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Chance für Neuanfang

Kommentar zum Rücktritt des DFB-Präsidenten

von ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann

Der Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident war unausweichlich. Seine Amtsführung war mäßig, die Außendarstellung desaströs und sein größtes Problem: Ihm fehlte bei wichtigen Themen eine klare Position.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.04.2020

In der Özil-Affäre und bei der Ausmusterung der Bayern-Spieler aus der Nationalmannschaft wurde das deutlich. Der DFB-Präsident, der hier hätte Zeichen setzen können, ließ einen wirklichen Standpunkt vermissen.

Gesucht: Persönlichkeit, die Strategien entwickelt

Dass er das Feld nun räumt, ist für den deutschen Fußball ein Gewinn, weil er die Chance zum Neuanfang bietet: Eine Persönlichkeit an der Spitze, die keine Notlösung ist, sondern Strategien entwickeln kann, wird dringend gebraucht. Denn die Probleme sind mit Grindels Rückzug nicht gelöst.

Zur Erinnerung: Reinhard Grindel übernahm das Amt im Jahr 2016, weil sein Vorgänger wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit der WM 2006 zurücktreten musste. Alles sollte besser werden.

Notwendige Erneuerung des Verbandes

Der Nachfolger übernimmt jetzt eine Organisation, die von tiefem Misstrauen geprägt ist. Auch das belegt die Causa Grindel. Journalisten wurden bereitwillig Interna zugespielt, Grindel fehlte die Hausmacht innerhalb des DFB, am Ende war er komplett isoliert, zum Abschuss freigegeben. Von den eigenen Leuten.

Die Interessen des Amateur-Fußballs und des Profi-Geschäfts auszugleichen, ist eigentlich die Hauptaufgabe des DFB-Präsidenten. Bevor der neue Präsident sich darum kümmern kann, muss der Nachfolger erstmal den DFB selbst gründlich erneuern.

Thomas Fuhrmann ist Leiter der ZDF-Hauptredaktion Sport.

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