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Real Madrid: Letzte Chance Königsklasse

Champions League: Achtelfinale, Hinspiel

Zinédine Zidane

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Real Madrid: Letzte Chance Königsklasse

In der Liga abgeschlagen, im Pokal ausgeschieden: Nur die Champions League kann Real Madrids Horror-Saison noch retten. Das Achtelfinale gegen PSG am Mittwoch (ab 20:25 Uhr live im ZDF) ist der Wegweiser für die Zukunft der Königlichen und ihres Trainers.

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Zinédine Zidane hatte schon den gleichen Spitznamen erhalten wie zu seiner Zeit als Spieler. „Harry Potter“ taufte ihn die spanische Presse, nachdem er mit Real Madrid im Juni 2017 als erster Trainer überhaupt die Champions League verteidigt hatte. Doch während der Erfolg des einstigen Ballkünstlers mit dem 4:1 über Juventus Schritt für Schritt zu schwinden begann, wuchsen auch die Zweifel an seinen magischen Fähigkeiten.

Letzte Chance Königsklasse

Heute, acht Monate später, sind jegliche Lobeshymnen auf Zidane und dessen Starensemble verstummt. „Die einst beste Mannschaft der Welt ist jetzt die schlechteste Mannschaft der Vereinsgeschichte“, lautet das vernichtende Urteil der Sportzeitung Marca über Reals Horror-Saison. Die spanische Meisterschaft wurde bereits in der Hinrunde verspielt. Der Rückstand auf den wieder erstarkten Erzrivalen aus Barcelona häufte sich auf 17 Punkte an. Und im Pokal schied man völlig überraschend gegen den kleinen Madrider Vorstadtklub Leganés aus.

Bleibt also nur noch die Königsdisziplin Champions League. Reals Lieblingswettbewerb soll die schwächste Saison seit 1995/96 abwenden. Der zwölffache Titelträger trifft mit Paris Saint-Germain aber bereits im Achtelfinale auf einen harten Brocken. Die Franzosen brennen nach ihren aberwitzigen Millionen-Investitionen im vergangenen Sommer darauf, ihren Ansprüchen auf dem europäischen Parkett endlich gerecht zu werden. Das furchterregenden Sturm-Trio „MCN“ – Kylian Mbappé, Édinson Cavani und Neymar – reist mit 71 Toren im Gepäck zum Hinspiel nach Madrid. Kein Wunder also, dass am Estadio Santiago Bernabéu die Angst vor der Götterdämmerung umgeht. Und Zidane sagt: „Ich weiß nicht, ob ich in der nächsten Saison noch hier bin.“

Transferpolitik auf dem Prüfstand

Der Franzose kennt Real schon zu lange, um sich einzubilden, dass man ihm eine titellose Spielzeit ohne Konsequenzen verzeihen würde. Präsident Florentino Pérez ist zwar wie ein Vater für ihn, stellte den Erfolg der Mannschaft aber schon immer über Einzelschicksale. Medien und Experten sind sich einig, dass Zidane nur ein Weiterkommen gegen PSG rettet. Unabhängig von den Ergebnissen entscheidet aber auch die spielerische Leistung seines Teams darüber, ob er nach dem Sommer noch eine Chance bekommt oder nicht. Schützenfeste wie das 5:2 am vergangenen Wochenende gegen Real Sociedad gab es für das anspruchsvolle Publikum im Bernabéu zu selten zu bewundern.

Ein großes Fragezeichen steht daher auch hinter der Zukunft des aktuellen Spielerkaders. Die auf Zidanes Geheiß eingeschlagene Transferpolitik, hungrige Talente mit bereits in Madrid gestandenen Stars zu kombinieren anstatt Großeinkäufe wie noch zu „Galáctico-Zeiten“ zu tätigen, steht auf dem Prüfstand. Der Kader verfügt nach den Abgängen von James Rodríguez (zum FC Bayern), Álvaro Morata (FC Chelsea) und Pepe (Besiktas) in der Breite über deutlich weniger Qualität.

Kroos genießt Wertschätzung

Toni Kroos wäre von einem möglichen Umbruch nicht betroffen, der deutsche Weltmeister genießt im Verein und im Fanlager nach wie vor höchste Wertschätzung. Anders sieht es hingegen auf der Torwartposition und im Angriff aus. Das Offensiv-Trio „BBC“ könnte gar komplett aussortiert werden. Cristiano Ronaldo ist mittlerweile 33 und sagt selbst, er könne nicht mehr Dinge mit dem Ball machen, die er vor ein paar Jahre noch konnte. Mit 23 Treffern hat der fünfmalige Weltfußballer aber immer noch die meisten seines Teams auf dem Konto. Streichkandidaten sind deshalb eher der bei den Fans ohnehin unbeliebte Karim Benzema (sechs Tore) und der zu häufig verletzte Gareth Bale (neun Tore).  

Pérez hat nach seiner letzten Großinvestition im Sommer 2014 jedenfalls genug Geld gespart, um neue Stars aus dem Hut zu zaubern. In der spanischen Medienlandschaft werden von Chelsea-Dribbler Eden Hazard, Tottenhams Tormaschine Harry Kane und Inters Kraftpaket Mauro Icardi sogar bis hin zu Bayerns Lebenversicherug Robert Lewandowski einige prunkvolle Namen gehandelt. Die praktisch seit Saisonbeginn anhaltenden Spekulationen um eine 400 Millionen Euro schwere Verpflichtung von Neymar wies der PSG-Star vor dem Achtelfinale höchstpersönlich zurück. „Ich bin sehr glücklich in Paris“, betonte der Brasilianer, „und ich will hier Geschichte schreiben.“ Vielleicht gehört zu dieser Geschichte ja auch, die Ära von Reals „Harry Potter“ endgültig zu beenden.

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