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Keine Belege für Antifa-Verschwörung

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Trump-Tweet im Faktencheck - Keine Belege für Antifa-Verschwörung

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US-Präsident Trump stellt die haltlose Behauptung auf, der verletzte Demonstrant von Buffalo sei "Antifa-Provokateur". Aufgeschnappt hat er das bei Medien von zweifelhaftem Ruf.

Tweet von Donald Trump
Erneut verbreitet US-Präsident Trump auf Twitter haltlose Behauptungen.
Quelle: Twitter

US-Präsident Donald Trump irritiert erneut mit Aussagen zu den andauernden Protesten gegen Polizeigewalt.

Was behauptet Trump?

Am Dienstag twitterte Trump den unbelegten und nach bisherigen Informationen unhaltbaren Vorwurf, der 75-jährige Aktivist, der vergangene Woche bei einer Demonstration in der Stadt Buffalo von Polizisten schwer verletzt wurde, könnte ein "Antifa-Provokateur" gewesen sein.

Videoaufnahmen, über die auch ZDFheute berichtete, zeigen, wie Polizisten den Demonstranten Martin Gugino stoßen, er fällt und verletzt sich dadurch schwer am Kopf. Gegen zwei der beteiligten Beamten wurden Ermittlungen eingeleitet.

Bei Protesten in Buffalo haben Polizisten einen 75-Jährigen verletzt. Ein Video zeigt, wie ein Polizist den Mann stößt, der daraufhin stürzt.

Beitragslänge:
1 min
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Trump mutmaßt, Gugino halte einen "Scanner" in der Hand, um damit "Polizeikommunikation zu blockieren". Er sei "härter gefallen, als er gestoßen wurde", so Trump.

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Ist an diesem Vorwurf irgendetwas belegbar?

Nein. Seit mehreren Tagen untersuchen Lokalmedien in Buffalo wie "WKBW" oder "Buffalo News" den Vorfall und haben mit Menschen gesprochen, die Gugino kennen. Er sei bei mehreren lokalen Hilfsorganisationen aktiv und "seit langer Zeit ein friedlicher Demonstrant und Fürsprecher für Menschenrechte", so sein Anwalt Kelly V. Zarcone in einer Stellungnahme.

Weder Polizeiermittlungen noch lokale Medienberichte belegen bislang, dass sich Gugino bei Antifa, oder anderen teils militanten, linksextremistischen Gruppen engagiert haben könnte.

Es sei kein "Scanner", sondern lediglich ein Mobiltelefon, das Gugino in der Hand halte, schreibt die "Washington Post", die auch andere Aspekte des Trump-Tweets überprüft hat.

Die britische BBC zitiert den IT-Sicherheitsexperten Alan Woodward von der Universität Surrey, der anmerkt, wolle man Funkgeräte der Polizei blockieren, benötige man andere technische Gerätschaften:

Mit Blick auf das Stören von Polizeifunk haben Mobiltelefone schlicht keine Bauteile, die auf diesen Frequenzen funktionieren.
Prof. Alan Woodward, Universität Surrey
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Woher hat Trump diese Falschinformationen?

Kurz bevor Präsident Trump seinen Tweet abschickte, lief ein Bericht mit nahezu identischem Inhalt auf dem rechtskonservativen US-Sender "One America News Network" (OANN). In seinem Tweet verlinkte Trump ebenfalls den Twitter-Kanal des Senders – ein direkter Zusammenhang ist also sehr wahrscheinlich.

Eine Moderatorin des Senders kündigte den Beitrag mit der unbelegten These an, dass Gugino "etablierte Antifa-Taktiken" angewandt hätte. Der Bericht selbst unterstellt Gugino, er könnte Teil einer "Antifa-Provokation unter falscher Flagge" sein.

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Als Quelle führt der "OANN"-Bericht den obskuren rechtskonservativen Onlineblog "The Conservative Treehouse" an, wo eine zusammenhangslose Sammlung an Fotos und Social-Media-Zitaten zu Gugino veröffentlich wurde.

Der Fernsehbericht enthält auch ein Video, das Gugino zeigen soll, wie er mit anderen Demonstranten diskutiert. In welchem Kontext dieses Video aufgenommen wurde, ist unbekannt. Einen Plan Guginos, gezielt einen Konflikt mit Polizisten zu suchen, belegt es nicht.

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Wie glaubwürdig ist das "One America News Network"?

Der Autor des "OANN"-Fernsehberichtes, der russisch-amerikanische Journalist Kristian Rouz, hat laut Recherchen der US-Nachrichtenseite "Daily Beast" parallel zu seiner Tätigkeit bei OANN auch für russische Staatsmedien wie "Sputnik" gearbeitet. Auch die "New York Times" berichtete darüber.

In seinen "OANN"-Berichten habe er dabei wiederholt Verschwörungsmythen über US-Politiker wie Hillary Clinton und angebliche Verstrickungen zu militanten linken Organisationen verbreitet.

Auch der bekannte Satiriker John Oliver thematisierte im April die unprofessionellen Arbeitsweisen von "OANN" und ihren großen Einfluss auf den US-Präsidenten in seiner Sendung "Last Week Tonight".

Fazit

Es existieren keine belastbaren Belege für die Theorien des US-Präsidenten. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche Nachrichtenredaktionen, die seine Thesen überprüft haben. Trump bezieht sich auf eine Quelle, die in der Vergangenheit bereits häufig Falschinformationen verbreitet hat.

Vom Politmagazin "Politico" auf den jüngsten Tweet angesprochen, reagierten auch zahlreiche republikanische Parteikollegen Trumps irritiert. "Oh Gott, ugh", seufzte etwa die Senatorin Lisa Murkowski.

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