Europäer in Deutschland

Ein Blick in fremde Leben und Kochtöpfe

Im Mai wählen wir Europäer ein neues Parlament. Aber was bedeutet Europa für uns Deutsche? Was bedeutet die Union für Menschen aus anderen europäischen Ländern, die in Deutschland leben? Vier Europäer zeigen uns ihr „deutsches“ Leben und wie sie kulinarisch ihre Heimat auf den Teller bringen.

Frankreich: Olivias Kirschauflauf

Olivia Ganslmayr stammt aus Südfrankreich, hat aber auch schon in Spanien und Italien gelebt und spricht fünf Sprachen. Mit ihren beiden Söhnen und ihrem deutschen Mann ist sie nun in Bremen angekommen. Sie selbst fühlt sich als Europäerin, legt aber großen Wert auf einen französischen Lebensstil. So versucht sie sich ihre französische Identität zu bewahren.
Der typisch französische Kirschauflauf "Clafoutis aux cerises" erinnert sie an ihre Kindheit. Damals pflückte sie auf dem Nachhauseweg von der Schule Kirschen, die ihre Mutter und Großmutter zum leckeren Auflauf verarbeiteten.

Griechenland: Nikis gefüllte Paprika

Niki Chatziparassidou lebt seit Ende der 60er Jahre in Deutschland. In München engagiert sie sich in einem Treffpunkt für griechische Migranten und verwöhnt die Menschen dort gerne mit griechischen Gerichten. Ihre Töchter sind in Deutschland aufgewachsen und haben mittlerweile eigene Familien – eine Tochter in Athen, die andere in Deutschland. So hält Niki engen Kontakt zu beiden Ländern und Kulturen.
Niki kocht besonders gerne gefüllte Paprika – ein typisch griechisches Gericht. Allerdings bekommt sie dafür nicht immer alle Zutaten in einem deutschen Supermarkt. Ihr Geheimtipp: Ein türkischer Gemüsehändler.

PLACEHOLDERSpanien: Felipes Paella

Felipe Riolobos Gonzales, Irene Muñoz Ovejero und Noemi López García arbeiten seit mehr als einem Jahr in einem Altenpflegeheim im hessischen Kelkheim. Hier haben sich die Spanier kennengelernt und angefreundet. In ihrer Heimat konnten sie trotz guter Ausbildung keinen Job finden. Mittlerweile ist auch Noemis Freund aus Spanien gekommen. Wie lange sie bleiben, wissen sie noch nicht, vielleicht bis zur Rente, vielleicht gehen sie wieder zurück, wenn sie in Spanien einen Job finden.
Nach Feierabend treffen sich die vier Freunde gerne zum Kochen. Dann gibt es oft das spanische Nationalgericht: Paella mit Tintenfisch und Garnelen.

Portugal: Anas Stockfisch

Ana Sequeira lebt seit 1963 in Hamburg. Hier sind ihre vier Söhne aufgewachsen. Mittlerweile arbeiten fast alle im Familienbetrieb – einem Großhandel für portugiesische Waren. Besonders gern schlendert Ana durch das Portugiesenviertel – ein Stück Heimat mitten in Hamburg, in dem jeder jeden kennt und sie gern ein Schwätzchen hält. Europa bedeutet für sie vor allem eins: Die Verbindung von Deutschland zu ihrer Heimat Portugal.
Zum Mittagessen serviert Ana dann am liebsten portugiesischen Stockfisch (Bacalhau) mit Faustschlag-Kartoffeln in Olivenöl. Diese heißen so, weil sie wirklich mit der Faust zerschlagen werden!

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