Unser Ahnenforscher Markus Weidenbach

Er ist der Experte, wenn es darum geht, Familiengeschichten auszugraben. Und er hat ein paar Tipps, wie Sie selbst Ihre Ahnen finden können.

Ahnenforscher Markus Weidenbach
Ahnenforscher Markus Weidenbach Quelle: zdf

Für die "drehscheibe"-Reihe "Geneal - Endlich Ahnung von den Ahnen" hat sich der Genealoge Markus Weidenbach mit Moderator Tim Niedernolte auf Spurensuche begeben. Die Geschichte von vier Familien aus dem Westerwald haben sie erforscht. Dabei ist der Ahnenforscher auf spannende Details gestoßen - von der Hexenverfolgung bis zum Millionär Rockefeller.

Fasziniert vom "Ahnen-Puzzle"

Auch abseits der Fernsehkamera ist es sein Job, Licht ins Dunkel von (Familien-)Geschichte zu bringen. Dabei setzt Markus Weidenbach viele Puzzleteile zu einem Bild zusammen. Bereits mit 17 Jahren hat ihn das "Forscher-Virus" gepackt. Bis er diese Leidenschaft auch als Beruf ausübte, hatte er schon viel zu seiner eigenen Familiengeschichte zusammengetragen. Das "Dechiffrieren" von Original-Quellen in den Archiven, das detektivische Zusammentragen aller Spuren und Zusammenfügen des "Ahnen-Puzzles" fasziniert ihn bis heute. Dabei hätte er fast einen ganz anderen Weg eingeschlagen und wäre Chemiker geworden.

Auf Quellensuche

Mittlerweile hat er mehrere Ortsfamilienbücher veröffentlicht, arbeitet in genealogischen Vereinen mit und wurde vom Fernsehen entdeckt. Seine Recherchen konzentrieren sich auf das Rheinland, die Pfalz, Hessen und Westfalen. Aber auch in polnischen oder französischen Archiven hat er schon geforscht. Dabei beschäftigt er sich hauptsächlich damit, alte und fremdsprachliche Texte zu transkribieren (also u.a. alte Schriften in unsere heutige zu übertragen) und Texte zu übersetzen. Er wälzt täglich diverse Quellenarten, die Aufschluss über die Geschichte geben: z.B. Kirchen-, Gerichts-, Grundbücher, Steuerakten oder Ratsprotokolle.

Fünf Tipps des Genealogen für Ihre eigene Forschung

1) Definieren Sie ein konkretes Ziel!
Was wollen Sie wissen und welche Form wähle ich dafür?
z.B. -Nachkommentafel ("Stammbaum")
-Vorfahrenstammbaum ("Ahnentafel")
-Familienchronik
-Biographie
Tipp: Dabei nicht verzetteln und nicht Zusammenhänge suchen, wo keine sind!
(z.B. "Ich suche alles über DIE Schmitz in Köln.")

2) Befragen Sie lebende Verwandte!
-tragen Sie Urkunden, Stammbücher, Briefe, Testamente, Fotos usw. zusammen
-sammeln Sie auch mündliche Überlieferungen
Tipp: Manchmal steckt in der "Gerüchteküche" ein Fünkchen Wahrheit!

3) Gehen Sie systematisch vor!
Nämlich nach dem Prinzip „Durchhangeln“:
a) zuerst Geburtsurkunde
b) dann Heiratsurkunde dieser Eltern
c) deren beiderseitige Geburten usw.
Tipp: Nicht leichtfertig eine Generation überspringen!

4) Woher kommt meine Information?
-Notieren Sie immer, aus welcher Quelle eine Information stammt, damit man sie später noch prüfen und vergleichen kann.
-Handschriftliche Quellen sollten transkribiert bzw. übersetzt werden
(Latein und Französisch sind nur Amtssprachen, keine Volkssprache).

5) Ordnung halten!
-Legen Sie Familienblätter an und nutzen Sie die Kekulé-Ahnenziffern (also System internationaler Nummerierung), um Verwechslungen zu vermeiden.
-Je mehr Material man zusammenträgt, desto mehr ist ein Ordnungsbegriff (z.B. nach Herkunftsgebiet) hilfreich.

Wichtig: Bringen Sie Geduld und Spürsinn mit.
Vernetzen Sie sich mit Genealogie-Vereinen.
Wenn Sie nicht mehr weiterkommen, suchen Sie Kontakt zu Experten
(Berufsgenealogen und/oder konkrete Anfragen an Archive)

In der Familienforschung gibt es keine Aufzüge, sondern nur Treppenstufen!

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