermeintliches Kind kontaktiert, obwohl sich in Wirklichkeit ein erwachsener Ermittler dahinter versteckt. Außerdem ist es den Beamten nun erlaubt, mit richterlicher Genehmigung kinderpornografisches Material künstlich herzustellen, um es in betroffenen Foren zum Tausch anzubieten. Dieser Tausch ist häufig notwendig, um Zugang zu kinderpornografischen Chatrooms im Darknet zu erhalten.

Was ist Cybergrooming?

Cybergrooming bezeichnet das gezielte Ansprechen von Kindern im Internet mit der Intention, sexuelle Kontakte anzubahnen. Es ist also eine Handlung zur Vorbereitung eines sexuellen Missbrauchs. Für die Täter ist es über das Internet sehr einfach, ungestört Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen aufzunehmen. Dabei gehen sie ganz strategisch vor: Die Täter suchen den Kontakt zu Minderjährigen, gewinnen deren Vertrauen, verdrehen ihre Wahrnehmung und sorgen dafür, dass sie sich niemandem - außer ihnen - anvertrauen. Durch das so gewonnene Vertrauen wird die Ausführung der Tat sodann erst ermöglicht.

Was hat das Gesetz bisher zu Cybergrooming vorgesehen?

Mit einem Kind im Internet aus sexuellem Interesse in Kontakt zu treten, ist gemäß Strafgesetzbuch strafbar (§176 Absatz 4 Nr. 3 StGB). Werden Täter gefasst, haben sie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren zu rechnen. Der Versuch des Cybergroomings stand bisher nicht unter Strafe.

Das gilt auch in Fällen des sogenannten "untauglichen Versuchs", bei dem der Täter lediglich glaubt, sexuellen Kontakt zu einem Kind aufzubauen, allerdings ein Erwachsener hinter dem Bildschirm sitzt.

Was wird geändert?

Verdeckte Ermittler versuchen immer häufiger, den Täter zu überführen, indem sie sich als Kind ausgeben und in Kontakt mit dem Pädophilen treten. Der Täter blieb allerdings bisher straffrei. In Zukunft soll deshalb auch der Versuch strafbar sein, in dem der Täter Kontakt zu dem "Scheinkind" aufnimmt - er also bloß denkt, mit einem Kind zu kommunizieren. Laut Bundesregierung zeige der Täter auch beim Versuch die Absicht, das betroffene Kind zu sexuellen Handlungen zu bewegen oder mit ihm kinderpornografische Inhalte herzustellen. Hier komme bereits die kriminelle Energie des Täters zum Ausdruck, weshalb eine Bestrafung in diesem Stadium sachgerecht erscheint.

Wie oft kommt es dazu?

Durch die steigende Nutzung digitaler Dienste ist die Zahl an Cybergrooming-Fällen in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Im Jahr 2018 waren laut polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 1.391 Kinder in Deutschland Opfer von Cybergrooming. Ein Anstieg um 28,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl an aufgedeckten Fällen der Kinderpornografie stieg um 14 Prozent an.

Das Bundeskriminalamt weist allerdings darauf hin, dass nicht alle Fälle bekannt werden, viele werden nur zufällig - meist durch Eltern - entdeckt. Die Dunkelziffer im Bereich Cybergrooming ist hoch. Eine konkrete Fallzahl ist deshalb nicht zu nennen. Auch deshalb werden immer mehr verdeckte Ermittler im Darknet tätig, wo Hersteller von Kinder- und Jugendpornografie primär ihr Schaffen veröffentlichen.

Die wichtigsten Begriffe zum Thema sind hier kurz erklärt:

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