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Russland zieht wegen Olympiasperre vor CAS

Russische Antidoping-Agentur legt Einspruch ein

Die vierjährige Sperre für Olympische Spiele und Weltmeisterschaften will Russland nicht akzeptieren. Die russische Antidoping-Agentur RUSADA legt beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch ein - so wie Präsident Putin das gefordert hatte.

Videolänge:
1 min
Datum:
19.12.2019

Russland kämpft um die Olympia-Teilnahme. Die russische Antidoping-Agentur RUSADA legt beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch gegen den Ausschluss von den Spielen und Weltmeisterschaften in den nächsten vier Jahren ein. Das kündigte die RUSADA am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau an.

Kremlchef Wladimir Putin hatte die neuen Strafen unmittelbar zuvor erneut als ungerecht zurückgewiesen. Das Land werde für ein und denselben Verstoß mehrfach bestraft, kritisierte er: "Jede Bestrafung sollte individuell sein."

Putin: Mehrheit der Sportler sind sauber

RUSADA-Generaldirektor Juri Ganus.
Rusada-Generaldirektor Juri Ganus.
Quelle: reuters

Die Mehrheit der Sportler in Russland sei sauber, betonte der Präsident. Russland werde deshalb alles dafür tun, damit seine Sportler bei den Olympischen Spielen unter ihrer nationalen Flagge antreten könnten. "Wenn die Mehrheit unserer Athleten sauber ist, wie ist es möglich, Sanktionen gegen sie wegen Handlungen anderer zu verhängen", argumentierte der Präsident, der das Urteil der WADA erneut als "politisch motiviert" bezeichnete.

RUSADA-Chef Juri Ganus hatte die Erfolgsaussichten eines Einspruchs indes als aussichtslos bezeichnet. Am 9. Dezember hatte die Welt-Antidoping-Agentur (WADA) auf ihrer Exekutivsitzung in Lausanne beschlossen, Russland für vier Jahre auszuschließen. Demnach dürfen russische Sportler nur als neutrale Athleten ohne Nationalflagge teilnehmen. Außerdem darf Russland bis 2023 weder Gastgeber sein, noch sich für eine Ausrichtung großer Wettkämpfe bewerben.

Fußball-EM und CL-Finale nicht von Sperre betroffen

Die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr mit Spielen in St. Petersburg und das Champions-League-Finale 2021 dort sind nicht betroffen, weil es sich nach WADA-Definition nur um regionale Ereignisse handelt. Für den Einspruch beim CAS hatte die RUSADA 21 Tage Zeit.

Forensische Untersuchungen durch WADA-Experten hatten ergeben, dass die Dopingdaten aus dem Moskauer Labor von 2012 bis 2015 "weder vollständig noch vollständig authentisch" sind. Dies konnte im Vergleich mit einer der Wada 2017 von einem Whistleblower zugespielten Daten-Kopie nachgewiesen werden. Dabei hat Russland nach Wada-Angaben "Hunderte von mutmaßlichen nachteiligen Analyseergebnissen gelöscht oder geändert". Dabei sollen 145 mutmaßliche Doping-Fälle vertuscht oder verfälscht worden sein.

Mit Material von dpa, SID; Video: ZDF

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