CAS erteilt IOC Lektion: Pyeongchang-Startrecht für 28 Russen

Russische Fahne vor Olympischen Ringen

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Das IOC hat vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS eine schwere Niederlage erlitten. Der CAS hob die vom IOC verhängten lebenslangen Olympiasperren gegen 39 russische Sportler auf. Von den 39 Sportlern können 28 nun auf einen Olympia-Start hoffen.

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Auch die von den Sportlern bei den Winterspielen 2014 in Sotschi erzielten Erfolge sind wieder gültig.

Kein automatisches Startrecht

Dies bedeutet allerdings noch nicht, dass die entlasteten Sportler, darunter die Sotschi-Olympiasieger Alexander Legkow (Langlauf) und Alexander Tretjakow (Skeleton), nun an den Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) teilnehmen dürfen. Da ihnen keine Einladung des IOC vorliegt, müssten sie zunächst ihr Startrecht einklagen. Das IOC hatte zuletzt zu erkennen gegeben, dass es auch im Falle eines Freispruchs durch den CAS diese Sportler nicht für die Spiele in Südkorea zulassen wird.

Elf weitere Sportler bleiben für die Spiele in Pyeongchang ausgeschlossen, jedoch sind ihre lebenslangen Sperren für Olympia laut einer CAS-Mitteilung ebenfalls ungültig.

39 Fälle behandelt

42 russische Athleten waren vor den CAS gezogen. Zunächst wurden aber nur 39 Fälle behandelt, die der mittlerweile zurückgetretenen Biathletinnen Jana Romanowa, Olga Wiluchina und Olga Saizewa wurden vertagt.

Die 39 Russen waren in den zurückliegenden Tagen vom Sportgerichtshof angehört worden, ebenso wie Kronzeuge Grigori Rodschenkow - früher Chef des Anti-Doping-Labors Moskau - und der WADA-Chefermittler Richard McLaren, die via Videoschalte befragt wurden.

DOSB bitter enttäuscht

DOSB-Chef Alfons Hörmann hat das CAS-Urteil als "Schlag ins Gesicht des sauberen Sports" kritisiert. Es zeige "erneut, wie schwierig es ist, harte und verdiente Sanktionen im Anti-Doping-Kampf vor Gericht durchzusetzen", erklärte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Dies sei "eine wirklich schlechte Nachricht für den Weltsport".

"Das IOC-Bestreben, im Sinne der Chancengleichheit alle am Betrug in Sotschi beteiligten Athleten und Offizielle lebenslang auszuschließen, wurde jetzt leider teilweise juristisch ausgebremst", so Hörmann. Der DOSB hoffe sehr, "dass es sich als juristisch durchsetzbar erweist, die bisher gesperrten Athleten nicht nach Pyeongchang einzuladen".

Ermittlungen und ein Whistleblower

Grundlage der IOC-Beschlüsse in der Causa Russland waren die Aussagen von Rodschenkow und die Berichte von McLaren für die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Rodschenkow hatte nach seiner Flucht in die USA das Betrugssystem bei Olympia in Sotschi enthüllt.

McLaren sammelte weitere Beweise für ein groß angelegtes Dopingprogramm. Die vom IOC eingesetzte Disziplinarkommission unter Leitung von Denis Oswald sah die Beweislast gegen die Russen nach weiteren "forensischen und analytischen Doping-Untersuchungen" als erdrückend an. Der CAS folgte dem aber offenbar nicht.

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