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FC Bayern und Leverkusen im Halbfinale

DFB-Pokal: Paderborn chancenlos, Werder verspielt Führung

FC Bayern München

Der FC Bayern und Bayer Leverkusen haben das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Die Münchner hatten beim 6:0 in Paderborn wenig Mühe, Leverkusen schlug Werder Bremen nach Verlängerung und großem Kampf mit 4:2.

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Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften, stimmungsvollen Benteler Arena suchte der SC Paderborn sein Heil in der Flucht nach vorne. Von übertriebenem Respekt war nichts zu spüren, im Gegenteil: In der achten Minute brandete Jubel durch das Stadion, als Schonlau den Drittliga-Spitzenreiter nach einem Freistoß vermeintlich in Führung brachte. Die Freude währte allerdings nur kurz - der Torschütze stand im Abseits, der Treffer zählte nicht.

Müller angeschlagen raus

Allerdings hatten die Münchner schon zuvor klar gemacht, dass sie die Aufgabe ernst nehmen, und von Beginn an Druck entfacht. In der Anfangsphase gelang es Paderborn noch, mit viel Laufeinsatz und guter Zweikampfführung das Unheil vom eigenen Tor fernzuhalten, nach 19 Minuten aber war der Bann gebrochen: Robben traf im Fünfmeterraum die Kugel zwar nicht richtig, doch Coman hatte aufgepasst. Aus kürzester Distanz stocherte er den Ball zur 1:0-Führung für den Favoriten über die Linie. Kurz darauf der nächste herbe Rückschlag: Einen langen Pass nahm Lewandowski wunderbar herunter und vollstreckte eiskalt (25.). Kurz vor der Pause erhöhte Kimmich auf 3:0 (42.) - die frühe Entscheidung. Einziger Wermutstropfen für die Münchner im ersten Durchgang: Müller verletzte sich in der Szene vor dem 1:0 am Oberschenkel und musste zur Pause für Tolisso Platz machen.

Nach dem Seitenwechsel kämpfte der SCP unverdrossen weiter und kam durchaus zu gefährlichen Szenen. Insgesamt war der gewaltige Qualitätsunterschied aber weder zu übersehen noch wettzumachen. Während sich Paderborn seine Chancen mit viel Aufwand erarbeiten musste, ging es bei den Münchnern relativ mühelos: Nach Eckball von James köpfte Tolisso unbedrängt ein - das 4:0 für die Bayern (55.). Im Gegenzug kam beim SCP auch noch Pech dazu: Zolinski nagelte den Ball an die Latte des von Ulreich gehüteten Tores. Zehn Minuten vor dem Ende kam Tietz nach einem dicken Bock von Süle einen halben Schritt zu spät, auch er verpasste den Ehrentreffer. Den hätte sich das unablässig anfeuernde Publikum ebenso verdient wie die niemals aufsteckende Paderborner Mannschaft. Stattdessen schraubten die Bayern das Resultat in der Endphase noch in die Höhe: Robben schlenzte erst den Ball aus 17 Metern zum 5:0 in den Winkel (86.) und verwertete dann noch eine uneigennützige Ribery-Vorlage zum sechsten Münchner Treffer (89.).

Die Stimmen der Trainer

Turbulentes Spiel in Leverkusen

Leverkusen - Bremen
Leverkusens Doppeltorschütze Julian Brandt (Mitte).
Quelle: reuters

Eins muss man aber den Paderbornern ohnehin lassen: Sie hielten die Null gegen die Bayern deutlich länger, als es Leverkusen im zweiten Spiel gegen Werder Bremen gelang. Schon in der dritten Minute einer turbulenten Anfangsphase zeigte Referee Fritz auf den Elfmeterpunkt, Tah hatte Kruse gelegt. Der Gefoulte nahm sich selbst der Sache an und verludt Bayer-Torsteher Leno - das 0:1 (4.). Im Gegenzug scheiterte Bailey mit einem Kopfball an Werder-Keeper Pavlenka. Und dann kam es noch dicker für die Werkself: Havertz und Volland standen sich in der eigenen Hälfte gegenseitig im Weg, die Bremer nahmen die Einladung dankend an und Johannsson schloss auf Vorlage des starken Kruse mit dem zweiten Bremer Treffer ab (7.).

In der Folge entwickelte sich vor 25.000 Zuschauern ein schnelles, packendes Spiel, in dem sich Bremen keineswegs auf die Sicherung der Führung beschränkte. In der elften Minute musste Leno Kopf und Kragen riskieren, um gegen Johannsson und Junuzovic das 0:3 zu verhindern. Erst nach dieser Szene fand Leverkusen mit mehr Ruhe am Ball ins Spiel. Der Anschlusstreffer wäre ohne das naive taktische Verhalten der Werderaner aber nicht möglich gewesen: Bremen ließ Leverkusen viel zu viel Platz, um mit einer schnellen Passstafette Brandt in Szene zu setzen, der Kohrs Zuspiel mühelos zum 1:2 verwertete (31.).

Joker Bellarabi sticht

Beim Leverkusener Anschlusstor musste er nur seinen Fuß hinhalten, beim Ausgleich hingegen konnte Brandt zeigen, was für ein feiner Kicker er ist: Am Strafraum düpierte der 21-Jährige erst Veljkovic und drehte die Kugel dann unhaltbar in den Winkel - das 2:2 in der 55. Minute. Nun wogte das Geschehen hin und her, beide Teams erspielten sich gefährliche Situationen. Mit zunehmender Spieldauer bekamen freilich Leverkusen die Angelegenheit immer besser in den Griff. Teilweise wurde Bremen minutenlang in der eigenen Hälfte eingeschnürt, dennoch stand der eine oder andere gefährliche Werder-Konter zu Buche. Zählbares sprang dabei aber nicht heraus, so ging es in die Verlängerung.

Karim Bellarabi
Karim Bellarabi trifft zum 3:2.
Quelle: reuters

Und dort nahm die Partie noch einmal richtig Fahrt auf. Tah rettete in höchster Not vor Belfodil (99.), auf der Gegenseite traf Bailey nur den Pfosten (102.). Kurz nach dem letzten Seitenwechsel der Partie, in der 108. Minute, zog Bayer-Trainer Herrlich den entscheidenden Joker: Bellarabi kam für Kohr. Und kaum drei Minuten später stach der eingewechselte Flügelstürmer: Einen Freistoß von Bailey verlängerte der ebenfalls eingewechselte Alario zu Bellarabi, der aus spitzem Winkel die Lücke im kurzen Eck fand und Pavlenka aus vier Metern zum 3:2 überwand. Kurz darauf hatte Bellarabi gar das 4:2 auf dem Fuß, fand dieses Mal aber im Werder-Torhüter seinen Meister. Das Auslassen dieser Chance rächte sich nicht mehr - Bellarabi machte den Fehler in der 118. Minute nach einem tollen Spielzug mit einer Vorlage auf Havertz wett, der mit dem 4:2 für die endgültige Entscheidung sorgte. Leverkusen feiert nach einer überzeugenden Energieleistung trotz frühem 0:2-Rückstand im siebten Anlauf den ersten Erfolg gegen die Bremer im DFB-Pokal und steht verdient im Halbfinale, Werder kann und muss sich nun auf den Abstiegskampf in der Bundesliga konzentrieren.

Am Mittwoch werden die beiden übrigen Halbfinalisten ermittelt: Eintracht Frankfurt empfängt den FSV Mainz 05 (18:30 Uhr), anschließend messen sich ab 20:45 Uhr Schalke 04 und der VfL Wolfsburg.

Fr, 09.08.2019
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