Sie sind hier:

Sendungs-Jubiläum - 40 Jahre heute journal: Das ganze Bild zeigen

Datum:

40. Geburtstage sind kein Grund für eine Riesenparty. Das heute journal lässt es auch nicht krachen. Doch Anlass zum Feiern haben wir - aus Dankbarkeit für Treue und Beständigkeit.

Idee und Konzept der Sendung haben sich in Zeiten gewaltiger Medienumbrüche nicht nur gehalten, sondern sind nach wie vor modern. Die Treue von inzwischen ganzen Zuschauergenerationen beweist, dass nicht nur wir das so sehen. Kein Nachrichten-Magazin erreicht mehr Menschen in Deutschland als das heute journal. 2017 waren es täglich 3,8 Millionen im Durchschnitt - weit mehr als in den Anfangsjahren. Und weit mehr, als andere Medien für sich erreichen.

Nachrichten-Welt im Wandel

Wie hat sich die Welt in den letzten vier Jahrzehnten gewandelt?! Als das heute journal am Montag, dem 2. Januar 1978 erstmals vom ZDF ausgestrahlt wurde, herrschte eine andere Zeit: Kalter Krieg. Bedrohlich standen Warschauer Pakt und NATO bis an die Zähne bewaffnet gegeneinander. Der Thron des Schahs von Persien wankte, die islamische Revolution kippte ihn bald darauf. In Italien mordeten die "Roten Brigaden". 

Dennoch begann auch ein Jahr auf der Suche nach Frieden: Israel und Ägypten unterzeichneten das Camp-David-Abkommen. Politische Themen- vom Ost-West- über den Nahost-Konflikt bis hin zu blutigem Terrorismus durch Fanatiker - haben sich im Kern nicht verändert. Wie damals beleuchten wir auch heute, was auf der Welt geschieht. Und versuchen herauszufinden, warum so etwas geschieht.

„Die heute-Ausgabe um 19.00 Uhr meldet: Politiker XY wirft das Handtuch – wir sagen, wohin!“ definierte einmal Wolf von Lojewski das heute journal - das nun seit 40 Jahren politische Berichte und scharfsinnige Analysen aus aller Welt bietet.

Beitragslänge:
6 min
Datum:

Neues entstand: Im Vatikan wurde erstmals seit Jahrhunderten ein Nicht-Italiener Papst durch die Wahl des polnisches Kardinals Wojtyla, der als Johannes Paul II Geschichte machte. Und in Großbritannien kam das zweite Retortenbaby zur Welt - künstliche Befruchtung war nun eine Tatsache wie heute im digitalen Zeitalter die künstliche Intelligenz. Doch wie damals wird über die Folgen dieses wissenschaftlichen Fortschritts heftig debattiert.

Nachhaken für mehr Klarheit

Bei solchen Debatten, politischen wie ethischen, hat sich das heute journal stets beteiligt und tut es nach wie vor. Indem wir das Podium stellen und die Wortführer befragen: stets höflich wie kritisch. Wir sehen uns als Übersetzer schwer verständlicher Themen. Wir wollen verworrene Lagen journalistisch entknoten. Denn der Blick auf die einzelnen Stränge hilft gegen Verwirrung, schafft Klarheit.

Zuweilen führt aber gerade das auch zu Missverständnissen. Weil einem Magazin unterstellt wird, es sei nicht objektiv, wenn es die eine Seite zu Wort kommen lässt - oder die andere. Wir bemühen uns, möglichst immer alle Seiten zu spiegeln und abzuklopfen. Das kostet Zeit, die wir uns in dreißig Minuten nehmen können. Unsere politische Haltung, die in der etwa 40-köpfigen Redaktion vermutlich so breit gespannt sein könnte wie im ganzen Land, soll dabei keine Rolle spielen. Aber immer die Gegenmeinung jeweils anderer - anderer Parteien, Politiker, Kritiker. Diese Form der Konfrontation gehört zur journalistischen Technik, die sich ein Magazin wie das heute journal im Gegensatz zu anderen Nachrichten-Formaten zeitlich leisten kann.

Das ganze Bild zeigen

Das gilt für die Gespräche, die in etwa fünf Minuten dauern, was lang ist in Twitter-Zeiten von 140 oder auch 280 Zeichen. Das gilt gleichermaßen für die Filmbeiträge, die mit knapp drei Minuten wesentlich mehr Platz haben als in anderen News-Sendungen. Natürlich kann nicht jeder Beitrag vollumfassende Objektivität garantieren, aber in der Summe ist unser Ziel, möglichst rundum fair zu berichten. Das heute-journal besteht zudem aus zwei Teilen: neben dem Magazin auch die nüchternen Nachrichtenblöcke. Die sollen weitgehend nüchtern und wenig interpretierbar sein.

Das ganze Bild zu zeigen, ist Abend für Abend eine große Herausforderung. Wir müssen mit den Fakten arbeiten, die wir bis zur Sendung haben und die unsere Korrespondenten in Deutschland und der Welt für uns in Bild und Ton einfangen. Wir bemühen uns täglich um neue Puzzleteile des Ganzen, wiegen und wägen sie ab. Wir zeigen, was ist und was Deutschland dazu wissen sollte.

In Qualität steckt Qual. Mühsam ist das Recherchieren, erschwert auch dadurch, dass im Laufe eines Tages schon viele Informationen bekannt sind. Doch gerade das Umfassende macht die journalistische Arbeit aus, alles zusammenzufügen macht sie spannend. Wir verdichten, gewichten und interpretieren. Damit wir die Kenner nicht langweilen und die Laien nicht abhängen.

Wir berichten für alle - und wir wissen zu schätzen, dass alle in diesem Land uns das ermöglichen; dem heute journal nun seit 40 Jahren. Danke dafür!

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.