Jones' ungewöhnlicher Helfer

Markus Högner ist Co-Trainer der DFB-Frauen

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Markus Högner ist mehr als nur der Co-Trainer bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, die nun ihr EM-Quartier in den Niederlanden bezogen hat. Högner spielt dort eine Schlüsselrolle.

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1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.07.2018, 20:09

Für Markus Högner steht fest: Die am Wochenende mit dem Eröffnungsspiel Niederlande gegen Norwegen (Sonntag 18 Uhr/live ZDF) beginnende Europameisterschaft in den Niederlanden bringt alle Voraussetzungen mit, um eine Erfolgsgeschichte für den europäischen Frauenfußball zu schreiben. "Ich glaube an ein gutes Turnier in einem Fußball-Land. Die Holländer sind ein Partyvolk. Modern und aufgeschlossen. Zusammen mit den kleinen Stadien, kurzen Wegen ist das eine gute Mischung", sagt der Co-Trainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zdfsport.de.

Er muss es ja wissen: Für die letzten Inspektionsreisen fuhr der 50-Jährige von seinem Wohnort im Münsterland zuletzt nach Deventer, um sich den Test des niederländischen Teams gegen Österreich (3:0) anzusehen.

Auch beim Freundschaftsspiel gegen Japan (0:1) in Breda war Högner. Schließlich bestreitet dort Titelverteidiger Deutschland am kommenden Montag (20.45 Uhr) gegen Schweden sein erstes EM-Gruppenspiel.

Der Holland-Experte Högner ("in Aachener Zeiten habe ich dort viele Fußballspiele geschaut") wird dann Bundestrainerin Steffi Jones seinen kräftigen Arm beim Abspielen der Nationalhymne um die Schulter legen, was eigentlich ein gutes Sinnbild gibt. "Markus ist voll auf meiner Wellenlänge", sagt Jones, die bei ihrem Amtsantritt eigentlich zwei gleichberechtigte Assistenten vorgestellt hatte. Eine Frau, Verena Hagedorn, und einen Mann, eben den langjährigem Trainer des Frauen-Bundesligisten SGS Essen.

Kein Mann für den Mainstream

Doch das Helferteam hat sich rasch halbiert: Die 34-jährige Verbandssportlehrerin Hagedorn, inzwischen Trainerin bei Bayer Leverkusen, erwies sich als zu sperrig, streng und vielleicht auch engstirnig, während der lockere Högner einer ist, der "gerne groß denkt", wie Jones sagt. Kein Mann für den Mainstream.

In seiner eigenen Vita finden sich durchaus Anknüpfungspunkte zur Cheftrainerin. "Auch ich bin viel herumgekommen in meinem Leben, und Steffi ist auch ein sehr weltoffener Typ", erklärt Högner. Empfänglich für die Bereicherung aus anderen Kulturen und von anderen Menschen zu sein: für den in Ettringen in der Eifel geborenen Högner ist das irgendwann selbstverständlich geworden.

Experimente und Erfahrungen

Auch sein Leben ist geprägt von Brüchen und Widersprüchen, von Experimenten und Erfahrungen. "Ich musste nach dem frühen Tod meines Vaters Verantwortung für meine kleineren Geschwister übernehmen. Es gab dann den Punkt, wo ich mehr von der Welt sehen wollte", erzählt Högner. Und so kickte der ehemalige Zweitligaprofi von Alemannia Aachen zeitweise in Costa-Rica, nachdem er auf der Kölner Sporthochschule entsprechende Kontakte eigentlich zufällig geknüpft hatte.

Das ist ebenso ungewöhnlich, wie sich jahrelang als Spielertrainer der deutschen Beachsoccer-Nationalmannschaft zu verdingen. Zu seinem ersten Nationaltrainer-Job kam er wie die Jungfrau zum Kinde: In einer Sportzeitschrift hatte er eine Anzeige gelesen, das Spieler für ein Turnier in Rimini gesucht werden. Als Högner dazu kam, traf er Altstars wie Andy Brehme, Michael Rummenigge oder Raimond Aumann. Er wurde genommen – und trainierte fortan fast täglich auf einer Kölner Beachanlage.

Vorteil Basiswissen

Es war eine wilde wie stressige Zeit, weil er gleichzeitig als Inhaber einer Glasreinigungsfirma auch noch Unternehmer war. Und parallel bei Union Solingen unterklassig Fußball spielte. "Erst nachdem ich meine Frau kennengelernt habe, kam der nächste Wendepunkt – und bin wieder solide geworden", sagt der Allesmacher ("Schon als Student habe ich Zeitungen ausgetragen, Dachziegel geschleppt, in der Gastronomie gearbeitet") scherzhaft.

Sechs Jahre arbeitete Högner vor seinem Einstieg bei der DFB-Auswahl am Standort Essen in der Frauen-Bundesliga – er kennt die Basis besser als die Bundestrainerin. Aber genau das gefällt ihm so am Frauenfußball: die Bodenständigkeit. "Ich will die Bodenhaftung den Männern nicht absprechen, aber der Männerfußball hat sich sehr verändert."

Mit Högner hat Jones einen ungewöhnlichen Mann an ihrer Seite. Er erklärt viele Übungsformen, er leitet die Gegneranalyse – aber wichtiger könnte er als Rettungsanker in Situationen werden, die mehr als nur den Fußballsachverstand erfordern.

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