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Neue Funktionen geplant : WhatsApp kämpft um seine Nutzer

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WhatsApp ist mit einer neuen großen Werbe-Kampagne und neuen Funktionen für mehr Privatsphäre in die Öffentlichkeit gegangen. Welche Strategie steckt dahinter?

Das Logo der Messenger-App Whatsapp. Symbolbild
Der Messengerdienst WhatsApp will mit einer Werbe-Kampagne und Wegwerfnachrichten sein Image verbessern.
Quelle: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Das hatten sie eigentlich nie nötig: Werbung brauchte WhatsApp nicht. Fast jeder hat die App ohnehin auf dem Smartphone. Aber jetzt ist der weltweit meistgenutzte Messenger umgeschwenkt: Am Montag hat das Tochterunternehmen vom Tech-Riesen Facebook seine erste internationale Marketing-Kampagne gestartet.

Zunächst sollen die Menschen in Deutschland und Großbritannien von den Vorzügen der WhatsApp-Verschlüsselung überzeugt werden. Die zugrundeliegende Botschaft mehrerer, teils unveröffentlichter Werbeclips, die wir vorab sehen konnten: WhatsApp sei sicher. Wer dort chatte, chatte privat. Dafür sorge die Ende-zu-Ende Verschlüsselung. Was die Kampagne freilich verschweigt: Ende-zu-Ende Verschlüsselung bieten auch viele andere Messenger-Dienste: 

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Im Zuge der Kampagnen hat WhatsApp auch neue Funktionen vorgestellt, die die Privatsphäre der User besser schützen sollen:

  • View Once: Nachrichten sollen nur einmal angeschaut werden können. Danach werden sie automatisch gelöscht. Das könne zum Beispiel nützlich sein, wenn man Familienmitgliedern ein Passwort schicken muss, sagte WhatsApp-Chef Will Cathcart der dpa.
  • Disappearing Mode: Die Funktion gibt es laut WhatsApp schon seit vergangenem Sommer, sie soll nun aber ausgeweitet werden. Nutzer sollen einstellen können, ob Nachrichten in einem Chat nach einigen Tagen automatisch verschwinden.

Man wolle damit, so WhatsApp in einem Statement, Chats so lebensnah wie persönliche Gespräche gestalten. Wann genau die neuen Funktionen für die Nutzer verfügbar sein sollen, wollte uns WhatsApp auf Nachfrage nicht verraten.

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Der Messenger ist unter Druck geraten. Anfang des Jahres hatte die Ankündigung, die Nutzungsbedingungen zu ändern, für einen Aufschrei bei vielen der gut zwei Milliarden Nutzern gesorgt. Das Update soll die Kommunikation von Unternehmen mit Nutzern auf WhatsApp vereinfachen. Datenschützer befürchten aber, dass im Windschatten dieser Änderungen Facebook mehr Zugriff auf die Daten von WhatsApp-Nutzern bekommen könnte.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar erließ deshalb sogar eine Anordnung, die Facebook die Weiterverarbeitung von WhatsApp-Nutzerdaten verbietet. "Die Untersuchung der neuen Bestimmungen hat gezeigt, dass die enge Verbindung zwischen den beiden Unternehmen weiter ausgebaut werden soll, damit Facebook die Daten der WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer jederzeit zu eigenen Zwecken verwenden kann", hieß es damals.

Facebook erkennt die Anordnung nicht an, da sie auf einem "fundamentalen Missverständnis" beruhe. Ausgestanden ist der Konflikt noch nicht. Der Europäische Datenschutzausschuss soll demnächst entscheiden.

Neue Geschäftsstrategie: Pizza per WhatsApp bestellen?

Die Negativ-Schlagzeilen sorgten auch dafür, dass die Downloadzahlen von Konkurrenten durch die Decke gingen. Könnte WhatsApp mittelfristig seine Stellung als beliebtester Messenger in Deutschland verlieren? Matthias Mehner glaubt das nicht. Er berät Unternehmen im Messenger Marketing und steht mit Vertretern der verschiedenen Messenger-Dienste im Kontakt. "Die Schwelle liegt einfach zu hoch." Wer WhatsApp den Rücken kehre, würde damit viele Kontakte verlieren. Die Kita-Gruppe, die Familien-Gruppe - alles auf WhatsApp.

Dennoch, sagt Mehner, sei es für WhatsApp wichtig, Vertrauen zurückzugewinnen. Denn sonst könnte die zukünftige Geschäftsstrategie in Gefahr geraten: Der Messenger will sich für Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen öffnen. Nicht damit diese Werbung schalten, wie bei den anderen Facebook- Produkten. Sondern um über WhatsApp ihr Geschäft abzuwickeln. Pizza bestellen per WhatsApp statt bei Lieferando - das ist die Idee.

Stephan Mündges ist Redakteur im ZDF heute journal. Er berichtet schwerpunktmäßig über Digitalthemen. Der Autor auf Twitter: @muendges

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