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Hoeneß: Bin durchs "große Tor" gegangen

Der Bayern-Präsident über seinen Rückzug

von Martin Hüsener

Die Ära Uli Hoeneß wird in drei Monaten zu Ende sein. Gelassen blickt der Noch-Bayern-Präsident auf das, was nun kommt. Er werde das "erste Mal ohne größere Verantwortung" sein. "Das ist eine spannende Aufgabe", sagte er.

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30.08.2019

Auf einer Pressekonferenz erklärte Hoeneß, warum er als Aufsichtsratschef und Präsident des FC Bayern Schluss macht. An Streitigkeiten mit Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge habe es nicht gelegen, betonte Hoeneß auf einer Pressekonferenz. "Nein, das hat nicht dazu beigetragen", antwortete Hoeneß auf eine entsprechende Frage.

"Unterschiedliche Auffassungen"

In der einen oder anderen Sachfrage habe man unterschiedliche Auffassungen gehabt und es sei auch mal etwas lauter geworden, aber es sei immer eine Diskussion in der Sache gewesen. "Sie glauben doch wohl nicht, dass ich wegen einem Streit solch ein Amt aufgebe", sagte der 67-Jährige.

Weggefährte Edmund Stoiber hatte von "Zwistigkeiten" mit Vorstandschef Rummenigge gesprochen, der sich anders als Hoeneß nicht klar zu Trainer Niko Kovac bekannt hatte.

Rummenigge unterstrich diese Aussage, als er zum Ende von Hoeneß' Pressekonferenz als Überraschungsgast auftrat und diesem für 45 gemeinsame Bayern-Jahre dankte. Er habe von Hoeneß "wahnsinnig viel gelernt, auf dem Platz und später außerhalb", sagte Rummenigge. Dazu überreichte er ihm ein gerahmtes Bayern-Trikot mit seiner Nummer "11" und vier gemeinsamen Fotos aus Hoeneß" erstem Manager-Jahr 1979/80.

Lang gereifte Entscheidung

Laut Hoeneß war der angekündigte Rückzug aus den Ämtern eine lange gereifte Entscheidung aus mehreren Faktoren gewesen. Mehr Zeit mit der Familie, ein gut aufgestellter Klub und eine geordnete Zukunft seien Faktoren gewesen, sagte Hoeneß. Auch die Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr, als es Kritik und Buhrufe gegeben hatte, sei "kein ausschlaggebender Punkt" gewesen, aber ein Anstoß. "Wir haben es geschafft, alle Weichen in aller Ruhe zu stellen", sagte Hoeneß. "Ich wollte durch das große Tor gehen und das selbst entscheiden."

Ich wollte durch das große Tor gehen und das selbst entscheiden.
Uli Hoeneß

Hoeneß bezeichnete den langjährigen Adidas-Boss Herbert Hainer als Idealbesetzung beim FC Bayern für seine Nachfolge. "Einer, der Adidas führen kann, kann auch den FC Bayern führen.". Hainer (65) sei "ein Mann des Sports", er habe viel Ahnung von der Wirtschaft.

Rückzug nach vier Jahrzehnten

Hoeneß wird sich nach vier Jahrzehnten aus der Führungsspitze des FC Bayern München zurückziehen. Der 67-Jährige will am 15. November nicht wieder als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters kandidieren.

Seinen Vorsitz im Aufsichtsrat möchte er in der ersten Sitzung nach der Jahreshauptversammlung zur Verfügung stellen.

Das sei für ihn selbstverständlich gewesen, denn man könne einen neuen Präsidenten nicht zur "Lame Duck", in dem man ihm nicht den Posten des einflussreichen Aufsichtsratsvorsitzenden gebe, sagte Hoeneß. Sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates wird Hoeneß aber für die Dauer seiner Bestellung bis November 2023 weiterhin wahrnehmen. Beide Spitzenämter von Hoeneß soll der langjährige Adidas-Chef Hainer übernehmen.

"Mir wird schon was einfallen"

Auf das, was nun kommt, blickt der Bayern-Macher gelassen. "Ich werde zum ersten Mal seit 40 Jahren ohne Plan sein", sagte der 67-Jährige. Er werde das "erste Mal ohne größere Verantwortung" sein. "Das ist eine spannende Aufgabe." Seine Ehefrau Susi habe bis zuletzt nicht glauben können, dass Hoeneß seine Spitzenämter abgeben werde. "Aber eines können Sie mir glauben, wer mich kennt, weiß, dass ich kein Zigarre rauchender und Golf spielender Rentner werde." Hoeneß werde aber "schon was einfallen".

Quelle: dpa, sid

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