Mord an Lehrerin: 15 Jahre Haft für 21-Jährigen

Er tötete sie, weil sie seine Liebe nicht erwiderte

Die Tat war monatelang geplant. Der 21-jährige Stalker hatte sich in seine frühere Lehrerin verliebt. Die fühlte sich belästigt, verbot ihm den Kontakt. Er ließ nicht von ihr ab - und tötete sie. Jetzt muss der Mann 15 Jahre ins Gefängnis.


Das Landgericht Bremen ordnete am Montag außerdem die Einweisung in der Psychiatrie an. Der Mann leide an einer "schizotypen Persönlichkeitsstörung". Unser aufrichtiges Mitgefühl, der gesamten Kammer, des gesamten Gerichts, gilt Ihnen", sagte der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann. zu den Eltern des Opfers. Der Mann hatte sich in die Frau verliebt und ihr monatelang nachspioniert. "Sie war wie eine Droge für mich. Ich konnte nicht genug von ihr bekommen", sagte er vor Gericht aus. Am Tattag wartete er vor ihrer Wohnung und erstach sie auf der Straße.


Mit dem Urteil folgte die Kammer der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf zehn Jahre Haft wegen Totschlags plädiert. Regungslos nahm der 21-Jährige das Urteil entgegen. Reue hatte er im Prozess nicht gezeigt. Gutachter attestierten dem jungen Mann eine Persönlichkeitsstörung.

Monatelange Planung

Monatelang hatte er den Tod der Lehrerin eines Gymnasiums in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen geplant. Er tötete sie, weil sie seine Liebe nicht erwiderte. In der Oberstufe hatte er einen Bioethik-Kurs bei ihr besucht und sich in die hübsche Pädagogin verliebt. Diese fühlte sich jedoch von dem zudringlichen Schüler belästigt und verbot ihm den Kontakt.

15 Jahre Haft nach Mord an LehrerinEin halbes Jahr vor der blutigen Tat verließ der junge Mann das Gymnasium ohne Abitur und ging zur Bundeswehr. Trotzdem spionierte er der Biologie- und Chemie-Lehrerin weiterhin nach.

Peilsender und Pistolenattrappe

Am Morgen des 18. Dezember 2009 befestigte er auf dem Schulparkplatz einen Peilsender an ihrem Auto, um sie überwachen zu können. Dann wartete er in einem Gebüsch vor ihrem Haus. Er wollte sie mit einer Pistolenattrappe aus Holz in seine Gewalt bringen und mehrere Tage in ihrer Wohnung verhören, danach töten. 6.500 Fragen zu Liebe, Sex und ihrer Vergangenheit hatte er auf 26 Seiten notiert.


Doch dann wehrte sich die 35-Jährige, und er stach zu. Sie starb noch auf der Straße - vor den Augen von Passanten.

Das jetzige Urteil zieht für die Eltern der 35-Jährigen keinen Schlussstrich. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen den Schuldirektor, der ihre Tochter nicht ausreichend vor dem Schüler geschützt und sogar eine Stalking-Anzeige verhindert habe. "Wir sind der Meinung, dass man an der Schule nicht professionell damit umgegangen ist", betont der Vater. Er hofft, dass die Schule aus dem Fall lernt. "Unsere Tochter darf nicht umsonst gestorben sein."

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