Mutmaßlicher Mörder eines Ehepaars in Türkei gefasst

Experten: Keine Auslieferung nach Deutschland zu erwarten

Drei Jahre nach dem grausamen Mord an einem Ehepaar in der Nähe von Mainz hat die Polizei in der Türkei den mutmaßlichen Täter gefasst. Wie die Polizei in der südostanatolischen Provinzhauptstadt Adiyaman mitteilte, wurde der mutmaßliche "Mörder von Flonheim", Kenan Kütük, vergangenen Sonntag im Landkreis Gölbasi festgenommen. Er habe bei der Festnahme keinerlei Widerstand geleistet, sagte ein Polizeisprecher über Kütük.

Prozess wohl in der Türkei

Inzwischen sei Haftbefehl gegen Kütük ergangen; der etwa 40-jährige Mordverdächtige sitze in Untersuchungshaft. Der dringend tatverdächtige Mann war mit internationalem Haftbefehl gesucht worden.


Der türkische Nachrichtensender NTV meldete, Kenan Kütük solle nun an Deutschland ausgeliefert werden. Experten in der Türkei sagten aber, eine Auslieferung an die deutschen Behörden sei nicht zu erwarten. Der Fall sei schon vor längerem von der deutschen an die türkische Polizei übergeben worden. Nun werde Kütük wahrscheinlich vor ein türkisches Gericht gestellt. Wie andere Staaten auch liefert die Türkei eigene Staatsbürger grundsätzlich nicht an andere Länder aus.

Nach dem Doppelmord am 1. März 2004 hatte der Sohn des Ehepaares die blutüberströmten Leichen seiner Eltern entdeckt. Die Leichen wiesen Stichwunden und schwere Kopfverletzungen auf, die ihnen der Mörder vermutlich mit einem Hammer zugefügt hatte. Der jetzt verhaftete Tatverdächtige hatte im Sommer 2003 mit seiner damaligen Freundin im Haus des ermordeten Paares im Kreis Alzey-Worms gewohnt. Als die Ermittler nach der Tat Kontakt zu ihm aufnehmen wollten, war er verschwunden.

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