Wetterturbulenzen im Spätsommer

Regenrekord und Schnee im August

Der August 2010 war der nasseste seit Beginn der deutschen Wetteraufzeichnungen. Von "nahezu monsunartigen Wassermassen" spricht der Deutsche Wetterdienst (DWD). Am Montagmorgen haben sich auf dem Feldberg im Schwarzwald erste Schneeflocken gezeigt.

Nach Angaben des DWD kommt dies etwa alle acht Jahre auf dem höchsten Berg im Schwarzwald vor. Die Temperatur sank am frühen Morgen auf der dortigen Wetterwarte auf etwa ein Grad Celsius. Für richtige Winterfreuden hat es aber nicht gereicht. Die wenigen Schneeflocken tauten auf dem warmen Boden sofort wieder.

Deutschlandweite Regenrekorde

"Wir haben mehr als doppelt so viel Regen gemessen wie im langjährigen Mittel im August", sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche am Montag in Offenbach. Rund 157 Liter Niederschlag pro Quadratmeter sind im Durchschnitt im August gefallen; der Mittelwert vieler Jahre liegt bei 77 Litern. "Damit setzte sich dieser August mit großem Abstand an die Spitze der nassesten Monate seit 1881", stellen die Fachleute anhand der vorläufigen Messergebnisse von 2100 Stationen fest.

Fast überall seien Regenrekorde gebrochen worden, vereinzelt wurde sogar fünfmal so viel Niederschlag gemessen wie im Durchschnitt. Mit 343 Litern pro Quadratmeter wurde auf dem Großen Arber (1456 Meter) im Bayerischen Wald der Spitzenwert erreicht. Im sächsischen Bertsdorf-Hörnitz fielen am 7. August 101 Liter pro Quadratmeter. Die Folge: "Ein schweres Hochwasser der Lausitzer Neiße, mit teilweise verheerenden Schäden in zahlreichen Städten Sachsens und Brandenburgs."

Wenig Sonnenschein

Die zahllosen Tiefdruckgebiete, die in rascher Folge über Deutschland hinwegzogen, ließen nur durchschnittlich 134 Stunden Sonnenschein zu. Das waren 27 Prozent weniger als der Durchschnittswert von 197 Stunden. "Seit Beginn der Aufzeichnungen der Sonnenscheindauer (1951) war bislang nur der August 2006 trüber", heißt es im Monats-Rückblick.

Der Sommer, der für die Meteorologen von Juni bis August geht, war insgesamt aber nicht der nasseste aller Zeiten, sondern stark von Höhen und Tiefen geprägt. Das Regensoll sei ersten Erhebungen zufolge um 21 Prozent überschritten worden, sagte Kirsche.



Zum Wochenende soll das Wetter besser werden. "Es gibt keinen Hochsommer, der ist nicht in Sicht, aber es gibt auf jeden Fall Hoffnung auf besseres Wetter. Zum Wochenende bekommen wir immer mehr Hochdruckeinfluss, aber eben keine Höhenflüge mehr bei der Temperatur", so Inge Niedek, ZDF-Wetterexpertin.

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