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Löw bangt um Reus-Einsatz

Fußball - Nations League

von ZDF

Das Jahr 2018 war für die DFB-Elf eine "Ohrfeige", von der man sich wieder erholen müsse, so Bundestrainer Löw vor dem letzten Spiel gegen die Niederlande am Montag in Gelsenkirchen. Ob er dort auf den angeschlagenen Marco Reus zurückgreifen kann, ist w...

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17.11.2018
17.11.2018
DFB-Team beim Training
DFB-Team beim Training
Quelle: Peter Endig / dpa

Im allerbesten Zustand ist der Rasen auf dem Platz 1 des Trainingsgeländes von RB Leipzig am Cottaweg nicht mehr. Aber immer noch gut genug, dass die deutsche Nationalmannschaft auf dem Terrain die Trainingsübungen vor dem Jahresabschluss verrichtet. Erst am Sonntag fliegt der gesamte Tross von Leipzig nach Dortmund, quartiert sich im SportCentrum Kaiserau ein, um dann mit der letzten Nations-League-Partie gegen die Niederlande (Montag, 20:45 Uhr) in Gelsenkirchen das unbefriedigende Länderspieljahr zu beschließen.

Vielleicht muss man mal den Boden berühren, um dann wieder den Aufstieg anzugehen.
Oliver Bierhoff

Ganz gleich, wie gut sich die DFB-Auswahl im prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell schlägt: Der Abstieg aus der A-Kategorie der Nations League ist durch den 2:0-Erfolg der Niederlande gegen Frankreich am Freitagabend bereits besiegelt. Frankreich hat sieben, die Niederlande sechs Punkte auf dem Konto - Deutschland steht mit einem Zähler weit hinten dran. "Das ist mit Sicherheit kein Weltuntergang, aber es ist schon frustrierend. Gestern Abend ist man schon genervt ins Bett gegangen", sagte Oliver Bierhoff am Samstag.

Ein merkwürdig unrundes Jahr

Der Nationalmannschaftsmanager stand in einer provisorisch eingerichteten Mixed Zone und schob erkennbar Frust: "Das hat noch einmal eins draufgesetzt auf das schlechte Jahr, das wir hatten. Vielleicht muss man mal den Boden berühren, um dann wieder den Aufstieg anzugehen." Bierhoff bestätigte, dass auch Bundestrainer Joachim Löw "genervt" sei, denn kein Leistungssportler höre das Wort Abstieg gerne: "Vielleicht macht das auch noch deutlicher, dass es kein gutes Jahr von uns war."

Tatsächlich ist der Wertverfall des Aushängeschilds des deutschen Fußballs immens: Was mit der Mission Titelverteidigung und als einer der Topfavoriten auf den WM-Titel 2018 begann - bezeugt übrigens durch eine Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Spielen - ist nicht erst in der Vorrunde in Russland krachend gescheitert. Das gesamte Jahr verlief merkwürdig unrund. Bevor eine stark verjüngte und veränderte Elf vergangenen Donnerstag in Leipzig nach einer starken ersten Halbzeit einen verdienten 3:0-Sieg gegen ersatzgeschwächte Russen einfuhr, standen auf der Habenseite nur drei 2:1-Arbeitssiege gegen Saudi-Arabien, Schweden und Peru. Die Gegenseite bildeten sechs Niederlagen; so viel wie nie zuvor in der 111-jährigen Länderspielgeschichte.

Auf einmal hat die EM-Qualifikation erste Priorität

Und weil auch in der Nations League ergebnistechnisch keine Besserung eintrat - einem akzeptablen 0:0 gegen Weltmeister Frankreich folgte das Systemversagen beim 0:3 in den Niederlanden und drei Tage später noch ein unglückliches 1:2 bei den Franzosen - gab es genug Zeit, sich auf das Worst-Case-Szenario einzustellen.

Kaum war das Resultat in Rotterdam am späten Freitag perfekt, verbreitete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein vorgefertigtes Statement von Joachim Löw. "Für uns ist dieses Ergebnis natürlich bitter, weil wir damit keine Chance mehr haben, in der Liga A der Nations League zu bleiben", ließ der Bundestrainer mitteilen und schob noch hintendran: "Das müssen wir akzeptieren." Sein Blick gehe bereits in Richtung der EM 2020, "für die wir uns qualifizieren werden und bei der wir wieder eine starke Mannschaft ins Turnier schicken wollen." Motto: Das Scheitern in der Nations League ist halb so schlimm. Und zweifelt nicht auch die Öffentlichkeit am Sinn?

Die Argumentation schwankt

Es erstaunt allemal, wie wankelmütig Löw das neue UEFA-Wettbewerbsformat bewertet: Noch beim proklamierten Neuanfang im Spätsommer konnte es nach Argumentation des Südbadeners keine bessere Bühne geben, um wieder in die Spur zu kommen. Vergangenen Donnerstag hieß es auf einmal von Seiten des 58-Jährigen: "Wir haben den Fehler gemacht, die Nations League zu hoch zu hängen." Ja, was denn nun? Der Argumentationswechsel vor dem sich abzeichnenden Abstieg wirkte ziemlich durchsichtig, um weitere Grundsatzdebatten im Keim zu ersticken. Da wird etwas kleingeredet, um das Versagen nicht zu groß werden zu lassen.

Joachim Löw
Joachim Löw
Quelle: ZDF

Auch der Verband war in den vergangenen Wochen und Monaten bei der Bewertung umgeschwenkt. Hatte es im August aus Funktionärskreisen noch geheißen, nach einem Scheitern gegen Frankreich und die Niederlande müsste Löw erneut hinterfragt werden, kassierte DFB-Präsident Reinhard Grindel nach dem Russland-Spiel diesen Anspruch endgültig ein. "Das Wichtigste ist das Gesicht, das die Mannschaft zeigt, und dass wir eine Entwicklung sehen." Der Einbau junger Spieler, die Perspektiven für die Zukunft stehen auf einmal in der Prioritätenliste obenan.

Gleichwohl: Einen zweiten Offenbarungseid gegen die hochmotivierten Oranjes wie in Amsterdam darf es am Montag auf Schalke nicht geben. In der FIFA-Weltrangliste ist Deutschland schon auf Platz 14 abgerutscht. Bei der nächsten Niederlage würde es das DFB-Team in dem Setzranking für die EM 2020 nicht in den Topf mit den besten zehn Teams schaffen und am 2. Dezember in Dublin nur im zweiten Lostopf stecken.

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