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DHB entlässt Prokop und holt Gislason

Handball - Nationalmannschaft

Der Deutsche Handballbund (DHB) trennt sich nur 11 Tage nach der EM von Bundestrainer Christian Prokop. Nachfolger des 41-Jährigen, der seit Sommer 2017 Bundestrainer war, wird der erfahrene Isländer Alfred Gislason (60).

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.02.2021

Prokop hatte die EM in Österreich, Norwegen und Schweden mit der deutschen Mannschaft auf dem fünften Platz beendet. Das Ziel Halbfinale wurde verfehlt. "Wir haben diese schwere Entscheidung nach reichlicher Abwägung und einer ganzheitlichen Analyse aus Verantwortung für den deutschen Handball getroffen", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann.

Wir sind in der Analyse der Europameisterschaft davon überzeugt, dass wir unsere kurzfristigen Ziele nur mit einem neuen Impuls erreichen können.
Andreas Michelmann

"Wir sind in der Analyse der Europameisterschaft davon überzeugt, dass wir unsere kurzfristigen Ziele nur mit einem neuen Impuls erreichen können." Gislason stehe aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und Erfolge für einen solchen Impuls und bringe frische Energie in die Nationalmannschaft.

Gislason: Erster Einsatz im März

Gislason erhält einen Vertrag bis zur EM 2022 in Ungarn und der Slowakei, sein erster Arbeitstag wird der 9. März. Das erste Länderspiel steht am 13. März ab 18 Uhr gegen die Niederlande auf dem Programm. Oberste Priorität hat für den Verband die Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Sommer in Tokio. Vom 17. bis 19. April muss die deutsche Mannschaft in Berlin ein Qualifikationsturnier gegen Schweden, Slowenien und Algerien bestreiten. Die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die Spiele in Japan - und offensichtlich fehlte dem DHB nun der Glaube daran, dass Prokop dies gelingen kann. Dieser Sinneswandel kommt allerdings überraschend.

Alfred Gislason, Steckbrief:

  • geboren: 7. September 1959
  • Familienstand: verheiratet, drei Kinder
  • Karrierestationen als Trainer: KA Akureyri (1991-1997), SG VfL/BHW Hameln (1997-1999), SC Magdeburg (1999-2006), Island (2006-2008), THW Kiel (2008-2019)
  • Erfolge als Trainer: 7x deutscher Meister, 6x DHB-Pokalsieger, 3x Champions-League-Sieger, 2x EHF-Pokal-Gewinner, 5x Trainer des Jahres

Gislason hatte in Deutschland vor allem beim THW Kiel enorme Erfolge gefeiert, wo er von 2008 bis 2019 aktiv war, zuvor trainierte er unter anderem den SC Magdeburg (1999 bis 2006) und den VfL Gummersbach (2006 bis 2008). Insgesamt gewann er dreimal die Champions League, wurde siebenmal deutscher Meister und gewann sechsmal den DHB-Pokal.

Vom Trainerjob weit entfernt

Bis Ende September habe er den Trainerjob überhaupt nicht vermisst, sagte Gislason jüngst in einem Interview der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. «Aber dann ging es eigentlich schon los. Hätte ich auch nicht gedacht, dass das so schnell kommt», ergänzte er. «Wenn man es das ganze Leben lang gemacht hat, scheint das so fest verankert zu sein, dass es schwierig ist, davon weg zu kommen.» Künftig ist er wieder mittendrin.

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