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300 Millionen für Teheran - Iran storniert Bargeldtransport

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Bargeld in dreistelliger Millionenhöhe im Flugzeug nach Teheran: Zu diesem kuriosen Transport wird es jetzt vorerst doch nicht kommen.

Geldbündel der Bundesbank (Archiv).
Geldbündel der Bundesbank (Archiv). Quelle: Deutsche Bundesbank/deutsche Bundesbank/dpa

Iran verzichtet auf einen Bargeld-Transfer von 300 Millionen Euro aus Deutschland. Die Europäisch-Iranische Handelsbank will dieses Vorhaben vorerst nicht weiter verfolgen, wie "Süddeutsche", NDR und WDR berichten.

Die USA hatten auf eine Absage des Transfers gedrängt. Washington wirft Teheran vor, das Geld für Terroraktivitäten nutzen zu wollen. Wegen bestehender Sanktionen konnte das Geld nicht einfach überwiesen werden. Seit kurzem ist auch ein Bargeldtransfer nicht mehr so einfach.

Politisch schwieriges Umfeld

Der bereits im Juni von der Handelsbank dem Zoll gemeldete beabsichtigte Bargeldtransfer hatte höchste Regierungsstellen beschäftigt und drohte sich zu einer außenpolitischen Krise auszuwachsen. Die Bundesregierung bemüht sich derzeit darum, das von den USA aufgekündigte Atomabkommen mit Iran zu erhalten und europäische Handelsgeschäfte vor drohenden US-Sanktionen zu schützen. Trotz dieser Bestrebungen ziehen sich immer mehr große deutsche Unternehmen aus dem Iran zurück. Teheran hat inzwischen verschiedentlich damit gedroht, das Abkommen aufzukündigen. In dieser Situation eine Auszahlung eines in Deutschland lagernden iranischen Guthabens zu verweigern, galt als politisch schwierig.

Das Zurückziehen der geplanten Ausfuhr stehe offenbar im Zusammenhang mit einer derzeit laufenden Prüfung der Bafin bei der Europäisch-Iranischen Handelsbank, berichteten die drei Medien weiter. Die Bank muss nachweisen, dass sie alle Vorkehrungen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einhält. Da Iran auf einer Liste sogenannter Hochrisikostaaten der internationalen "Financial Action Task Force" steht, scheine dieser Nachweis schwer zu erbringen zu sein, hieß es in dem Bericht. Die 300 Millionen Euro sind Teil einer Milliardensumme, die sich auf den Konten der EIHB angesammelt hat; die Erlöse aus iranisch-indischen Ölgeschäften wurden seit Jahren in Hamburg verbucht.

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