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Unruhen, Proteste, Vietnamkrieg - "Schlimmstes Jahr der US-Geschichte"

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Am 5. Juni 1968 wurde der mögliche Präsidentschaftskandidat Bobby Kennedy erschossen. Ein Trauma für die Gesellschaft in den USA - das bis heute nachwirkt, sagen Historiker.

Ausstellung: "1968 = Proteste, Attentate, Krieg"
Ausstellung: "1968 = Proteste, Attentate, Krieg"
Quelle: ZDF

"Bobby Kennedy und Martin Luther King versuchten, den Armen helfen. Beide wollten den Krieg in Vietnam beenden. Und beide wurden erschossen", erklärt eine zwöfjährige Schülerin. Ihre Lehrerin nickt. 25 Sechstklässler drängen sich zwischen Glasvitrinen und schwarz-weiß Fotos. Geschichtsunterricht im New Yorker Museum. "Rebellische Geister: Robert F. Kennedy und Martin Luther King" heisst die Ausstellung "1968 - Proteste, Attentate, Krieg" schreibt ein Junge in seinen Notizblock.

Nationales Trauma Vietnam

"1968 war ein fürchterliches Jahr, das schlimmste in der amerikanischen Geschichte seit dem Bürgerkrieg", meint Bill Galston, Berater im Weissen Haus unter Präsident Clinton. "Das Land drohte zu zerreißen."

Ende 1967 kämpften mehr als 500.000 amerikanische Soldaten in Vietnam, der Krieg kostete Milliarden und wurde an der Heimatfront immer unpopulärer. Frieden war auch nach 13 Jahren nicht in Sicht. An der New Yorker Columbia University besetzten Studenten mehrere Gebäude und nahmen einen Dekan als Geisel. Aber es waren längst nicht mehr nur Studenten, die bei Anti-Kriegs-Demonstrationen protestierten. Vietnam-Veteranen, viele im Rollstuhl oder auf Krücken, schlossen sich an. Vor laufenden Kameras warfen sie ihre Orden weg. Die Fernseh-Berichterstattung brachte den Krieg und die Proteste live in Millionen amerikanischer Wohnzimmer.

Unruhen nach Ermordung Martin Luther Kings

Zeitgleich brachen überall im Land Rassenunruhen aus. In Chicago, Baltimore, Washington und mindestens 100 weiteren Städten kam es nach der Ermordung Martin Luther Kings im April 1968 zu Krawallen. Frust und Wut über Benachteiligung und Diskriminierung, Arbeitslosigkeit, brutale Polizeieinsätze und extreme Armut in den vor allem von Schwarzen bewohnten Großstadtghettos brachen sich Bahn. Geschäfte wurden geplündert und angezündet. In der Hauptstadt Washington brannten ganze Straßenzüge. Zehntausende Soldaten und Marines verstärkten die Polizeieinheiten. Dutzende Menschen kamen ums Leben, mehr als 2.500 wurden verletzt und Tausende verhaftet.

"In den USA sind zwei Gesellschaften entstanden, eine schwarze und eine weisse, voneinander abgegrenzt und ungleich", warnte 1968 eine hochrangige, von Präsident Johnson eingesetzte Kommission. "Die amerikanische Gesellschaft driftete auseinander", bestätigt Lenny Steinhorn, Professor an der American University in Washington. "Und viele dieser diese Gräben sind heute noch sichtbar."

USA 1968: Rassenunruhen, Studentenproteste, Vietnamkrieg

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