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Sturm: Aus der Not eine Tugend machen

DEB-Team stark verjüngt zur Eishockey-WM

Nur noch zehn der Eishockey-Olympia-Helden gehen ab Freitag (20.15 Uhr gegen Dänemark) für Deutschland bei der WM in Dänemark an den Start. Mit dem stark verjüngten Team gab es in der Vorbereitung vier Siege und vier Niederlagen.

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Kurz vor dem Ernstfall hat Bundestrainer Marco Sturm seinen Spielern noch einmal eine Schonfrist gegeben: Drei Tage hatten sie frei, ein paar Nächte durften die Nationalspieler zu Hause schlafen, bevor sich der Tross des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach einer langen Vorbereitungsphase am Dienstag auf den Weg nach Herning gemacht hat, um dort ab Freitag gegen Gastgeber Dänemark in die WM zu starten.

Notwendige Pause

Die freien Tage haben die Eishockey-Cracks auch gebraucht. Insgesamt einen Monat hat Sturm seine Mannen gedrillt. Unter den vier Siegen in der Vorbereitung hat es einen überraschenden Erfolg gegen Olympiasieger Russland gegeben. Zuletzt aber musste das Team gegen den krassen Außenseiter Südkorea nur mit einem mühsamen 4:3-Sieg nach Verlängerung vorlieb nehmen. „Es hat viel Auf und Ab gegeben”, sagt Sturm selbstkritisch. „Wir haben noch einiges zu tun.” Er weiß: Die Erwartungen an seine Mannschaft sind nach dem sensationellen Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen hoch – doch die Voraussetzungen für die WM könnten besser sein.

Denn nach dem Überraschungserfolg von Südkorea hat Sturm seine Mannschaft stark umbauen müssen. Nur noch zehn der Silber-Helden stehen ihm zur Verfügung – erstmals in seiner Amtszeit hat es Absagen gehagelt. Die Routiniers Patrick Reimer, Christian Ehrhoff und Marcel Goc haben nach dem unerwarteten Triumph ihre Nationalmannschafts-Karriere beendet. Andere sind, wie Sturm sagt, „einfach müde, auch mental”. So haben sich nach dem Titelgewinn in der Deutschen Eishockey-Liga in Danny aus den Birken, Frank Mauer, Daryl Boyle und Brooks Macek gleich vier Olympia-Teilnehmer des Deutschen Meisters Red Bull München abgemeldet.

NHL-Profis führen junges Team an

Für sie sind viele junge Spieler nachgerückt – die nun von drei Routiniers aus der NHL angeführt werden: Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Dennis Seidenberg (New York Islanders) und Korbinian Holzer (Anaheim Ducks) hatten bei Olympia im Februar noch gefehlt. Sie hatten keine Freigabe von der nordamerikanischen Profi-Liga NHL erhalten, die das Turnier in Südkorea aus Marketing-Sicht für nicht profitabel genug erachtete.

Die NHL-Spieler sind, gemeinsam mit erfahrenen Akteuren aus der Deutschen Eishockey-Liga wie Moritz Müller (Kölner Haie), Yannic Seidenberg und Patrick Hager (beide Red Bull München), in der Minderheit: Nur fünf WM-Fahrer sind über 30 Jahre alt – gleich zwölf aber 25 und jünger. Spieler wie Dominik Kahun (München), der mit seinen erst 22 Jahren schon 45 Länderspiele auf dem Buckel hat, sind da eher die Ausnahme: Sieben Spieler bestreiten in Dänemark ihre erste Weltmeisterschaft. Da diese jährlich stattfindet, kann man also durchaus von einer Mannschaft voller Grünschnäbel sprechen.

Sturm setzt ganz auf Nachwuchs

Dazu passend hat Sturm wieder einige recht unbekannte Spieler aus dem Hut gezaubert. Fans hierzulande hören Namen wie Manuel Wiederer (San Jose Barracuda) oder Marc Michaelis (Minnesota State University) oft zum ersten Mal. „Die eine oder andere Nominierung ist jetzt vielleicht etwas früher als erwartet gekommen”, sagt Sturm dazu. „Aber ich bin zuversichtlich, dass sie gut mitspielen.”

Man kann ihm das ruhig abnehmen. Denn seit Sturm Bundestrainer ist, ist der Erfolg da. Der langjährige NHL-Profi hat es seit 2015 geschafft, die heruntergekommene Nationalmannschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Unter ihm sind Akteure wieder stolz, für Deutschland zu spielen. Er hat dem Team ein stabiles System und Teamgeist eingeimpft. Vor allem aber haben seine Spieler nun Erfolgshunger.

Geglückter Neuanfang

Bei der ersten WM unter Sturm, 2016 in Russland, hat das DEB-Team gleich das Viertelfinale erreicht, in dem es gut mitgehalten – dann aber 1:4 gegen den Gastgeber verloren hat. Das hat den Dingolfinger wahnsinnig geärgert: „Ich hatte das Gefühl, dass die Jungs vor dem Spiel schon zufrieden waren. Ich habe den Spielern nach der Niederlage gesagt, dass eine Eishockey-Karriere zu kurz ist, dass man jede Chance nutzen muss, die sich bietet.” Diesen Gedanken haben seine Schützlinge bei Olympia bravourös umgesetzt, denn Deutschland war ganz sicher nicht besser besetzt als Schweden, Kanada oder Russland. Und hat doch bis 55 Sekunden vor Schluss im Kampf um die Goldmedaille mitgehalten.

Die Voraussetzungen in Dänemark sind jedoch noch etwas schlechter als vor ein paar Monaten in Pyeongchang. Die anderen Teams haben sich mit mehr Profis aus der NHL verstärken können als es dem DEB-Team möglich war. „Wenn wir unter den besten acht Mannschaften der Weltrangliste bleiben, bin ich zufrieden”, sagt Sturm – ohne das Viertelfinale überhaupt zu erwähnen: „Wir sind immer noch eine kleine Eishockey-Nation.” Das war Deutschland vor Pyeongchang aber auch.

Vorrunden-Spielplan des DEB-Teams:

  • 4. Mai, 20.15 Uhr: Deutschland – Dänemark
  • 6. Mai, 16.15 Uhr: Deutschland – Norwegen
  • 7. Mai, 16.15 Uhr: USA – Deutschland
  • 9. Mai, 16.15 Uhr: Deutschland – Südkorea
  • 12. Mai, 12.15 Uhr: Lettland – Deutschland
  • 13. Mai, 20.15 Uhr: Deutschland – Finnland
  • 15. Mai, 16.15 Uhr: Kanada – Deutschland
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