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3D-Drucker-Farm in Prag - Eine neue industrielle Revolution?

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3D-Drucker, die sich selbst herstellen. Was klingt, wie aus einem Science-Fiction-Film, ist bereits heute Realität. In einer 3D-Drucker-Farm mitten in Prag.

3-D-Drucker - Prusa
3D-Drucker von Prusa - in Prag arbeiten 550 Geräte rund um die Uhr.
Quelle: artinvaders.com

DJ Josef Prusa ging sein Mischpult kaputt. Das Ersatzteil konnte der Student und Hobbytüftler nicht bekommen - und so entschied er sich vor sieben Jahren, es einfach selbst herzustellen: mit einem eigens konstruierten 3D-Drucker. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Heute zählen die Drucker von Prusa Research zu den gefragtesten weltweit. Bei Tests erreichen sie Bestnoten.

Josef Prusa nutzt seine Geräte, um neue herzustellen - in einer der größten 3D-Drucker-Farmen weltweit. In einer Lagerhalle in Prag arbeiten 550 Geräte rund um die Uhr. Schicht für Schicht tragen sie flüssiges Plastik auf eine beheizte Platine auf - und produzieren so alle Plastikteile, die nötig sind, um die nächsten 3D-Drucker zu bauen. Die Geräte werden gleichzeitig unter Extrembedingungen getestet. Fehler in der Entwicklung können so schnell erkannt und behoben werden.

Originalgetreute Organ-Modelle

Vom Ersatzknopf für die Tastatur über die personalisierte Handyhülle bis hin zum Dinosaurier-Skelett - in riesigen Datenbanken findet man online zehntausende 3D-Modelle. Firmen wie Prusa und begeisterte User rund um den Globus entwickeln Vorlagen und stellen sie ins Netz. Die meisten Modelle unterliegen einer Open-Source-Lizenz, können also kostenlos heruntergeladen, nach Belieben angepasst und gedruckt werden. 

3D-Druck ist nicht nur bei Technik-Nerds beliebt: Auch das Prager Institut für Klinische und Experimentelle Medizin setzt auf die Geräte von Josef Prusa. Auf Grundlage von CT-Bildern werden hier originalgetreue Organ-Modelle gedruckt. Denn jedes Organ ist anders. Chirurgen können die Beschaffenheit so schon vor einer Operation genau ertasten und möglichen Komplikationen vorbeugen.

Künftig Gegenstände per Smartphone drucken

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit mehr als 30 Millionen Prothesen benötigt werden. Neun von zehn Bedürftigen haben bislang keinen Zugang. 3D-Drucker sollen das ändern: Die Hilfsorganisation E-Nable stellt selbst gedruckte Prothesen her. Ein Netzwerk von Freiwilligen verteilt die künstlichen Gliedmaßen kostenfrei an Bedürftige in über 100 Ländern. Die Materialkosten betragen nur einen Bruchteil im Vergleich zu herkömmlichen, bionischen Prothesen. 

Josef Prusa ist sich sicher: 3D-Druck mit Plastik markiert erst den Anfang. Denn prinzipiell lässt sich jedes Material, das verformbar ist, damit verarbeiten. Bereits heute werden Materialien wie Beton, Glas und Metall verwendet. Geht es nach dem 3D-Druck-Pionier, sollen vor allem Fortschritte Künstlicher Intelligenz es künftig ermöglichen, jeden Gegenstand per Smartphone einzuscannen und auszudrucken. Wenn Josef Prusa Recht behält, ist seine 3D-Drucker-Farm vielleicht der Beginn einer neuen industriellen Revolution.

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