"Feind im Bett": Bayern entlässt Ancelotti

Hoeneß: Verhältnis Trainer - Spieler gestört

Carlo Ancelotti

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Der FC Bayern München hat sich von Carlo Ancelotti getrennt. Grund dafür war nicht nur das 0:3-Debakel in Paris. Das Verhältnis des Trainers zu einigen wichtigen Spielern sei gestört gewesen, erklärte FCB-Präsident Uli Hoeneß.

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Carlo Ancelottis Zeit als Trainer beim FC Bayern ist Geschichte. Der deutsche Rekordmeister erklärte in einer Mitteilung am Donnerstagnachmittag die Trennung vom Italiener. Der bisherige Assistenztrainer Willi Sagnol übernimmt als Interimstrainer und soll am Sonntag in der Bundesliga bei Hertha BSC auf der Bank sitzen.

Gestörtes Verhältnis Trainer-Spieler

"Carlo ist mein Freund und wird es bleiben, aber wir mussten hier eine professionelle Entscheidung im Sinne des FC Bayern treffen", wird Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der Mitteilung zitiert. "Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.“

Der Verein reagierte mit dem Trainerrauswurf nicht nur auf den unbefriedigenden Saisonstart. Vielmehr war das Verhältnis zwischen dem Trainer und einigen Führungsspielern zuletzt entscheidend gestört, wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß erklärte: "Der Trainer hat fünf Spieler auf einen Schlag gegen sich gebracht. Das hätte er niemals durchgestanden", sagte Hoeneß am Donnerstagabend dem Radiosender FFH.

Hoeneß ergänzte: "Ich habe in meinem Leben einen Spruch gelernt: Der Feind in deinem Bett ist der gefährlichste - deshalb mussten wir handeln." Die Westfalenpost zitierte den FCB-Präsidenten, dass die Entscheidung gegen Ancelotti bereits um 3.30 Uhr in der Nacht zu Donnerstag gefallen sei.

Rummenigge hatte schon direkt nach dem Spiel in der französischen Hauptstadt Konsequenzen angekündigt. "Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage, über die es zu sprechen gilt, die es zu analysieren gilt und aus der wir auch in Klartextform Konsequenzen ziehen müssen", sagte er beim vereinsinternen Bankett.

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Ancelotti: Bedaure nichts


Ancelotti hatte mit seiner Aufstellung gegen die aufstrebende neue Supermacht aus Paris für große Verblüffung und Irritation gesorgt. Die größere Erfahrung hatte Rummenigge vor dem "Prestigespiel" gegen PSG noch als Vorteil des FC Bayern bezeichnet. Und dann saßen Weltmeister Mats Hummels und Franck Ribéry 90 Minuten auf der Bank. Arjen Robben wurde erst eingewechselt, als der Gruppengipfel nach Toren von Dani Alves (2.), Edinson Cavani (31.) und Neymar (63.) entschieden war.

Jérome Boateng, auch ein Weltmeister, musste sogar von der Tribüne aus zuschauen. "Ich bin jemand, der sehr viel über die Aufstellung nachdenkt. Ich bedaure nichts", sagte Ancelotti. Er verteidigte seine Rotation, die seine Stars bei Laune halten soll, aber bei Hummels, Robben, Ribéry und Co. zunehmend für schlechte Laune sorgte.

Keine offene Kritik aus der Mannschaft


Die Spieler selbst bissen sich unmittelbar nach der Abreibung in Paris auf die Zunge und hielten sich mit offener Kritik am Trainer zurück. "Es ist besser, wenn ich dazu nichts sage. Ich muss erst darüber nachdenken", sagte Ribéry. "Das Wichtigste ist, dass wir jetzt als Mannschaft zusammenhalten. Wir brauchen Ruhe. Jeder, der jetzt seine Unzufriedenheit nach außen trägt, hilft der Mannschaft nicht", meinte Robben.

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