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"Dirkules" schwärmt von seinem neuen Leben

von Daniel Pinschower, Jutta Heeß

Nach dem Karriereende lässt es Dirk Nowitzki erst Mal ruhig angehen. Seine Familie, Reisen und Essenssünden prägen nun sein Leben. Für die Zukunft kann er sich vieles vorstellen.

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13 min
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Fast siebenhundert Literaturinteressierte und Basketballfans waren zur Präsentation von "The Great Nowitzki" gekommen. Zwar steht das vielbeachtete Buch des Autoren Thomas Pletzinger seit acht Wochen in den Bestsellerlisten. Doch zur Präsentation auf der Buchmesse war der "Titelheld" selbst extra aus den USA eingeflogen. Und er bekommt stehende Ovationen.

Neues Leben, ein weiterer Traum

Für den sechstbesten Punktesammler der NBA erfüllt sich gerade ein weiterer Traum. Nach zwei Jahrzehnten voller Entbehrungen und knallharter Disziplin als Profisportler lässt sich der 41 Jahre alte Ex-Basketball-Star mal so richtig gehen: Eis und Pizza zum Frühstück, kein Training, keine Regeln. "Ich habe jetzt sechs Monate nix gemacht. Es hat mir die Motivation gefehlt, die Inspiration. Den Plan, ein halbes Jahr nix zu machen, den gab es schon lange. Das war superschön, das habe ich mir erfüllt", sagte Nowitzki im Rahmen seiner Buchvorstellung "The Great Nowitzki" in Frankfurt.

Ziemlich genau ein halbes Jahr ist sein bewegender Abschied nach 21 Profisaisons bei den Dallas Mavericks nun her. Nowitzki, seine Frau Jessica und die drei Kinder leben weiter in Texas. Nowitzki genehmigte sich ein Jahr Pause und etwas Abstand, erst im Anschluss daran werde er sich richtige Gedanken über die Karriere nach der Karriere machen.

Von seiner Bedeutung für Menschen überrascht

Als Nowitzki und Autor Thomas Pletzinger das Buch am Donnerstagabend vorstellen, ist das Frankfurter Festspiel bis auf den letzten Platz gefüllt. Standing Ovations, als Nowitzki die Bühne betritt. Standing Ovations, als Nowitzki die Bühne verlässt. In den kurzweiligen eineinhalb Stunden scherzt Nowitzki in einer Tour, er erzählt launige Anekdoten aus seiner Karriere. Zum Beispiel, wie er Pletzinger bei einer gemeinsamen Autofahrt habe seinen Wagen tanken lassen, damit es schneller gehe.

Im ZDF-Interview schildert Nowitzki die Arbeit am Buch als Realitätscheck. Bei Dingen, die er routinemäßig gemacht habe und Pletzinger im Buch beschrieb, hat er machmal gedacht: "So war das oder so nehmen das andere auf."

Von seiner Bedeutung für andere Menschen ist Nowitzki auch nach über zwei Jahrzehnten noch immer überrascht. "Das ist schon ein komisches Gefühl, so viel Liebe entgegen gestreckt zu bekommen", sagte er im Interview mit dpa. Erst in der vergangenen Woche habe er sich ein paar Dokus zu seinem Abschied angesehen. "Da waren Frauen und ältere Männer, die geweint haben, weil ich mit Basketball aufhöre - das war für mich natürlich schon auch bewegend und berührend", sagte Nowitzki.

Sport weiterhin Teil seines Lebens

Der Leistungssport, den er wegen einer hartnäckigen Fußverletzung nicht auch noch in einem 22. Profijahr für den Verein ausüben kann, scheint ihm derzeit noch nicht zu fehlen. Die am Dienstag beginnende NBA-Saison will er weitgehend aus der Ferne verfolgen. "Ich will etwas Abstand gewinnen, aber ich kann ja nicht von heute auf morgen sagen, das interessiert mich nicht mehr», sagte Nowitzki. Er werde zwar nicht "zu jedem Spiel rennen", aber wahrscheinlich schon mehr Spiele verfolgen, als er sich das heute vornehme, sagte er mit einem Grinsen.

Und er würde gerne Freizeitsport machen. Allerdings sind die Probleme mit dem Fuß, die auch Grund für den Rücktritt waren, nicht besser geworden. Nowitzki gesteht im ZDF-Interview: "Das macht mir ein bisschen Sorgen. Ich würde gerne ein bisschen mehr das Leben geniessen, ein bisschen mehr Tennis spielen, ein bisschen Skifahren im Winter." Zunächst müsse er aber mit den Ärzten eine Lösung finden.

Neue Geschäftsideen aber nichts Konkretes

"Ich habe natürlich gesagt, wir können uns gerne mit den Mavericks zusammensetzen. Die wissen aber auch, dass ich erstmal Abstand gewinnen will. Mein Herz schlägt nach wie vor für die Mavs, da ist aber noch gar nichts konkret", sagte Nowitzki, der entspannt und ausgeglichen wirkt. 

Bei seinem Heimattrip, bei dem ihm breite Begeisterung und Anerkennung entgegenschlägt, überraschte der Würzburger gar mit einer neuen Idee: "Ich bin sehr interessiert, in der Business-Welt etwas zu lernen. Mal sehen, ob da überhaupt etwas für mich dabei ist."  Diesbezüglich sei aber nichts spruchreif. Von Plänen, er selbst könnte Eigner der Mavericks werden, habe er "auch eher gelesen".

Mit Material von Patrick Reichardt und Jenny Tobien, dpa und Daniel Pinschower, ZDF.

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