"Poldi" schießt DFB-Elf zum Sieg

Deutschland schlägt England 1:0 (0:0)

Nachrichten | heute plus - "Poldi" schießt DFB-Elf zum Sieg

Lukas Podolski hat in seinem Abschiedsspiel die DFB-Elf einen 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen England beschert. Der 31 Jahre alte Kapitän erzielte in Dortmund in der 69. Minute mit seiner linken Klebe ein Traumtor für die deutsche Mannschaft.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:

Das schönste Abschiedsgeschenk machte sich Lukas Podolski in seinem 130. Länderspiel mit Treffer Nummer 49 im DFB-Trikot zum 1:0 gegen England selbst. Es war der umjubelte Knalleffekt im Dortmunder Stadion - aufregender konnte der Weltmeister nicht „tschö“ sagen. Als Joachim Löw ihn in der 84. Minute vom Platz nahm, erhoben sich die über 60.000 Zuschauer von ihren Plätzen.

"Das glaubt dir ja keiner“

„Es ist ein Drehbuch, das ich nicht besser hätte schreiben können“, sagte Thomas Müller in der ARD, „mir als Regisseur wäre das nur zu kitschig, das glaubt dir ja keiner.“ Und Toni Kroos meinte: „So ein Abschied vor dieser Kulisse und dass er dann noch das Ding in den Winkel haut. Es ist Wahnsinn."

Die bissigen Engländer waren für Podolski eigentlich kein Gegner zum Schaulaufen. Löw hatte ihn nicht nur die Kapitänsbinde anvertraut. Der Bundestrainer stellte den Spieler mit der Nummer 10 zudem ins Zentrum des deutschen Spiels. Manches lief an Podolski zunächst vorbei, denn die Engländer ließen den deutschen Akteuren weder Raum noch Zeit, den Mann des Abends ständig zu suchen - und zu finden. Dabei brannte Podolski auf sein Tor.

Generationswechsel offensichtlich

Im Mittelfeld machte sich das verletzungsbedingte Fehlen mehrerer Stammkräfte wie Özil, Draxler und Khedira bemerkbar. Beim Blick zu seinen Nebenleuten Leroy Sané (21), Julian Brandt (20) und Werner (21) erkannte auch Podolski, dass der Umbruch im Team des Weltmeisters weit fortgeschritten ist. Neben dem Kölner, der im Sommer von Galatasaray Istanbul nach Japan zu Vissel Kobe wechselt, standen in Mats Hummels und Kroos nur zwei Titelhelden von Rio in der Anfangsformation.

Als Abwehrchef agierte der Römer Antonio Rüdiger bei seinem ersten DFB-Auftritt seit einem Kreuzbandriss zwar umsichtig. Mehrfach stimmten jedoch Abstand und Abstimmung in der Defensive nicht. Marc ter Stegen im Tor konnte sich mehrfach auszeichnen. Mitte der zweiten Halbzeit war es dann aber soweit: Über Toni Kroos und André Schürrle landete der Ball beim dritten Weltmeister - und Podolski traf den Ball optimal und erzielte in der 69. Minute mit seiner linken Klebe sein 49. Länderspieltor für Deutschland.

"13 geile Jahre"

In der 84. Minute wechselte Löw ihn unter Ovationen aus. Schon vor dem Anpfiff hatten allein Lukas Podolski gehört. Der bedankte sich über das Stadionmikrofon für „13 geile Jahre“ mit der Nationalmannschaft: „Wenn ich das hier so sehe, würde ich am liebsten jedem die Hand geben und persönlich Danke sagen.“

Am Ende stand nicht nur der erste Heimsieg gegen die Three Lions seit 30 Jahren (3:1 in Düsseldorf 1987), sondern auch ein Rekord in der Länderspielgeschichte: Seit 648 Minuten ist Deutschland nun ohne Gegentor. Ohne Podolski reist die DFB-Auswahl am Freitag nach Aserbaidschan, wo am Sonntag die Qualifikation für die WM 2018 fortgesetzt wird.

"Da wird Fußball zur Nebensache"

Für die Engländer war das Sportliche aber schon vor dem Anpfiff in den Hintergrund gerückt. Es sei relativ schnell klar gewesen, dass bei dem Doppelanschlag von London am Mittwoch keine Angehörigen betroffen gewesen seien, berichtete Nationalcoach Gareth Southgate. "Wir sind in Gedanken bei den Familien, die Angehörige verloren haben. Da wird Fußball zur Nebensache."

DFB-Fahrplan

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.