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100 Jahre Grand-Canyon-Park - Zu Tode geliebt?

Datum:

"Der Mensch kann hier nur stören", sagte US-Präsident Roosevelt. Sein Nachfolger schuf 1919 den Grand-Canyon-Nationalpark. Millionen Menschen besuchen ihn jährlich. Und stören.

Blick über den Grand Canyon
Vor 100 Jahren wurde der Grand Canyon zum Nationalpark. Sein Anblick begeistert Millionen Touristen.
Quelle: mev

"Es ist unvergleichlich, unbeschreiblich, absolut einmalig. Es ist ein Anblick, den jeder Amerikaner einmal sehen sollte", sagte ein überwältigter Präsident Theodore Roosevelt, als er 1903 am Südrand des Grand Canyon stand. "Man wünscht sich mehr als zwei Augen, um diese atemberaubende, grandiose Landschaft zu sehen", schwärmt eine ebenso überwältigte Besucherin 100 Jahre später. 450 Kilometer lang, 29 Kilometer breit, 60 Millionen Jahre alt: Der Grand Canyon ist gigantisch, eine Schlucht der Superlative.

Gestein, 1,7 Milliarden alt

Eine Wanderung in die 1.800 Meter tiefe Canyonschlucht zum Colorado River ist für viele ein Traum. "Der Weg ist steil. Er führt vorbei an Kiefern und Wacholderbüschen. Bis zum Fluss sind es knapp zwölf Kilometer", berichtet Wayne Ranney. Er ist Geologe, arbeitet seit Jahrzehnten als Ranger und hat schon tausende Touristen auf dem berühmten Bright Angel Trail und dem South Kaibab Trail begleitet. "Zuerst sieht man die weißen Gesteinsschichten, auf halber Strecke kommt dann die rote Kalksteinklippe. Yucca und Kakteen wachsen am Weg. Hier beginnt die Wüste. Am Fuß des Canyons liegt das älteste Gestein, Vishnu Schiefer und Zoroaster Granit, 1,7 Milliarden Jahre alt. Im Sommer kann man unten am Bright Angel Creek die Füße ins Wasser baumeln lassen und den Zikaden zuhören."

Woodrow Wilson
"Millionen Jahre waren hier am Werk, der Mensch kann hier nur stören", mahnte US-Präsident Roosevelt 1903.
Quelle: imago

Präsident Woodrow Wilson erklärte den Grand Canyon am 26. Februar 1919 zum Nationalpark. 60 Jahre später wurde der Grand Canyon UNESCO-Weltnaturerbe. Aber nicht nur Touristen kamen. "Der Grand Canyon war in den 1960ern Trainingsgelände für die Apollo-11-Besatzung", erzählt Wayne Ranney. "Bevor Armstrong und sein Team auf dem Mond landeten, kamen sie hierher. Sie testeten ihre Raumanzüge und übten Mondlandungen auf den schwarzen Vulkanfeldern am Cinder Lake."

Besuchermassen und Verkehrschaos

Inzwischen reisen jedes Jahr 6,25 Millionen Menschen aus aller Welt nach Arizona. Dank Instagram, Snapchat und Twitter ist die Zahl der Touristen rasant gewachsen. Zum 100. Geburtstag des Grand-Canyon-Nationalpark rechnet der Nationalpark-Service mit einem neuen Besucherrekord. Das ist nicht unbedingt ein Grund zu feiern, warnen Umweltschützer. Während der Hauptsaison im Sommer ähneln die Zufahrtsstraßen zum Grand Canyon der New Yorker Innenstadt zur Rushhour.

Besucher auf der Aussichtsplattform am Grand Canyon
1.100 Meter über dem Canyonboden: Die Aussichtsplattform am Grand Canyon
Quelle: AP

Touristen können im Helikopter oder Ballon über den Canyon schweben. Über einen Skywalk, eine gläserne Aussichtsplattform, 1.100 Meter über dem Canyonboden laufen. Oder eine Wildwasser-Rafting-Tour buchen und in Schlauchbooten über den Colorado River schippern.

Müll und Verkehr belasten den Park

Die meisten Touristen bleiben zwar nur für ein paar Stunden, besuchen den Desert-View-Aussichtsturm und laufen auf betonierten Wegen am Rand des Canyons entlang, um Selfies zu schießen. Aber der zunehmende Verkehr, der Müll, den sie hinterlassen, und die Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere im Nationalpark sind eine riesige Herausforderung für die Nationalparkverwaltung. Derzeit werden mehr als 329 Millionen Dollar benötigt, um dringende Reparaturen und Projekte im Grand Canyon zu finanzieren.

Wasserstelle im Grand Canyon unter rotem Himmel
Wasserstelle im Grand Canyon bei Sonnenuntergang
Quelle: colourbox.de

"Millionen Jahre waren hier am Werk, der Mensch kann hier nur stören", mahnte Präsident Roosevelt 1903. "Wir sollten darauf achten, dass diese Landschaften für unsere Kinder und für alle Zeiten bewahrt werden und ihre majestätische Schönheit unversehrt bleibt." Wayne Ranney, der Geologe und Ranger, sieht das genauso. "Der Colorado River wird in den kommenden Jahrhunderten den Canyon weiter auswaschen", sagt er. "Aber wir müssen uns ernsthaft fragen, wie wir dieses geologische Wunderwerk, diesen Nationalpark, für künftige Generationen erhalten."

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