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Hackathon "UpdateDeutschland" - Warum nicht einfach das Internet vorlesen?

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Keiner soll allein sterben, jeder Schüler Hilfe kriegen - beim Hackathon UpdateDeutschland werden Ideen gegen Probleme wie Einsamkeit und für digitale Teilhabe entwickelt.

Archiv: Frauen arbeiten mit Laptops, aufgenommen am 21.02.2017
Digitale Teilhabe für alle Menschen ist eines der großen Themen bei "UpdateDeutschland."
Quelle: dpa

Die Corona-Krise fühlt sich meistens an, als wären überall Probleme. Dabei sind auch überall Lösungen: Wenn viele ältere Menschen an der Digitalisierung nicht teilhaben können - warum liest man ihnen das Internet nicht am Telefon vor?

3.300 Menschen kommen am Wochenende bei "UpdateDeutschland" zu einem digitalen 48-Stunden-Hackathon zusammen, um eben diese Probleme zu lösen - Einsamkeit, Bildungsnachteile, schleppende Digitalisierung. Sprecher Johannes Tödte sagt:

Ob es um Vermarktung regionaler Lebensmittel oder Vereinbarkeit von Büro und Familie geht - Corona hat uns die Schwachstellen gezeigt.
Johannes Tödte, "UpdateDeutschland"

Nachfolge von #WirVsVirus

Deutschland braucht ein Update, Deutschland kriegt ein Update: In den 48 Stunden kommen auf einer digitalen Plattform 500 Teams und Initiativen, 2.500 einzelne Teilnehmer*innen und Expert*innen sowie 300 "Umsetzungspartner*innen" aus Verwaltung und Politik zusammen. "Bürgermeister*innen, Staatskanzleien und Digitalministerien sollen berichten, welche Probleme gelöst werden sollen", erklärt Tödte.

Diese "Herausforderungsgeber*innen" sollen sich dann mit passenden Teams zusammenfinden - oder mit Initiativen, die schon bestehen. UpdateDeutschland knüpft an #WirVsVirus, dem Hackathon der Bundesregierung von vor einem Jahr an. Viele Initiativen sind wieder mit dabei, um ihre Ideen weiterzuentwickeln und umzusetzen, eine davon ist "Silberdraht".

Deutschland rangiert auch nach der Corona-Krise bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich auf dem 18. Platz.

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Das Internet übers Telefon hörbar machen

22 Prozent der Bevölkerung sind über 65 und weniger als die Hälfte davon kann das Internet für sich nutzen - diese Zahlen haben Susanne Steigler überzeugt: Eine Lösung muss her. Und die klingt ganz einfach, ist aber technisch ziemlich komplex: Das Internet wird bei "Silberdraht" am Telefon vorgelesen. "Man kann die Nummer wählen, kommt in ein menschlich eingesprochenes Menü und kann dann verschiedene Punkte wählen", erklärt Steigler.

Zum Beispiel "Corona" oder "Wetter" - aber auch "Podcast" und "Unterhaltung".

Wir wollen jedem einen Zugang zu Informationen bieten.
Susanne Steigler, "Silberdraht"

Bei "UpdateDeutschland" will sie sich jetzt verstärkt mit Kommunen vernetzen und das Projekt für Städte realisieren - damit zum Beispiel Öffnungszeiten abgefragt werden können sowie lokale Angebote und Treffen für ältere Menschen.

Niemand soll allein sterben

Ebenfalls bei #WirVsVirus schon dabei war der "SterbeNotruf" - eine Idee aus der Pandemie. "In Italien gab es sterbende Corona-Infizierte, die ihre Angehörigen nicht sehen konnten", erzählt Tim Komischke, Gründer von SterbeNotruf Deutschland.

Es gebe natürlich die Telefonseelsorge und Hospize, aber einen barrierefreien Zugang für Sterbende und deren Angehörige nicht. "Diese Versorgungslücke wollen wir schließen", sagt Komischke.

Hausaufgabenhilfe für alle

Ein echtes Corona-Problem: Viele Schüler*innen werden beim Homeschooling abgehängt und haben Schwierigkeiten. Bei "naklar.io" sollen nicht nur ihre Fragen beantwortet, sondern auch "Ehrenamt neu gedacht werden", sagt Initiator Sebastian Scott. "naklar.io" verbindet Schüler*innen per Chat mit Tutor*innen - Student*innen, Lehrer*innen, Rentner*innen. Seine Beobachtung:

Nachhilfe ist ein Riesenthema, aber die können sich nicht alle leisten.
Sebastian Scott, "Na.Klar"

"Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die in der Corona-Krise helfen wollen, aber es fehlt irgendwie das Medium," so Scott weiter. Jeder könne bei "naklar.io" Tutor*in werden und selbst festlegen, wie viel und wie lange er oder sie aktiv sein möchte.

Krisenkommunikation und schnelle Fakten

Welche Maßnahmen gelten wo? Das war und ist in der Corona-Pandemie eine häufig gestellte Frage. Die soll in Zukunft die App "DEalog" beantworten. "Bürger*innen bekommen auf ihren Ort zugeschnittene Informationen von verlässlichen Quellen", erklärt Produktmanager Thomas Gaiser. Langfristig könnte die App in die Krisenkommunikations-App "Nina" integriert werden und auch über Corona hinaus über Waldbrände und Überschwemmungen informieren.

Faktenchecks komponieren und schnell teilbar machen - das findet Katharina Klimkeit von "Facts for Friends" in der Pandemie besonders wichtig. "Es gibt tolle Faktenchecks, aber die sind häufig lang und kompliziert", sagt sie. "Facts for Friends" greife auf die Inhalte zu und bringt sie in eine schnell les- und teilbare Form.

Die Teilnehmer*innenliste bei "Update Deutschland" ist lang und man könnte noch viele aufzählen - es gibt Ideen mit Slogans wie "Bauernhof statt Altenheim" und welche zu Rassismus, Klimawandel und Nachbarschaftshilfe. Welche Ideen sich bei UpdateDeutschland am Ende wie weiterentwickeln werden - das steht dann Sonntagnachmittag fest.

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