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Trump im Visier der Online-Plattformen

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Kampf gegen Hass im Netz - Trump im Visier der Online-Plattformen

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Der Twitch-Kanal gebannt, eine große Unterstützer-Gruppe bei Reddit dicht gemacht: Online-Plattformen gehen vermehrt gegen Inhalte des US-Präsidenten vor.

Soziale Netzwerke gegen Trump
Soziale Netzwerke stemmen sich gegen Hatespeech
Quelle: dpa

Wer aktuell den Twitch-Kanal von US-Präsident Donald Trump besuchen will, bekommt nur eine Fehlermeldung zu sehen:

Trump-Kanal bei Twitch
Trump-Kanal bei Twitch

Der Kanal wurde vorübergehend gesperrt. Grund dafür sind Hassinhalte und der Verstoß gegen die Community-Richtlinien der Plattform, wie mehrere US-Medien am Montag unter Berufung auf eine Twitch-Sprecherin berichteten. Konkret geht es um zwei Videos von Trumps Wahlkampfveranstaltungen, in denen er unter anderem Mexikaner als Vergewaltiger und Kriminelle bezeichnete.

Auf Twitch, das zum Amazon-Konzern gehört, werden normalerweise Videospiele gestreamt. Die Plattform verzeichnete in den letzten Monaten im Schnitt über zwei Millionen Zuschauer pro Tag.

Reddit verbannt Gruppen von Trump-Anhängern

Auch andere Plattformen gehen gegen Inhalte des Präsidenten oder seiner Anhänger vor: Twitter hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Beiträge des Präsidenten mit Warnhinweisen versehen, etwa weil sie nach Einschätzung des Netzwerks zu Gewalt aufgerufen hätten. Andere Postings wurden mit Links zu Faktenchecks markiert und so als Falschaussagen deklariert.

Twitteraccount von Donald Trump

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von Oliver Klein

Die Online-Plattform Reddit will ebenfalls die Verbreitung von hasserfüllten Inhalten bekämpfen und hat daher eine bei vielen Trump-Unterstützern beliebte Gruppe geschlossen. Neuen Regeln zufolge sollen Nutzer, die hasserfüllte Botschaften, wie zum Beispiel rassistische Inhalte, posten, künftig gesperrt werden, wie die Plattform am Montag erklärte. Zunächst würden 2.000 Gruppen gesperrt, von denen die meisten inaktiv seien.

Die Gruppe "The_Donald" habe wiederholt gegen die Regeln des Forums verstoßen, erklärte Reddit. Die Moderatoren hätten sich geweigert, "unsere einfachsten Erwartungen zu erfüllen". Der "New York Times" zufolge hatte die Gruppe zuletzt knapp 800.000 Mitglieder. Viele der Mitglieder waren jedoch inaktiv und schon zu anderen Plattformen weitergezogen. Kritiker bemängeln daher, dass die Schließung zu spät komme.

Die Maßnahmen von Reddit betreffen nicht nur Trump-Inhalte, eine weitere große und eher linkslastige Gruppe ("Chapo Trap House") werde ebenfalls wegen anhaltenden Verstößen gegen die Richtlinien gesperrt. Die Plattform betonte, alle politischen Meinungen seien auf Reddit willkommen, aber alle Nutzer müssten sich an die Regeln halten.

Youtube sperrt Kanäle von Rechtsextremisten

Die zu Google gehörende Videoplattform Youtube hat mehrere Kanäle gesperrt: Von der Sperrung sind unter anderem Konten der bekannten Rechtsextremen Stefan Molyneux und Richard Spencer, sowie des früheren Leiters des Ku-Klux-Klan David Duke betroffen. Ein Youtube-Sprecher erklärte, auf den Kanälen sei entgegen der Plattform-Regeln unter anderem verbreitet worden, dass bestimmte Menschen anderen naturgemäß unterlegen seien. Jeder Kanal, der wiederholt gegen die Richtlinien verstoße, werde gelöscht.

Der Druck auf die Netzwerke wächst

Soziale Netzwerke waren zuletzt verstärkt unter Druck geraten, gegen Rassismus, Diskriminierung und Hassbotschaften vorzugehen. Besonders viel Aufmerksamkeit zog dabei Facebook auf sich. Zahlreiche Firmen - darunter auch bekannte Namen wie Coca Cola, Honda, Unilever und Starbucks - kündigten an, ihre Werbung in sozialen Netzwerken infolge der Debatte um Hassbotschaften bis auf weiteres auszusetzen.

Die Digital-Expertin Anke Domscheit-Berg plädiert für mehr Prävention bei Hass im Internet: "Die Zivilgesellschaft muss gestärkt werden, die solchen Hass bekämpfen kann."

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5 min
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Facebook war unter anderem dafür kritisiert worden, dass das Unternehmen - anders als Twitter - nicht gegen umstrittene Posts von Trump vorging. Zudem haben der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis und die darauffolgenden landesweiten Proteste der Debatte zu Rassismus in den USA deutlich Schwung verliehen.

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