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30 Jahre Mauerfall - Kasigkeit: "Osten - ein Lebensgefühl"

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Gabriela Kasigkeit wohnt in Wandlitz bei Berlin und ist Lehrerin. Mit den Menschen im Osten fühlt sie sich besonders verbunden. "Das ist ein Lebensgefühl und eine Zugehörigkeit."

Gabriela Kasigkeit
Lehrerin Gabriela Kasigkeit wohnt in Wandlitz bei Berlin.
Quelle: ems/ZDF

Einheit ist für mich … 

Weitblick, aber auch Arbeit. Denn Weitblick bedeutet Entwicklung: Die Einheit ist nicht fertig. Sie muss leben, weiterwachsen und braucht Zeit.  

Meine erste Auslandsreise war ...

Vor der Einheit und ging nach Polen. Und danach bin ich nach Österreich zum Weißen Rössl am Wolfgangsee gefahren. Schon zu DDR-Zeiten habe ich davon geträumt. Das habe ich auch laut gesagt: "Wenn ich Rentnerin bin, fahre ich zum Weißen Rössl". Tja, und jetzt war ich schon vorher da. 

Fühlen Sie sich als "Ossi" oder "Wessi"? 

Ich fühle mich als Ossi, so wie sich jeder mit seiner Region verbunden fühlt. Das ist ein Lebensgefühl und eine Zugehörigkeit – auch eine räumliche. Und ich fühle mich den Menschen hier im Osten besonders verbunden. Mit vielen Menschen aus der damaligen Zeit, die ich nicht missen möchte. 

Wenn morgen die Mauer wieder stünde, was würden Sie am meisten vermissen? 

Mir würde der Weitblick fehlen. Und das bedeutet nicht nur das Reisen. Das ist nicht das Wichtigste. Aber über Grenzen gehen, nicht nur räumlich, sondern auch im Kopf. Weite Horizonte erfahren, Neues lernen können. All das würde fehlen. Das wäre zu eingeengt. Das möchte niemand mehr haben. 

Wie finden Sie die Berichterstattung über Ost und West? 

Die Berichterstattung über den Osten ist sehr unterschiedlich. Es gibt ein allgemeines Bemühen, sachlich zu berichten. Das gelingt nicht immer. Ganz objektiv ist niemand. Deswegen muss man über die reine Berichterstattung hinausgehen. Geschichten erzählen, Menschen für sich sprechen lassen. 

Wenn Sie eine Mauer bauen müssten oder könnten, was für eine Mauer wäre das? 

Ich wäre versucht, zu sagen: "Für alle, die nicht dazulernen wollen." Für Menschen, die sich nicht auseinandersetzen wollen mit Problemen. Aber auch das wäre falsch, denn das ist keine Lösung. Ich würde nirgends eine Mauer bauen. Manchmal muss man voneinander abrücken, aber dann wieder zusammen kommen und sich einigen.

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