"Einfach megageil": Ringer Stäbler holt WM-Gold

Weltmeister in zwei verschiedenen Gewichtsklassen - Kudla holt Silber

Frank Stäbler jubelt über seinen Sieg am 21.08.2017 in Paris (Frankreich)

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Frank Stäbler hat als erster deutscher Ringer WM-Gold in zwei verschiedenen Gewichtsklassen geholt. Der Weltmeister von 2015 in der Kategorie bis 66 Kilogramm gewann in Paris den Titel im griechisch-römischen Stil der Kategorie bis 71 Kilogramm. Im …

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Zuvor hatte er im Halbfinale den Moldauer Daniel Cataraga mit 4:2 bezwungen. Denis Kudla holte Silber, der Olympia-Dritte verlor im Finale der Kategorie bis 85 Kilogramm knapp mit 1:2 gegen den Türken Metehan Basar.

"WM-Ziel quasi schon erfüllt"

Zwei griechisch-römische Athleten an einem Tag in einem WM-Finale - das gab es zuletzt vor 23 Jahren. Am 8. September 1994 hatten im finnischen Tampere Alfred Ter-Mkrtchyan (bis 52 Kilo) und Thomas Zander (bis 82 Kilo) zuletzt Vergleichbares geschafft. Beide krönten damals ihre Glanz-Auftritte mit WM-Gold. Dies gelang diesmal in Paris nicht ganz. "Das WM-Ziel ist quasi schon erfüllt", sagte Zamanduridis aber nach dem furisosen Eröffnungstag der Titelkämpfe.

Nach sechs kräftezehrenden Kämpfen sank Frank Stäbler auf die Ringermatte und genoss vor den Augen seiner Frau Sandra seinen historischen Moment in Paris. Weltmeister in zwei verschiedenen Gewichtsklassen: Das hatte zuvor noch kein deutscher Ringer geschafft. Auch nicht Wilfried Dietrich - der legendäre „Kran von Schifferstadt“. Er gewann zwar 1960 Olympia-Gold und -Silber in zwei Stilarten und WM-Gold 1961 im Freistil und dann 1962 im griechisch-römischen Stil - aber immer nur im Schwergewicht.

"Etwas Großes, Bedeutsames"

Während Denis Kudla vom VfK Schifferstadt in der Klasse bis 85 Kilogramm den Titel knapp verpasste, schaffte der 28-jährige Musberger Stäbler ein einmaliges Kunststück. Der Weltmeister von 2015 in der Kategorie bis 66 Kilogramm gewann im griechisch-römischen Stil der Kategorie bis 71 Kilogramm gegen den Kasachen Demeu Schadrajew souverän mit 8:3. „Es ist so etwas Großes, Bedeutsames - ich habe alles in die Waagschale geworfen. Nach den ersten 30 Sekunden habe ich gewusst, ich packe es. Doch die Kraft ging weg, und die Zeit war noch so lange auf der Uhr“, sagte Stäbler, der unter dem Jubel der mitgereisten 50 Fans und Familienmitglieder noch seinen Heimtrainer Andreas Stäbler - beide sind nicht verwandt - auf Schultern durch die Arena trug.

„Das Stärkste, was er je gerungen hat, ich verneige mich vor dieser Leistung, einfach megageil“, sagte Sportdirekor Jannis Zamanduridis und verwies auf die Brocken, die Stäbler auf dem Weg zum Titel in sechs Kämpfen besiegt hatte. „Alles nur Granaten.“

Kudla überraschend im Finale

Nach dem bitteren Verletzungs-Aus bei Olympia in Rio hatte Stäbler gesundheitlich schwer zu kämpfen und war immer wieder gehandicapt. In Paris räumte der 28-jährige Musberger mehrere Weltklasseathleten aus dem Weg: Luis de Leon aus der Dominikanischen Republik vorzeitig mit 9:0, den Olympia-Dritten Rasul Schunajew aus Aserbaidschan (2:1), den Weißrussen Pawel Liach (7:1), den Iraner Abdolhamid Mohammadali (6:3) und im Halbfinale den Moldauer Daniel Cataraga (4:2).

Der Olympia-Dritte Kudla verlor danach sein Finale gegen den Türken Metehan Basar mit 1:2. Zuvor hatte der 22-Jährige im Halbfinale gegen den Asienmeister Ahmad Hussein Nouri aus dem Iran mit 4:1 gewonnen und im Viertelfinale den Junioren-WM-Zweiten Islam Abbasow aus Aserbaidschan mit 4:1 bezwungen. „Das war meine erste Männer-WM. Ich habe nicht gedacht, dass ich das Finale erreiche. Ich habe nur von Kampf zu Kampf gedacht“, sagte Kudla. „Dabei hatte er nach Olympia-Bronze schwer mit dem Erwartungsdruck zu kämpfen. Doch wir haben viele Einzelgespräche geführt», sagte Zamanduridis.

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