Wenn das Internet zur Falle wird

Tipps gegen Cybermobbing und Datenklau

Nachrichten | hallo deutschland - Wenn das Internet zur Falle wird

Gefälschte Wohnungsangebote, Abzocke mit Liebes-SMS oder Psychoterror durch Cybermobbing: Die weite Welt des Internets bietet Kriminellen eine ganz neue Plattform.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.12.2016, 08:20
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Das Bundeskriminalamt schlägt Alarm: Immer mehr Menschen werden Opfer von Internetkriminalität. 2012 wurden in Deutschland knapp 64.000 Fälle erfasst, so viele wie nie zuvor. Betrüger hacken Passwörter, plündern Konten und klauen persönliche Daten. Neben rein finanziellen Verlusten drohen emotionale Schäden: Cybermobbing, Identitätsdiebstahl und Heiratsschwindel auf Online-Dating-Seiten nehmen zu.

Gefahr durch Cybermobbing

Cybermobbing

Mia ist gerade 14 Jahre alt geworden, als das Mobbing beginnt. Auf dem Schulhof machen sich einige Schüler über sie und ihre Kleidung lustig. Das Internet kommt schnell dazu. In den so genannten "Social Media" wird Mia von Mitschülern beschimpft und lächerlich gemacht. „Mein Problem war Cybermobbing", erzählt das Mädchen später, "also, dass Leute blöde Kommentare über mich in sozialen Netzwerken gepostet haben. Mir ging es dabei sehr, sehr schlecht, so weit, dass ich anfing, an Selbstmord zu denken." 

 

Jeder kann Beleidigungen lesen

Besonders problematisch: Beleidigungen würden nicht nur einmal ausgesprochen. Sie stünden langfristig im Netz, so Catarina Katzer vom "Bündnis gegen Cybermobbing e.V." Die Demütigungen stehen öffentlich auf Mias Seite, jeder kann sie sehen und kommentieren. Das Mobbing verfolgt die Schülerin über das Internet bis nach Hause, sie beginnt, sich selbst zu verletzen.

Vielen Eltern ist nicht bewusst, welche Gefahren im Netz lauern. Auch Mias Eltern ahnen nichts. Obwohl sie immer ein enges Verhältnis zueinander hatten, weiß ihre Mutter nicht, wie sehr Mia leidet. Die Facebook-Seite ihrer Tochter hat sie seit Monaten nicht mehr gesehen.

Viele Schüler haben Erfahrungen mit Mobbing

Jeder PLACEHOLDER ist einer Studie zufolge schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden. Mias Geschichte sei deshalb auch typisch für das, was täglich tausende Jugendliche im Internet erleben, sagt Catarina Katzer.

Wichtig sei es für die Opfer, sich nicht zurückzuziehen, sondern offen über das Mobbing zu sprechen. Der enge Kontakt mit der Familie und mit Menschen, die gut zuhören können, seien dafür gute Voraussetzungen. Hilfe bieten auch Websites wie juuuport oder save-me-online. Auch das Bündnis gegen Cybermobbing gibt online Tipps.


Daten- und Identitätsdiebstahl nehmen zu

Auch Prominenz schützt nicht vor Internetkriminalität. Stars wie Christina Aguilera sind bei Hackern beliebte Opfer. 2010 knackte ein Krimineller das E-Mail-Postfach ihrer Stylistin, fand private Foto-Aufnahmen und stellte sie ins Netz.

Die deutsche Moderatorin Monica Ivancan musste erleben, wie ein Hacker sich Zugang zu ihren Facebook-Konten verschaffte. Als „Bachelorette“ im TV und Ex-Freundin von Oliver Pocher wurde Monica Ivancan bekannt. Seitdem steht sie in der Öffentlichkeit. Um Privates von Beruflichem zu trennen, hat sie auf Facebook eine öffentliche Fanseite und ein geheimes Profil.

Monica Ivancan

Zugriff auf Nachrichten, Kontake und Fotos

Als sie eines Abends an ihren Rechner geht, sind beide Konten gesperrt. Ein Unbekannter hatte ihren Account geknackt und damit Zugriff auf alle Nachrichten, Kontakte und Fotos. Während der Hacker ihre privaten Daten ausspioniert, ist Monica Ivancan von Facebook ausgesperrt. In der Anmeldemaske erscheint ein Fantasiename, das Passwort ist geändert.

Monica Ivancan hatte Glück im Unglück. Facebook sperrte ihr Profil für den Hacker und gab ihr ein neues Passwort. Ihre privaten Daten und Fotos sind bis heute nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Der Schock aber ist geblieben.

Jeder User hinterlässt unzählige Spuren im Netz

Facebook, Ebay, Online-Shops und Mail-Programme: Jeder Internet-User hinterlässt täglich seine Spuren im Netz. Cyberdetektiv und IT-Forensiker Karsten Zimmer weiß, wie leicht Profis Passwörter entschlüsseln und sich so Zugang zu fremden Konten und dort hinterlegten persönlichen Daten wie Adresse oder Bankverbindung verschaffen können. Schnell werden so ganze Identitäten kopiert und mit den privaten Daten Schindluder im Netz getrieben.

Bei seinen Recherchen stößt Carsten Zimmer oft auf das gleiche Problem. Viele Internetnutzer sichern ihre Daten schlecht bis gar nicht. "Meiner Meinung nach vergeben Menschen viel zu einfache Passwörter", so Zimmer, "weil sie nicht darüber nachdenken, was im Internet auf sie zukommt. Passwörter wie 123456, oder qwertz, das sind die ersten Buchstaben einer Tastatur, als Passwort. Sie denken einfach nicht darüber nach, welche Gefahren in Internet auf den einzelnen Benutzer lauern."

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