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Merkel: "Lage ist fragil"

Nach den Beratungen des Corona-Kabinetts in Berlin richtet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Öffentlichkeit. Sehen sie das Statement hier im Livestream.

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09.04.2020
09.04.2020
UT
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Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft weiterhin zum Einhalten der strikten Maßnahmen auch über Ostern auf. Im Mittelpunkt ihrer bisherigen Gespräche habe die Frage der dringend benötigten Schutzmasken und Schutzausrüstung gestanden. Hier würde insbesondere jetzt die lokale Produktion verstärkt.

Zudem würden die Anstrengungen verstärkt, Masken aus Asien zu erhalten. Ziel sei es, bei Schutzmasken die "inländische Produktion anzukurbeln und eigene Kapazitäten aufzubauen." Das wolle man auch im europäischen Verbund tun.

Mögliche Lockerungen mit Augenmaß

Wenn sich die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weiter als erfolgreich zeigte, dann könnten eventuell Maßnahmen gelockert werden. Dabei orientiert sich Merkel an einer Studie der Leopoldina-Universität. Daran hätten nicht nur Virologen oder Mediziner, sondern auch Experten aus Wirtschaft und Soziologie teilgenommen. Danach würden in der nächste Woche mögliche Lockerungsmaßnahmen mit den Bundesländern besprochen. Merkel warnte jedoch mehrfach davor, aufzupassen, dass durch Lockerungen der Maßnahmen nicht "ein Rückschritt kommt, der uns wieder völlig zurückwirft."

Zu den Einschränkungen sagte sie: "Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen". Man müsse froh sein, dass zur Zeit weitere Einschränkungen nicht notwendig seien. Aber auch mit Blick auf sinkende Verdoppelungszahlen dürfe man "nicht leichtfertig sein". Man müsse konzentriert sein: "Die Lage ist fragil. Das RKI sagt, das sei kein Grund für Entspannung."

Die Maßnahmen müssten über Ostern bestehen bleiben, mahnte Merkel eindringlich. Denn man könne jetzt sehr schnell die bisherigen Erfolge der Maßnahmen zerstören. Notwendig seien: „Konzentration, Disziplin und Fürsorge für die nächsten durch Abstand.“ Auch wenn das "Ostern anders sein wird, als wir es immer in unserem Leben kannten", und es für viele Familien eine Herausforderung sein werde. Ihr Dank gehe "an alle die, die die Bestimmungen einhalten haben und meine Bitte an alle, diese auch noch fortzusetzen."

Pandemie verschwindet nicht

Es gebe keine Formel für die Lockerungen, "jedesmal mit jedem Schritt sterben wieder Menschen" und hätten Krankenhäuser wieder Angst. Zwar müsse man auch Schritte gehen, von denen man am Anfang nicht wisse, was sie auslösten. Aber: "viel hängt davon ab, ob die Menschen weiter Abstand halten, Hände waschen oder sich nicht die Hände geben."

Merkel mahnte eindringlich: "Die Pandemie ist nicht weg! Sie wird nicht verschwinden, bevor wir nicht eine Impfstoff haben. Das heißt 'Leben mit diesem Virus'." Das sei nicht verschwunden, auch weil sich mal einen Tag weniger Leute ansteckten. "Wenn wir das alles vergessen was wir bisher gelernt haben, dann sind wir sehr schnell wieder da, wo wir waren."

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