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50 Jahre Farbfernsehen - Und plötzlich war's bunt

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Das Farbfernsehen wird 50. Doch was heute selbstverständlich ist, brauchte olympische Hilfe und eine Weltmeisterschaft, um sich durchzusetzen. Und selbst der Start verlief nicht ganz reibungslos.

Nur ganz wenige hatten damals ein Farbfernsehgerät, doch die Technik setzte sich durch.

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Der damalige Vizekanzler Willy Brandt (SPD) persönlich sollte die Farbe ins deutsche Fernsehen bringen - doch die Revolution begann mit einer Panne. Denn das Bild war schon bunt, als er am 25. August 1967 um 10.57 Uhr auf der 25. Funkausstellung in Berlin den Startknopf drückte. Dieser war nur eine Attrappe, und die Techniker schalteten an dem Freitag vor 50 Jahren einige Sekunden zu früh um.

"das aktuelle sportstudio" früh in Farbe

Fernsehen ohne Farbe, das erscheint im heutigen TV-Zeitalter mit Flachbildschirmen und gestochen scharfen Bildern undenkbar. Vor einem halben Jahrhundert war dagegen das Schwarzweißbild die Regel, und die neue Technik setzte sich nur sehr langsam durch. Als Brandt 1967 das Startsignal gab, waren Farbfernsehgeräte noch kaum verbreitet.

Bereits wenige Stunden nach dem offiziellen Beginn des Color-TV-Zeitalters in Deutschland zeigten ARD und ZDF erstmals einen Film in Farbe - den französischen Streifen "Cartouche, der Bandit" mit Jean-Paul Belmondo und Claudia Cardinale in den Hauptrollen. Zu den ersten Sendungen in Farbe gehörten zudem beispielsweise die noch viele Jahre beliebte Berufsrateshow "Was bin ich?", die Show "Vergißmeinnicht" mit dem legendären Moderator Peter Frankenfeld oder der ZDF-Klassiker "das aktuelle sportstudio".

Deutschland war allerdings kein Vorreiter. In den USA wurde als weltweit erstem Land bereits 1954 das Farbfernsehen eingeführt. Grundlage war dort die sogenannte NTSC-Farbcodierung, die aber nicht immer überzeugen konnte. In Europa wurde deshalb an neuen Techniken gearbeitet. In Frankreich entstand 1956 das System Secam. Deutschland setzte aber schließlich auf das Phase-Alternation-Line-System (PAL), das Walter Bruch beim Unternehmen Telefunken entwickelte.

Sport brachte den Durchbruch

Doch obwohl die technischen Grundlagen gegeben waren, konnten die Zuschauer längst nicht das ganze Programm von ARD und ZDF gleich in Farbe genießen - im Gegenteil: Im ZDF waren es beispielsweise seit dem Start am 25. August 1967 nach Angaben des Senders bis zum Jahresende 1967 nur 6.195 Minuten - ein Zehntel des Gesamtprogramms. Im Jahr 1968 waren es dann schon 28.604 Minuten, was den Anteil auf gut 17 Prozent erhöhte. Im Jahr 1970 wurde mit 100.549 Minuten schon mehr als die Hälfte (55,1 Prozent) des Programms in Farbe ausgestrahlt.

Als entscheidend für den Durchbruch des Farbfernsehens in den deutschen Haushalten gilt aber der Sport: Die Olympischen Sommerspiele 1972 in München und vor allem die Fußballweltmeisterschaft 1974, bei der die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland am Ende im eigenen Land den Titel holte, erhöhten den Wunsch nach Farbfernsehern. So mancher Deutsche ließ es sich etwas kosten, die Teams in bunten Trikots und den Rasen in Grün sehen zu können, und schaffte sich eines der damals noch vergleichsweise teuren Geräte an.

Sportliche Großveranstaltungen wie Fußballweltmeisterschaften gelten bis heute als Treiber für neue Technologien im Fernsehen, das sich in den vergangenen 50 Jahren technisch enorm weiterentwickelte. Die sperrigen Röhrenfernseher aus den Anfangszeiten des Farbfernsehens wurden längst von Flachbildschirmen und Programmen in HD-Qualität abgelöst. Mittlerweile ist bereits Ultra HD auf dem Markt.

Immer schärfer

"Ultra HD sorgt für ein gestochen scharfes Bild und bietet in Kombination mit neuen Displaytechnologien eine Farb- und Kontrastdarstellung, die vor kurzem noch undenkbar war", schwärmt Kai Hillebrandt vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Seit dem Auftritt Brandts 1967 sei die Industrie dem Ziel deutlich näher gekommen, "im Fernseher die Realität detailgetreu abzubilden".

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