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Iran feiert 40. Jahrestag - Die Männer hinter der islamischen Revolution

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Die Revolution beendete 1979 die Herrschaft des Schahs im Iran - seitdem ist das Land eine "Islamische Republik". Diese sechs Männer waren eng mit der Revolution verbunden.

Schah Mohammad Reza Pahlawi

Archiv: Schah Mohammad Reza Pahlavi und Kaiserin Farah gehen über das Rollfeld des Mehrabad Airport zu einem Flugzeug, um das Land zu verlassen, aufgenommen am 16.01.1979 in Teheran, Iran.
Schah Mohammad Reza Pahlavi und Kaiserin Farah am 16. Janua 1979 in Teheran auf dem Rollfeld des Mehrabad Airport. Der Schah ist nie in den Iran zurückgekehrt. (Archivbild).
Quelle: dpa

Vor der Islamischen Revolution kannte der Iran als konstitutionelle Monarchie mit dem Schah an der Spitze Gewaltenteilung und Wahlen. Zumindest formell. Mohammad Reza Pahlavi und sein Vater Reza Pahlavi modernisierten Politik und Gesellschaft im 20. Jahrhundert im westlichen Sinne. Sie führten etwa das Wahlrecht für Frauen ein und schränkten den Einfluss des Islam ein.

Dennoch war die Herrschaft des Schahs alles andere als eine lupenreine Demokratie. Pahlavi ließ Kritiker verfolgen und unterdrückte jede Opposition, setzte das Parlament außer Kraft und führte eine Einheitspartei ein. Vielen Iranern gingen Säkularisierung und "Verwestlichung" der Gesellschaft zu weit. 1978 strömten in den Städten Tausende auf die Straße: Nationale, Linke, Säkulare, Religiöse, Fundamentalisten, Kommunisten. Eine zusammengewürfelte Gruppe mit unterschiedlichen Zielen - was sie einte, war die Abneigung gegen den Schah. Im Januar 1979 beugte sich der Schah dem Druck und verließ das Land.

Schapur Bachtiar

Archiv: Schapur Bachtiar am 18.07.1980 in Neuilly, Frankreich
Schapur Bachtiar (dritter von links) im Juli 1980 im französischen Neuilly.
Quelle: imago

Unter dem Druck der Proteste beauftragte der Schah als quasi letzte Amtshandlung im Januar 1979 den Oppositionellen Schapur Bachtiar mit der Regierungsführung. Die Revolutionäre unter Führung Chomeinis erkannten den neuen Ministerpräsidenten aber nicht an, und der Schah musste das Land zu verlassen. Bachtiar behielt seinen Posten nur bis zum 5. Februar 1979. An dem Tag ernannte Chomeini Mehdi Bāzargān zum Präsidenten einer Übergangsregierung.

Ajatollah Ruholla Chomeini

Archiv: Ajatolla Ruhollah Chomeini, aufgenommen am 01.02.1979 in Teheran, Iran
Ajatollah Ruhollah Chomeini bei seiner Ankunft am 1. Februar 1979 auf dem Mehrabad Airport in Teheran.
Quelle: AP

Der schiitische Geistliche Ajatollah Ruhollah Chomeini trat inmitten der ersten Unruhen 1963 zum ersten Mal öffentlich gegen den Schah auf. Er wurde verhaftet und ging anschließend ins Exil, was rückblickend oft als Start der Revolution gesehen wird. Nach der Absetzung des Schahs kehrte Chomeini am 1. Februar 1979 aus dem französischen Exil zurück und wurde bei seiner Landung in Teheran von 2.000 Anhängern begeistert empfangen.

Am 1. April rief Chomeini die Islamische Republik aus, nachdem am Vortag offiziellen Angaben zufolge 98 Prozent der Iraner in einem Referendum dafür gestimmt hatten. In einer Abstimmung ohne wirkliche Wahlmöglichkeit. In kurzer Zeit gelang Chomeini der Umbau des politischen Systems in eine auf ihn zugeschnittene Theokratie: der Iran verstand sich nun als Gottesstaat.

Jimmy Carter und Helmut Schmidt

Archiv: Helmut Schmidt und Jimmy Carter am 06.01.1979 in Pointe-A-Pitre, Guadeloupe
Helmut Schmidt und Jimmy Carter während der Konferenz von Guadeloupe im Januar 1979.
Quelle: imago

Anfang Januar 1979 fand auf der karibischen Insel Guadeloupe auf Einladung des französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing eine Konferenz westlicher Regierungschefs statt, bei der es unter anderem um die Einschätzung der aktuellen Lage im Iran gehen sollte. Obwohl Frankreichs Präsident, Bundeskanzler Helmut Schmidt und Englands Premier James Callaghan noch im Vorfeld der Konferenz davon ausgegangen waren, an der Regierung des Schahs festhalten zu wollen, erklärte US-Präsident Jimmy Carter überraschend, die USA hätten sich entschieden, das Regime nicht länger zu unterstützen. Auch wenn auf Guadeloupe keine offiziellen Beschlüsse gefasst wurden, war klar, dass mit einem Abwenden der US-Regierung vom iranischen Regime der Schah zum Rückzug gezwungen war.

Mehdi Bāzargān

Archiv: Mehdi Bazargan am 08.11.1979 in Teheran
Mehdi Bāzargān war der von Chomeini ernannte Präsident einer iranischen Übergangsregierung von Februar bis November 1979.
Quelle: imago

Kurz nach seiner Rückkehr aus dem Exil ernannte Chomeini Mehdi Bāzargān am 5. Februar 1979 zum Premierminister einer Übergangsregierung. Bāzargān übernahm den Posten jedoch nur für ein paar Monate. Am 6. November 1979 trat die iranische Regierung unter Bāzargān zurück. Grund war die Geiselnahme von Teheran, bei der vom 5. November 1979 an über 50 US-Diplomaten in der amerikanischen Botschaft in Teheran 444 Tage lang als Geiseln festgehalten wurden.

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