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Telekom Hauptversammlung - Vollmundiges 5G-Versprechen

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Auf der Hauptversammlung der Telekom dürfte auch der 5G-Ausbau Thema sein. Hier meldet der Konzern schnelle Erfolge. Nach Ansicht mancher Experten sieht die Realität anders aus.

5G
Analysefirmen stellen fest: Der Anteil von 5G in den deutschen Städten liegt bei nicht einmal 14 Prozent.
Quelle: dpa

Baustellen hat die Telekom viele - und das ist ganz wörtlich gemeint. Denn der nächste Schub der digitalen Mobilität kommt unter dem Kürzel 5G daher. So nennt sich bekanntlich der künftige Mobilfunkstandard. Der soll mit höheren Übertragungsraten die Kommunikation mit großen Datenmengen beschleunigen und das Internet der Dinge möglich machen.

"Wir haben geliefert - schneller als geplant", funkte der Magenta-Konzern vor wenigen Tagen eine Erfolgsmeldung über alle möglichen Kanäle. Deutschland-Vorstand der Telekom, Srini Gopalan setzte mit einem neuen Meilenstein nach:

90 Prozent 5G-Abdeckung für die Menschen in Deutschland bis Ende dieses Jahres.
Srini Gopalan, Telekom-Vorstand Deutschland

Schon jetzt seien 80 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgt. Allerdings zeichnen Studien von der realen 5G-Abdeckung ein anderes Bild.

Beim neuen Hochleistungs-Netz 5G gab es Ende 2020 noch klare Defizite.

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Im weltweiten 5G-Vergleich hinkt Deutschland hinterher

"Das scheint mir sehr hoch gegriffen", sagt Bernd Theiss, Leiter Test und Technik von "connect", einer Fachzeitschrift für Telekommunikation. Die überprüft ständig den Stand der Netzabdeckung mit den unterschiedlichen Mobilfunkstandards.

Wenn man sich das anschaut, dann kommt man in den Städten für alle drei Netzbetreiber zusammen auf 13,3 Prozent 5G-Anteil. Der größte Teil der städtischen Fläche Deutschlands ist nach unseren jüngsten Messungen also noch 5G-frei.
Bernd Theiss, Zeitschrit "connect"

Mit Smartphone-Apps, die im Hintergrund Übertragungsraten messen, können Analysefirmen Übertragungsgeschwindigkeiten - und damit den verfügbaren Standard nachvollziehen. Mit dem Ergebnis von nicht einmal 14 Prozent 5G-Anteil in den Städten hinkt Deutschland Ländern wie der Schweiz oder Südkorea hoffnungslos hinterher.

"Den Goldstandard realisiert Südkorea", stellt Bernd Theiss fest. Denn dort ist 5G in Städten und Vorstädten fast lückenlos Realität. Die Eidgenossen in der Schweiz sind mit einer städtischen 5G-Versorgung von rund 70 Prozent Südkorea auf den Fersen.

Der chinisische Konzern Huawei würde gern das Mobilfunknetz 5G in Deutschland bauen, aber in der Politik regt sich Widerstand.

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Funklöcher auf dem Land sollen verschwinden

Während die virtuelle 5G-Realität hierzulande also noch auf sich warten lassen dürfte, ist man zudem auch noch damit beschäftigt, die weißen Flecken komplett digitaler Unberührtheit von der Deutschlandkarte verschwinden zu lassen. Experten schätzen, dass es noch immer rund 4.000 solcher ländlicher Regionen gibt; vielleicht sind es sogar mehr.

Diese Flecken hatten die großen Telefonkonzerne in den vergangenen Jahren vernachlässigt: Ländliche Bereiche technologisch zu erschließen ist wenig lukrativ. Mittlerweile ist die Bundesregierung in die Bresche gesprungen. Sie hat im vergangenen Jahr beschlossen, 1,1 Milliarden Euro in die Hand zu nehmen, um die verbliebenen Funklöcher zu schließen.

Wir messen jedes Jahr Fortschritte, die aber kleiner werden.
Bernd Theiss, Zeitschrift "connect"

"Wir sind noch weit davon entfernt, einen Ausbau zu haben, wie er in anderen Ländern herrscht", so Theiss von "connect".

Starkes Umsatzwachstum bei der Telekom

Fragen zum Netzaufbau und dem Stand von 5G könnten heute auf der Aktionärsversammlung der Telekom Thema sein. Ein anderes dürften Fragen zum neuen Vergütungssystem für Vorstände des Bonner Konzerns sein. Das soll von den Aktionären beschlossen werden. Es sieht eine Vergütung gewöhnlicher Vorstände von bis zu 5,5 Millionen Euro vor, für den Chef Tim Höttges sogar bis zu 8,5 Millionen. Angeblich hatte der im Vorfeld noch mehr gefordert.

Jedenfalls blickt die Telekom auf ein durchaus erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Der Umsatz stieg dank einer Fusion der US-Tochter mit dem Rivalen Sprint um 25 Prozent auf rund 101 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss legte um über 15 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren - mit einer unveränderten Dividende von 60 Cent pro Aktie.

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