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Marcel Hirscher beendet Karriere

Wintersport | Ski Alpin

Marcel Hirscher im Portrait

Einer der besten Skifahrer der Welt sagt Servus: Österreichs Alpin-Superstar Marcel Hirscher beendet nach zwölf Jahren im Weltcup seine außergewöhnliche Karriere.

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Marcel Hirscher, der beste Skirennfahrer der Welt, hat seine aktive Karriere beendet und den Generationenwechsel im Weltcup damit massiv beschleunigt. Der 30 Jahre alte zweimalige Olympiasieger gab die Entscheidung am Mittwochabend zur besten Sendezeit bei einer vor allem in seinem Heimatland Österreich mit Spannung erwarteten Veranstaltung bekannt.

Acht Jahre in Folge Gesamtweltcupsieger

"Es ist heute der Tag, an dem ich meine aktive Karriere beenden werde", sagte er in einem weißen T-Shirts ohne jeden Sponsorenaufnäher. "Das ist kein Berufs-, kein Jobwechsel. Das ist ein Leben, dass man von heute auf morgen beendet." Für seine Entscheidung gebe es "sehr viele" Gründe, auch die körperliche Belastbarkeit habe über die Jahre nachgelassen. "Ich habe gemerkt, dass der Sommer mir zu kurz wurde, um mich wieder in die Verfassung für die neue Saison zu bringen. Es ist wie bei einem alten Handy, bei dem sich der Akku nicht mehr so schnell auflädt."

Erstmals seit langem wird es also einen neuen Gesamtweltcupsieger geben. Seit 2012 hat Hirscher die große Kugel acht Mal in Serie gewonnen und damit einen auf Jahre unerreichbaren Rekord aufgestellt. Nach seinem sehr populären deutschen Kumpel Felix Neureuther und dem norwegischen Ausnahmefahrer Aksel Lund Svindal ist Hirscher der dritte prägende Fahrer der vergangenen Jahre, der beim Saisonstart in sieben Wochen nicht mehr dabei sein wird.

Insgesamt holte Hirscher in seiner Karriere wie US-Star Lindsey Vonn, die ihre Karriere ebenfalls beendet hat, 20 Kristallkugeln. Dazu kommen fünf Einzel-Weltmeistertitel, zwei mit der Mannschaft und zwei Olympiasiege bei den Winterspielen in Pyeongchang. Vier Jahre zuvor in Sotschi holte er zudem Olympia-Silber.

Keine Überraschung

Eine Überraschung ist die Entscheidung nach monatelangen Spekulationen und den sich zuletzt mehrenden Indizien zwar nicht - ein schwerer Schlag ist der Rücktritt für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) und die Fans aber dennoch. "Ich habe bis zuletzt gehofft, dass der Marcel weitermacht", sagte auch Neureuther dem "Spiegel". "Mich überrascht das, ich hätte damit nicht gerechnet. In jedem Fall extrem bitter." Neureuther traf seine Entscheidung vor dem letzten Saisonrennen nach einem schwierigen Comeback-Jahr auch mit Blick auf seine Familie, seine Frau Miriam erwartet das zweite Kind.

Auch Hirscher ist seit knapp einem Jahr Vater eines Sohnes, die Prioritäten hatten sich deswegen schon im vergangenen Winter verschoben. "Ich will in Zukunft mit meinem Sohn Fußball spielen, in die Berge gehen, ohne Verletzungen auskurieren zu müssen", sagte Hirscher. An seiner Ausnahmestellung im Weltcup hatte das aber nichts geändert. Seit seinem ersten Gesamtweltcupsieg in der Saison 2011/2012 stand er jeden Winter nach mindestens 60 Prozent seiner Rennen auf dem Podest, 35,2 Prozent seiner Wettkämpfe im Weltcup seit jener Saison gewann er. Beeindruckende Zahlen, die der begeisterte Motocrossfahrer im vergangenen Winter sogar jeweils deutlich übertraf.

Stenmark darf sich freuen

Insgesamt kommt Hirscher auf 245 Weltcup-Rennen und 63 Siege. Nur der große Schwede Ingemar Stenmark hat im Weltcup mit seinem Rekord von 86 Erfolgen bei den Männern mehr Siege. Er hatte stets damit gerechnet, wenn schon nicht von Vonn (82), dann doch zumindest von Hirscher eingeholt zu werden. Daraus wird jetzt nichts mehr.

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