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"Maria 2.0" - Frauen treten in Kirchenstreik

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Vielen Frauen in der katholischen Kirche reicht es: sexueller Missbrauch und Männern vorbehaltene Ämter. Nun greifen sie zu einem ungewöhnlichen Mittel.

Frauen der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck. Archiv
Frauen der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck. Archiv
Quelle: Armin Fischer/dpa

Die Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche startet bundesweit einen einwöchigen Kirchenstreik. Unter dem Motto "Maria 2.0" wollen die Frauen gegen Machtstrukturen in der Kirche und die von ihnen kritisierte Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger protestieren.

Sie betreten in dieser Zeit keine Kirchen, üben ihre ehrenamtlichen Ämter nicht aus und feiern Gottesdienste ohne Priester im Freien. Der Katholische Deutsche Frauenbund begrüßte die Initiative.

"Extremer Glaubwürdigkeitsverlust"

Die Aktion unterstreiche das Engagement "für eine geschwisterliche Kirche, in der Frauen und Männer, Priester und Laien, gleichberechtigt sind", erklärte Verbandspräsidentin Maria Flachsbarth. Wer ihrem Verband unterstelle, den sexuellen Missbrauch durch Priester zu nutzen, um das Frauenpriestertum durchzusetzen, habe "leider nicht verstanden, worum es geht: um die tiefe Krise der katholischen Kirche, um den extremen Glaubwürdigkeitsverlust, hervorgerufen von Priestern, die Täter und Vertuscher von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch sind, und um die mangelnde Wertschätzung und Diskriminierung von Frauen in der Kirche".

In einer Online-Petition an Papst Franziskus fordern die Teilnehmerinnen Zugang zu allen Ämtern der Kirche und die Aufhebung der Pflicht zur Ehelosigkeit für katholische Priester - dem Zölibat. Entstanden ist die bundesweite Bewegung in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster. Eine der Initiatorinnen ist Andrea Voß-Frick. "Wir wissen nicht, ob es bundesweit 100 oder 1.000 Frauengruppen sind, die sich angeschlossen haben. Aber wir haben Rückmeldungen aus den Bistümern in Hamburg, Berlin, Rottenburg und auch aus Wien in Österreich", sagte Voß-Frick vor dem Streik.

Auch der zweite große katholische Frauenverband, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), bezeichnete den Kirchenstreik im Vorfeld als wichtiges Signal und appellierte an die Deutsche Bischofskonferenz, das nicht länger zu ignorieren.

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