Ein großer Schritt für Neil Armstrong

Der Weltraumpionier feiert seinen 80. Geburtstag

Millionen Deutsche sitzen am 21. Juli 1969 vor ihrem Fernseher und verfolgen gebannt die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond. Neil Armstrong ist der Mann im weißen Raumanzug. Am 5. August feiert der Weltraumpionier seinen 80. Geburtstag.

Jedes Kind lernt seinen Namen in der Schule, in aller Welt sind Straßen und Gebäude nach ihm benannt. Eine Geburtstagsparty mit großem Brimborium wäre jedoch eine Überraschung. Lärm um seine Person kann der erste Mann auf dem Mond nicht leiden. Seit langen Jahren lebt Neil Armstrong zurückgezogen, schon kurz nach dem historischen Weltraumereignis begann er, sich in der Öffentlichkeit rar zu machen.

Erster Fußabdruck auf dem Mond


38 war Armstrong, als er 1969 vorsichtig den Fuß auf den Mond setzte und den legendären Satz sprach: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit." Mit dem ersten menschlichen Fußabdruck in einer außerirdischen Welt sicherte sich Armstrong einen Platz in der Geschichte.

"Houston, hier ist der Stützpunkt 'Meer der Ruhe'. Der Adler ist gelandet!", hatte er zuvor an die Bodenkontrolle gemeldet. Zusammen mit Kollege Buzz Aldrin verbrachte er etwa zweieinhalb Stunden damit, die Mondlandschaft rund um den Landeplatz zu erkunden. Die Oberfläche beschrieb er wie pulvrige Kohle: "Ich kann sie mit der Stiefelspitze aufwirbeln."

Frühe Leidenschaft zur Fliegerei

Armstrong, der deutsche und schottisch-irische Wurzeln hat, hat bereits früh seine Leidenschaft zur Fliegerei entdeckt. Geboren in Wapakoneta in Ohio soll er bereits als Zweijähriger von Flugzeugen fasziniert gewesen sein. Mit 16 brachte er es zur ersten Fluglizenz - noch vor dem Autoführerschein. Armstrong studierte dann Luftfahrt-Ingenieurwissenschaften, wurde Marineflieger und absolvierte 78 Kampfeinsätze im Koreakrieg.

Mitte der 50er Jahre begann eine mehrjährige Karriere als Testpilot. Über 50 verschiedene Maschinen erprobte Armstrong. Wiederholt kam er dabei in brenzlige Situationen - und erreichte bereits Höhen von über 62 Kilometern.

Erster Flug ins All

Aber er wollte noch höher hinaus, und 1962 war der erste Schritt erreicht: Die NASA akzeptierte Armstrong als Astronauten. 1966 gelang ihm als Chefpilot von "Gemini 8" das Andocken an ein unbemanntes Raumfahrzeug im Orbit - das erste Rendezvous im All.


Drei Jahre später ging dann der größte Traum in Erfüllung. Armstrong leitete die "Apollo 11"-Mondmission, steuerte die kleine Landefähre "Eagle" im Endanflug per Hand auf den Erdtrabanten und trat als erster aus der Luke, vor seinem Kollegen Buzz Aldrin.
Schon wenig später gab Armstrong jedoch das Ende seiner Astronautenkarriere bekannt. 1971 verließ er die NASA dann ganz, um acht Jahre als Professor an der University of Cincinnati Luft- und Raumfahrt-Ingenieurwissenschaften zu lehren. Danach nahm der in zweiter Ehe verheiratete Armstrong hier und da Sprecherfunktionen an und war Vorstandsmitglied in Unternehmen.

Zurückgezogenes Leben

Aber Fernsehauftritte gab es kaum. Und seit 15 Jahren weigert sich Armstrong partout, Autogramme zu geben. Er hatte herausgefunden, wie viel Geld damit und mit anderen Armstrong-Memorabilia gemacht wird. Auch sein langjähriger Friseur bekam seinen Unmut zu spüren, als er eine Haarsträhne seines prominenten Kunden verkaufte: Er musste den Erlös für einen guten Zweck stiften.

Aber so selten man auch von Armstrong hört: Als Präsident Barack Obama in diesem Jahr die Abkehr von einem neuen NASA-Mondprogramm verkündete, da konnte die Weltraumlegende doch nicht schweigen. Armstrong warnte in einem offenen Brief vor einem "Rückfall der USA in die Zweitklassigkeit" bei der Weltraumforschung. Mit 80 schlägt sein Herz noch immer für die Raumfahrt. Auf die Frage, ob er noch einmal zum Mond fliegen würde, antwortet Armstrong: "Ich denke nicht, dass ich die Chance kriege. Aber ich würde nicht sagen, dass ich nicht zur Verfügung stünde."

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