Dortmund schlägt Bayern und steht im Pokal-Finale

Dembélé lässt BVB jubeln

jubelnde Spieler des Borussia Dortmunds

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Borussia Dortmund hat zum vierten Mal in Folge das Finale im DFB-Pokal erreicht. Der BVB gewann in einem packenden Match beim FC Bayern München mit 3:2 (1:2) und trifft im Endspiel am 27. Mai in Berlin auf Eintracht Frankfurt.

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Frankfurt hatte zuvor bei Borussia Mönchengladbach mit 7:6 im Elfmeterschießen gewonnen.

Eine Woche nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Real Madrid musste sich der Titelverteidiger dem Dauerrivalen geschlagen geben. Dortmund ging nach einem Treffer von Marco Reus nach 19 Minuten in Führung. Raphael Guerreiro nutzte dabei eine Patzer des Spaniers Javi Martinez, seinen vom Pfosten zurückprallenden Ball schob Reus aus Nahdistanz ein. Nur zehn Minuten später machte Martinez seinen Fehler wett, als sein Kopfball nach Ecke von Xabi Alonso Dortmund-Keeper Roman Bürki durch die Beine geht (28.). Für das 2:1 sorgte der Ex-Dortmunder Mats Hummels, der einen Pass direkt annimmt und per Rechtsschuss vollendet (41.). In der zweiten Hälfte gaben die Bayern den sicher geglaubten Erfolg innerhalb von fünf Minuten aus der Hand. Matchwinner war Ousmane Dembelé: Zunächst servierte er eine Flanke auf den Kopf von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (69.), wenig später schoss er selbst das entscheidende 3:2 (74.). Dortmund erreichte insgesamt zum neunten Mal das DFB-Pokal-Finale.

Statistiken zum Halbfinale

"Das ist eine große Enttäuschung", kommentierte Bayern-Kapitän Philipp Lahm, für den es das letzte Pokalspiel seiner Karriere war. "Wir hatten genug Chancen, den Sack früh zuzumachen", haderte auch Lahms Teamkollege David Alaba. Der Österreicher musste eingestehen: "Dortmund hat das am Ende gut gemacht."

Fußballerische Klasse

Das Aufeinandertreffen der beiden deutschen Spitzenteams entwickelte sich sofort zu einer hoch intensiven Begegnung, die neben großer fußballerischer Klasse und etlichen Wendungen auch jede Menge Torchancen, bissige Zweikämpfe und enorme Pokalspannung bot. Am Ende gelang den Dortmundern ein nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback, während den Bayern nach der Auswechslung des immer noch angeschlagenen Weltmeisters Hummels letztlich Kraft und Ordnung fehlten.

Der Start gehörte bereits den Gästen, die sich 18 Tage nach dem enttäuschenden 1:4 in der Liga gegen die Bayern diesmal wesentlich schlagkräftiger präsentierten. Schon nach vier Minuten hätte der BVB in Führung gehen können: Per Volleyabnahme von der linken Seite setzte Raphael Guerreiro seinen Topscorer Aubameyang in Szene. Der Gabuner kam im Rutschen aus fünf Metern an den Ball, erwischte ihn aber nicht mehr richtig und vergab die erste Chance. Es entwickelte sich fix ein dynamisches Spitzenspiel, in dem sich Profis beider Teams auch immer wieder unnötige Patzer leisteten. Der zweifellos gröbste unterlief nach 19 Minuten Bayerns Martínez: Dessen zu kurzen Rückpass auf Manuel-Neuer-Vertreter Sven Ulreich im Bayern-Tor erlief Guerreiro. Der Schuss des Portugiesen landete noch am Pfosten, den Nachschuss aber verwertete Reus zum 1:0.

Bayern vergibt beste Chancen

Xavi Alonso, Jerome Boateng, Arjen Robben und Thiago Alcantara
Ratlose Bayernspieler Quelle: dpa

Doch die Bayern zeigten sofort, was sie in den vergangenen Jahren auch immer wieder auf internationaler Ebene auszeichnete: Sie schüttelten sich kurz und kamen umso gewaltiger zurück. Nur wenige Minuten nach dem Blackout korrigierte Martínez seinen eigenen Fehler mit einem wuchtigen Kopfballtreffer zum 1:1. Das Tor nach einem Eckball von Xabi Alonso war sinnbildlich für die Überlegenheit der kopfballstarken Bayern bei Standardsituationen. Die Dortmunder verarbeiteten das Gegentor allerdings lange nicht so gut wie zuvor die Bayern. Die Münchner erhöhten nach dem 1:1 die Schlagzahl, drückten die Dortmunder hinten rein, kamen zu weiteren Chancen. In Mittelstürmermanier jagte Hummels den Ball kurz vor der Pause zum 2:1 ins Dortmunder Netz. Robert Lewandowski hätte das Spiel früh vorentscheiden können. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und zum Auftakt des zweiten Durchgangs lief er zweimal frei auf BVB-Keeper Roman Bürki zu - und vergab jeweils.

So blieb es ein enges Spiel, in dem die Bayern durch Arjen Robben noch zwei gute Konterchancen ausließen. Das rächte sich bitter: Innerhalb weniger Minuten drehten die Dortmunder gegen nun immer müder werdende Münchner das Spiel.Aubameyang verwertete eine feine Dembélé-Flanke per Kopf zum Ausgleich. Dembélé selbst setzte kurz darauf den Schlusspunkt: Mit einem Schuss ins linkere Toreck machte der Franzose den Pokaleinzug seiner Dortmunder perfekt. Auch, weil Bürki auf der Gegenseite kurz vor Schluss ein letztes Mal stark gegen Robben parierte.

Stimmen zum Spiel

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben 1:2 zurückgelegen und dann noch gewonnen. Das ist der Wahnsinn. Das 1:4 in der Liga hatten wir komplett abgehakt. Heute haben wir 20 Minuten gut gespielt und dann nachgelassen. Nach der Pause haben wir uns nach und nach gesteigert, ab der 60. Minute war es dann sehr gut. Sicher haben wir auch etwas Glück gehabt."
Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Es ist eine große Genugtuung. Wir hatten heute vielleicht das nötige Glück, das wir in den vergangenen Wochen nicht hatten. Heute war alles drin in dem Spiel."
Marco Reus (Dortmund): "Wir haben nicht schlecht angefangen. Nach dem 1:2 haben nicht mehr so viele an uns geglaubt. Wir wollten unbedingt nach Berlin. Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen Frankfurt."
Philipp Lahm (Kapitän Bayern München): "Bei uns herrscht eine große Enttäuschung. Wir haben uns viel vorgenommen, das hat man bis zum 2:2 auch gesehen, dass wir unbedingt ins Finale wollten. Wir haben die erste Viertelstunde nicht gut gespielt, haben uns dann aber gesteigert. Diesen Rückschlag müssen wir erst einmal verdauen."
David Alaba (Bayern München): "Wir hatten genug Chancen, um den Sack zuzumachen. Wenn man die Chancen liegen lässt, wird das bestraft. Dortmund hat das cool gemacht und seine Chancen genutzt."
Sven Ulreich (Bayern München): "Wir haben unsere eindeutigen Chancen nicht genutzt und Dortmund zurückkommen lassen. Das ist sehr bitter. Es ist keine optimale Saison jetzt, weil wir in beiden Pokal-Wettbewerben ausgeschieden sind. Wir müssen alle Kräfte mobilisieren und die Meisterschaft so früh wie möglich klar machen."

Endspiele seit 2007

  • 2007: 1. FC NÜRNBERG - VfB Stuttgart 3:2 n.V.
  • 2008: BAYERN MÜNCHEN - Borussia Dortmund 2:1 n.V.
  • 2009: Bayer Leverkusen - WERDER BREMEN 0:1
  • 2010: Werder Bremen - BAYERN MÜNCHEN 0:4
  • 2011: MSV Duisburg - SCHALKE 04 0:5
  • 2012: BORUSSIA DORTMUND - Bayern München in Berlin 5:2
  • 2013: BAYERN MÜNCHEN - VfB Stuttgart in Berlin 3:2
  • 2014: Borussia Dortmund - BAYERN MÜNCHEN in Berlin 0:2 n.V.
  • 2015: Borussia Dortmund - VFL WOLFSBURG 1:3
  • 2016: BAYERN MÜNCHEN - Borussia Dortmund 0:0 n.V., 4:3 i.E.
  • 2017: Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund (27.Mai in Berlin)

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