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UN-Treffen in Genf - 180 Länder beschließen Pakt gegen Plastikmüll

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Rund 180 Länder haben einen Pakt im Kampf gegen Plastikmüll geschlossen. Bei einem UN-Treffen in Genf unterzeichneten sie ein Abkommen zur Regulierung des Exports von Plastikmüll.

Plastikmüll im Meer
Plastikmüll im Meer
Quelle: dpa

Fast alle Länder der Erde haben sich auf einen besseren Umgang mit Plastikmüll geeinigt. Rolph Payet vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen sagte am Freitag, das Rahmenabkommen sei "historisch in dem Sinne, dass es rechtlich bindend" sei. "Es wird ein transparentes und zurückverfolgbares System für Export und Import von Plastikmüll geben." Die Einigung kam am Ende zwölftägiger Beratungen von 1.400 Delegierten zu den Themen Plastikmüll und giftige Chemikalien zustande.

Schulze begrüßt Abkommen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) begrüßte die strengeren Regeln im Umgang mit Plastikmüll. "Die schärferen Exportregeln des Baseler Übereinkommens sind ein großer Fortschritt und eine wirksame Handhabe gegen den zunehmenden Meeresmüll", sagte Schulze am Samstag. "Jetzt ist ein Exportstopp für verschmutzte und fragwürdige Plastikabfälle aus der EU nach Asien und Afrika möglich." Landesbehörden und der deutsche Zoll könnten in Zukunft verhindern, dass solche Abfälle auf ungesicherten Deponien und am Ende im Meer landeten. Europa und Deutschland seien in der Verantwortung, ihren Plastikmüll selbst zu sortieren und möglichst auch selbst zu recyceln. Die neuen Regeln zeigten, dass die Staatengemeinschaft in Sachen Umweltschutz handlungsfähig sei, so Schulze.

Anfang 2018 hat China die Importe von Kunststoffabfällen zum Recycling stark eingeschränkt. Nun landen diese Abfälle in anderen Ländern vor allem in Südostasien, etwa Malaysia, Indonesien, Vietnam, Thailand und Indien. Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Abfall verseuchen nach UN-Angaben bereits die Weltmeere. Ein erheblicher Teil des Kunststoffs, der in die Ozeane gelangt, stammt aus unkontrollierter Abfallentsorgung auf dem Festland. Weggeworfenes Plastik verschmutzt unberührte Natur, schwimmt massenhaft in den Ozeanen und Tiere verheddern sich darin und sterben oft daran.

Deutscher Plastikmüll in Asien

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9 min
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USA sind nicht dabei

Die USA sind nicht dabei. Staaten wie die USA und Kanada exportieren laut IPEN schon seit viel zu langer Zeit ihren giftigen Plastikmüll in asiatische Länder; dabei behaupteten sie, dieser würde dort sachgemäß recycelt.

"Es sendet ein sehr starkes politisches Signal an den Rest der Welt - an den privaten Sektor, an den Konsumentenmarkt - dass wir etwas tun müssen", sagte Rolph Payet über das Abkommen. "Länder haben entschieden, etwas zu tun, das zu wirklichem Handeln vor Ort führen wird." Die Vereinbarung stehe im Zusammenhang mit dem von den UN unterstützten Baseler Übereinkommen zu Abfällen, dem 186 Staaten angehören, sagte Payet. Die Länder müssten ihre eigenen Möglichkeiten finden, die Vereinbarung einzuhalten.

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