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Fortuna entlässt Funkel, Rösler übernimmt

Fußball | Bundesliga

Stühlerücken bei Fortuna Düsseldorf: Das Bundesliga-Schlusslicht hat Trainer Friedhelm Funkel entlassen. Dieser verkündete daraufhin sein Karriereende. Funkels Nachfolger bei der Fortuna steht bereits fest.

Am Dienstagabend noch wurde Friedhelm Funkel als Düsseldorfs Trainer des Jahres ausgezeichnet und sein Verein gratulierte. Am Mittwochmorgen dann folgte Funkels Entlassung als Übungsleiter des Fußball-Bundesligisten vom Rhein.

Funkel wurde die Übernahme der Roten Laterne durch das 0:3 bei Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag zum Verhängnis. Nach dem erstmaligen Absturz in dieser Saison auf den 18. Tabellenrang hatte das Trainer-Urgestein noch Optimismus versprüht.

Funkel optimistisch, die Fortuna nicht mehr

"Wenn wir so weiterspielen, werden wir Punkte holen und die eine oder andere Mannschaft überholen. Davon bin ich nach diesem Auftritt mehr denn je überzeugt", sagte Funkel. Die Vereinsbosse trauten ihm die sportliche Wende aber nicht mehr zu.

"Der gesamte Verlauf der Saison hat uns gezeigt, dass wir es bisher nicht geschafft haben, auf Strecke die nötigen Punkte zu holen. Wir stellen mit 18 Treffern die torärmste Offensive und mit 40 Gegentoren die drittschwächste Defensive der Bundesliga. Das führt dazu, dass wir in der aktuellen Konstellation nicht mehr an den Turnaround für den Klassenerhalt glauben. Daher mussten wir zu diesem Zeitpunkt reagieren", so Sportvorstand Lutz Pfannenstiel in einer Presseerklärung.

Funkel: "Meine Trainerkarriere ist beendet"

Die Freistellung bei der Fortuna war dann auch der letzte Akt in der langen Karriere des Fußballehrers Funkel, wie dieser erklärte: "Meine Trainerkarriere ist beendet", verkündete Funkel im Interview mit Sky Sport News HD. Bereits im vergangenen Jahr hatte der heute 66-Jährige erklärt, dass sein Engagement bei den Rheinländern seine letzte Trainerstation sein werde.

Die Freistellung von Funkel dürfte den Klub vor eine schwere Belastungsprobe stellen und den Vorstand massiv unter Druck setzen. Schließlich genoss der Coach bei den Fans bis zuletzt hohes Ansehen, weil er die Mannschaft nach seinem Amtsantritt 2016 zunächst vor dem Zweitliga-Abstieg bewahrt, sie 2018 zurück ins Oberhaus und in der vergangenen Saison auf Rang zehn geführt hatte.

Doch auch diese Solidarität des Anhangs konnte das Aus nicht abwenden. Dabei hatten sich beide Seiten noch nach dem 2:1 über Union Berlin am 17. Spieltag im Falle des Klassenverbleibs auf eine Vertragsverlängerung geeinigt.

Nach zwei Niederlagen zum Rückrundenstart folgte nun der Rauswurf. Der Verein habe Friedhelm Funkel "sehr viel zu verdanken", so Sportvorstand Pfannenstiel. "Er hat den Klub vor dem Abstieg in die 3. Liga gerettet und ihn bis in die Bundesliga geführt. Zudem hat er mit seiner ruhigen und authentischen Art für eine menschliche und ehrliche Kultur gesorgt, die im und um den Verein zu spüren war."

Rösler übernimmt

Fortuna Düsseldorfs neuer Chef-Trainer Uwe Rösler
Neuer Fortuna-Trainer Uwe Rösler.
Quelle: dpa

Funkels Nachfolger als Cheftrainer der Fortuna steht mit Uwe Rösler bereits fest. Für den ehemaligen DDR-Nationalspieler ist es die erste Trainerstation in der Bundesliga. Rösler wurde am Mittag in Düsseldorf öffentlich vorgestellt. Zuletzt war er Trainer beim schwedischen Club Malmö FF. Rösler leitet am Donnerstag erstmals das Training des Bundesligisten.

Angesprochen auf seinen Nachfolger erklärte Funkel: "Ich kenne Uwe nicht persönlich, aber er übernimmt eine hundertprozentig intakte Mannschaft. Ich wünsche ihm alles erdenklich Gute und hoffe, dass er schnell Zugriff auf die Mannschaft erhält."

F96 neues Leben einhauchen

Rösler zollte seinem Vorgänger Respekt: "Friedhelm hat hier Geschichte geschrieben", sagte der 51-Jährige, der bei den in Not geratenen Rheinländern nun seinen ganz eigenen Weg bestreiten möchte. "Der Traum, in der Bundesliga zu trainieren, war immer da. Ich habe keinen Moment gezögert."

Die Aufgabe des ehemaligen Profis von Manchester City könnte dabei kaum größer sein. Er muss dem ans Tabellenende abgestürzten Traditionsklub neues Leben einhauchen, gerade in der harmlosen F95-Offensive binnen kurzer Zeit für viel mehr Durchschlagskraft sorgen. "Wir müssen mindestens sechs Spiele gewinnen", rechnete Rösler vor.

Pfannenstiel: Keine Entwicklung da

Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel verteidigte derweil die überraschende wie geräuschvolle Entscheidung, den beliebten Trainer Funkel vor die Tür zu setzen. Er habe sich das Spiel gegen Leverkusen "in der Nacht auf Montag zweimal angeschaut", berichtete Pfannenstiel, "es war in Ordnung, mehr aber nicht".

Diese Analyse habe ihn und die weiteren Vorstandsmitglieder dazu bewogen, einen "neuen Impuls" setzen zu wollen. "Für mich war in den letzten Wochen keine Entwicklung da", sagte Pfannenstiel. Ein Ultimatum an Funkel, das versicherte er erneut, habe es jedoch nicht gegeben: "Wir haben uns ganz normal nach dem Spiel sachlich zusammengesetzt. Wir sind definitiv in einer Abwärtsspirale, und dann haben wir die Entscheidung getroffen."

Quelle: SID/dpa

Friedhelm Funkels Karriere in Zahlen

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